Presseschau 13.04.: Was soll das?

1974 kippt Mary Woodson heiße Grütze in die Badewanne, in der ihr Lebensgefährte sitzt. Dass er ihren Heiratsantrag abgelehnt hat, kann sie nicht ertragen. Dann jagt sie sich eine Kugel durch den Körper. Al Green, jetzt mit verbrühter Brust, wendet sich der Liebe ab und der Kirche zu. Er wird Pastor mit Kirche und allem Drum und Dran. 2003 gelingt ihm das Comeback ins Musikbusiness. Wie es ist, jemanden zu treffen, der zwischen der Pastoren- und der Popstarrolle wechselt, beschreibt im Blog der SZ anlässlich des 65. Geburtstags Johannes Waechter.

Für Zeit Online widmet sich Rabea Weihser einem guten alten Bekannten, den man irgendwie aus den Augen verloren hatte: dem Musikclip. Das Musikvideo, so die Kernthese, sei nie lebendiger gewesen. Dazu liefert Weihser eine Auswahl sehenswerter Clips sowie ein Interview mit dem Clip-Regisseur Uwe Flade.

Die musikbasierte Dating-Seite Tastebuds.fm fand heraus, dass die Wahrscheinlichkeit, beim ersten Date mit einem Coldplay-Fan im Bett zu landen, ziemlich gering ist. Die heben sich das nämlich gerne auf, mindestens bis zum zweiten Treffen. Heiß her geht es dagegen bei Hörern von Nirvana, Metallica oder Linkin Park. Mehr beim NME.

Wenn Du es auch willst: Einer Reunion der Kinks scheint nichts mehr im Wege zu stehen. Vor zwei Wochen erklärte Ray Davies, er habe Lust, die Band wiederzubeleben – sofern sein Bruder Dave auch Lust habe. Jetzt ließ auch Dave verlauten, er könne sich eine Zusammenarbeit vorstellen. 1996 trennten sich die Kinks, seither kommunizieren die Brüder überwiegend durch die Presse. Das hat schon beinahe etwas Albernes. Der Guardian berichtet.

Er fühle sich sehr männlich, verrät David Byrne auf seiner Homepage. Warum? 2011 verwendete Charlie Christ, ehemaliger Governor von Florida, für seinen Wahlkampf unerlaubt den Song „Road To Nowhere“ von den Talking Heads. Das ließ sich Byrne nicht gefallen und klagte. Jetzt hat man eine außergerichtliche Einigung getroffen. Byrne erklärt seine Männlichkeit mit seinem unerschütterlichen Mut und seinem Geld: “It turns out I am one of the few artists who has the bucks and cojones to challenge such usage.“ Der Rest bei Pitchfork.

Okay, ganze Songs von Musikern sollte man also besser nicht verwenden. Zitieren ist da schon besser. Die US-amerikanische Kongressabgeordnete und Demokratin Donna Edwards zum Beispiel bediente sich ein paar Songzeilen aus „Effect And Cause“ der White Stripes, um sich an die anwesenden Republikaner zu wenden: „If you’re heading to the grave, you don’t blame the hearse.“ Die ganze Geschichte samt Video aus dem Kongresssaal gibt es beim NME.

Thomas Winkler rätselt für die Frankfurter Rundschau: „Was zum Teufel bedeutet bloß „DMD KIU LIT“?“ Das ist nämlich der Name des nunmehr vierten Albums der Gruppe Ja, Panik – und niemand weiß, was es mit dem Titel auf sich hat. Muss man auch gar nicht, findet Winkler heraus, denn das Rätselraten um die kluge Band sei doch viel schöner.

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Diskussionen

2 Kommentare
  1. posted by
    Presseschau 14.04.: Hört Ihr noch Schallplatten? : ByteFM Magazin
    Apr 14, 2011 Reply

    […] wir gestern berichteten, erwacht das Musikvideo in Zeiten des interaktiven Netzes zu ganz neuem Leben. Auch der Fotograf […]

  2. posted by
    Zwei neue Musikvideos von PJ Harvey : ByteFM Magazin
    Apr 14, 2011 Reply

    […] wir gestern berichteten, erwacht das Musikvideo in Zeiten des interaktiven Netzes zu ganz neuem Leben. Auch der Fotograf […]

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