David Byrne

David Byrne David Byrne (Foto: Jody Rogac)

David Byrne (14. Mai 1952 in Dumbarton in Großbritannien) ist ein schottisch-amerikanischer Musiker und Künstler. Als Sänger der Post-Punk-Ikonen Talking Heads hat er den popkulturellen Bildungskanon geprägt und sich später um die Vermittlung insbesondere brasilianischer Musik verdient gemacht. Byrne hat seit der Bandauflösung im Jahr 1989 diverse Soloplatten veröffentlicht und arbeitet in New York als Künstler und konzeptueller Fotograf. Er wurde für seine Filmmusikkompositionen mehrfach ausgezeichnet.

Als Kind zog David Byrne mit seinen Eltern an die amerikanische Ostküste, wo er vornehmlich in Baltimore aufwuchs. Am Maryland Institute College of Art traf er Chris Frantz und Tina Weymouth, mit denen er 1974 Talking Heads gründete, die zur intellektuelleren Varietät der New-Wave-Prototypen der New Yorker Boheme zählten. David Byrne kollaborierte später unter anderem mit Brian Eno, Fatboy Slim und St. Vincent.

Neben der Musik arbeitet David Byrne auch als visueller Künstler. ByteFM berichtete unter anderem über die 2018 erschienene Single „Everybody's Coming To My House", auf der auch jüngere Kollegen wie Sampha und Happa Isaiah Barr zu hören sind.

 

 



David Byrne im Programm von ByteFM:

Zum 70. Geburtstag: David Byrne in neun Songs

Von ByteFM Redaktion
(13.05.2022)
Vollen Blog-Beitrag lesen / Auszug:
Zum 70. Geburtstag: David Byrne in neun Songs
David Byrne wird 70 Jahre alt (Foto: Shervin Lainez) Eine der besten Live-Performances der Pop-Geschichte beginnt mit einem Paar weißer Turnschuhe und zwei grauen, schlecht sitzenden Anzughosenbeinen. Die zu dieser unvorteilhaften Klamotten-Kombination gehörende Hand stellt eine Jukebox auf den Boden. Der Beat setzt ein. Dann fährt die Kamera langsam nach oben und enthüllt die ganze Erscheinung dieses Menschen. Ein sehr dünner, seltsamer Mann mit Akustikgitarre. Der Anzug, eigentlich ein Symbol für professionelle, high-performende Männlichkeit, wirkt an ihm wie ein Schildkrötenpanzer, aus dem sein Kopf nervös nach außen späht. Und dann beginnt er zu singen, zu tanzen – und spätestens von diesem Moment an ist es unmöglich, den Blick abzuwenden. Der Song heißt „Psycho Killer“, der Name der Band ist Talking Heads und der Name dieser seltsamen Kreatur ist David Byrne. Diese legendäre Szene, die den Talking-Heads-Konzertfilm „Stop Making Sense“ eröffnet, zeigt den Musiker, Songwriter und Künstler David Byrne in seiner Essenz. Ein nervöses, außerirdisch wirkendes Wesen, das nebenbei auch noch einer der interessantesten Pop-Musiker seiner Zeit ist. Allein die Alben von Talking Heads sind eine Klasse für sich: Gemeinsam mit seinen drei Mitstreiter*innen Tina Weymouth, Jerry Harrison und Chris Frantz veröffentlichte der US-Amerikaner Jahr für Jahr eine großartige zappelige Post-Punk-und-Funk-Dystopie nach der anderen. Und auch als Solokünstler setzt sein ständig arbeitender Geist bis heute immer wieder großartige Ideen in die Welt. Am 14. Mai 2022 wird David Byrne 70 Jahre alt. Wir haben ihn in neun Songs porträtiert. // Dass es sich hier um eine Fassade handelt, sollte mittlerweile klar sein. Byrne singt mit seiner zittrigen Stimme in etwa so über Liebe wie ein Alien, das das Konzept nur auf abstrakter Ebene versteht: „When my love / Stands next to your love / I can't define love / When it's not love.“ „Love → Building On Fire“ ist ein vergifteter Blumenstrauß: Einerseits ein perfektes Stück Pop-Musik, andererseits eine perfide Dekonstruktion des kompletten Konzepts „Liebeslied“. Und das war für David Byrne und Talking Heads nur der Anfang. // Ein Liebespaar sitzt vor dem Fernseher. Das Programm langweilt sie. Sehr. Doch sie können nicht wegsehen. Bis ihnen eine entscheidende Idee kommt: Wenn das Fernsehprogramm so schrecklich ist, dann kann es ja nicht so schwer sein, das besser zu machen! Und so wird aus dem Normalo-Paar ein erfolgreiches Produzent*innen-Duo – die gemeinsame Arbeit macht sogar ihre Beziehung erfüllter! Das abschließende Fazit: „If your work isn't what you love, then something isn't right.“ Was sich wie eine motivierende, von neoliberalen Grindset-Mindset-Fanatikern geschriebene Fabel liest, ist die Handlung von „Found A Job“, einem Song vom zweiten Talking-Heads-Album „More Songs About Buildings And Food“. Musikalisch ist die mittlerweile durch Gitarrist Jerry Harrison zum Quartett mutierte Band viel abenteuerlustiger als auf der Debüt-Single und der Debüt-LP „77“, zusätzlich noch angespornt von ihrem neuen Produzenten Brian Eno. Doch dieser Song zeigt vor allem den großen Art-Pop-Satiriker David Byrne in absoluter Höchstform. // David Byrne konnte nicht nur das Liebeslied ad absurdum führen, sondern auch das Konzept „Glückliches Leben“ in Gänze. Und zwar in „Once In A Lifetime“, eine Single der vierten (und wahrscheinlich besten) Talking-Heads-LP „Remain In Light“. Es handelt sich wieder um so eine Mischung aus großem Pop und subversiver Avantgarde. Erstere kommt im Refrain ins Spiel: eine erhebende Melodie, quasi Musik gewordenes Endorphin. Letztere zeigt sich in Byrnes Performance: Seine Stimme klingt zum einen wie ein Priester und zum anderen wie ein verzweifelter Moderator einer Dauerwerbesendung, der sein Publikum auf Leben und Tod vom Abschalten abhalten muss. Mit dieser nervösen Dringlichkeit stellt er die großen Fragen des modernen Lebens: „How did I get here?“ „How do I work this?“ „Where is that large automobile?“ „My god, what have I done?“ // Ironie war – wie diese Liste zeigt – für den Songwriter David Byrne von Anfang an essentiell. Was passiert, wenn er die weglässt, zeigt der Song, der das fünfte Talking-Heads-Album „Speaking In Tongues“ abschließt: „This Must Be The Place“. Ein schonungslos unironisch wirkendes Stück Pop-Musik. Byrne singt plötzlich so über die Liebe, als wäre sie kein abstraktes Konzept oder kein kaptalistisches Produkt, sondern als würde er selbst daran glauben. Und das Ergebnis ist keineswegs kitschig. Dafür sorgen die minimalistische Instrumentierung und die fokussierte Performance. Das in Klammern gesetzte „Naive Melodie“ suggeriert, dass Byrne das alles vielleicht doch nicht so ernst meint. Das sollte angesichts der Perfektion dieses Lieds aber wahrscheinlich egal sein. // Einen solch spektakulären Konzertfilm wie „Stop Making Sense“ kann man als Künstler*in innerhalb einer Karriere vielleicht nur einmal erschaffen. David Byrne sollte dieses Kunststück sogar zweimal gelingen. Die Tour zu seinem (soliden, aber nicht spektakulären) 2018er Soloalbum „American Utopia“ konnte es auf jeden Fall in Sachen Ambition mit „Stop Making Sense“ aufnehmen: Die komplette Band spielte das Konzert im Stehen, mit mobilen Gitarren, Keys, Bass und auf mehrere Menschen verteilten Drums und Percussions. Warum im Stehen? Damit die Musiker*innen (Byrne inklusive) neben ihren instrumentalen Skills auch noch aufwändige Tanzchoreografien performen können. Das muss man sehen, um es zu glauben – glücklicherweise lieferte Spike Lee mit „American Utopia On Broadway“ eine sehr gute Filmversion dieser Tour. In diesem einzigartigen Euphorie-Sturm verwandeln sich auch die Songs des Ursprungsalbums wie „Everybody’s Coming To My House“ zu Hymnen. Übrigens – was trägt David Byrne auf der Bühne? Wieder einen grauen Anzug. Diesmal aber ganz ohne Schuhe.

Der mit der Lampe tanzt - zum 60. Geburtstag von David Byrne

Von christiantjaben
(14.05.2012)
Vollen Blog-Beitrag lesen / Auszug:
Der schottisch-amerikanische Musiker und Künstler David Byrne erforscht seit 35 Jahren die Neurosen der westlichen Gesellschaft und begegnet ihnen mit Ironie und afrikanischen Rhythmen. Als Sänger der Post-Punk Ikonen Talking Heads hat er den popkulturellen Bildungskanon einer ganzen Generation geprägt und sich anschließend um die Vermittlung insbesondere der brasilianischen Musik verdient gemacht. Byrne hat seit der Auflösung der Talking Heads 1989 diverse Soloplatten veröffentlicht und arbeitet in NewYork als Künstler und konzeptueller Fotograf. Zuletzt veröffentlichte er ein Buch mit Essays über das Fahrradfahren, eine Disco-Oper („Here Lies Love“) zusammen mit Fatboy Slim (und diversen namhafte Gastsängerinen), in der es um das Leben der Diktatoren-Gattin und Schuh-Fetischistin Imelda Marcos geht, sowie eine Live-Platte mit Caetano Veloso. Am 14. 05. feiert David Byrne seinen 60. Geburtstag. David Byrne wurde 1952 in Schottland geboren, um als Kind mit seinen Eltern an die amerikanische Ostküste zu ziehen, wo er vornehmlich in Baltimore aufwuchs. Anschließend ein Studium an der Rhode Island School Of Design und dem Maryland Institute College of Art. Dort trifft Byrne Chris Frantz und Tina Weymouth, mit denen er 1974 Talking Heads (zunächst als „The Artictics“) gründet. Die Band, als deren Sänger er heute noch bekannt ist, obwohl sie sich bereits 1989 aufgelöst hat. Neben der Musik arbeitet Byrne auch mit Photographie, Performance und Video Produktion, macht Kunst. Verstärkt um Jerry Harrison beginnt 1977 die Karriere von Talking Heads (ein “the“ gehörte nie zum Namen) als eine der aufregend neuen Bands der New Yorker Boheme, als Intellektuelle unter den New Wave Prototypen, als eine der Bands, die das CBGBs zur Legende machen. Auf „77“, dem Debut von Talking Heads befindet sich mit „Psycho Killer“ einer der Songs, die Byrne nie wieder losgelassen haben. // Waren die ersten beiden LPs musikalisch noch in Passagen verwandt mit Teenie-Pop und von fast schlichter Machart, tauchen 1979 komplexere Rhythmen, Sounds und Strukturen auf, die das vierte Album „Remain In Light“ durchgehend bestimmen und zum vielleicht vielschichtigsten Album der Band machen. 1980 erschienen, zeigt diese Platte ein erweitertes Spektrum. Afrikanische Polyrhythmik statt CBGBs-tauglicher Gradlinigkeit, vielschichtige Chorgesänge und Gesangsebenen statt des bisher einsamen Protagonisten Byrne und eine ganze Reihe von Mitmusikern und Instrumenten, statt der ursprünglichen Besetzung als Quartett. Die Songschreiber-Credits gelten zuerst David Byrne und Brian Eno und dann, der Legende nach nur auf Druck der anderen Bandmitglieder, auch Talking Heads. „Once In A Lifetime“ wird zur weiteren Hymne für eine Epoche und nichts ist geblieben vom unbeschwerten Pop der frühen Tage. // Die Platte, ein paranoid machender Brocken von Bedeutsamkeit und Basslines, Elektronik und Percussion, markiert einen Bruch, gefolgt von Soloprojekten der Talking Heads. Gerüchte von Trennung machen die Runde. Weymouth und Frantz gründen den Tom Tom Club, Harrison geht solo, Byrne vertont ein Tanztheaterstück für die Choreographin Twyla Tharp („The Catherine Wheel“), produziert die B-52s und Fun Boy Three und macht mit Brian Eno die sehr einflussreiche Platte „My Life In The Bush Of Ghosts“: „Gefundene“ Vocals (TV-Evangelisten, Teufelsaustreiber, arabische Popsänger) werden mit prä-digitaler Elektronik konfrontiert, bis heute ein Blueprint für Sampling Bastler. 1982 wird „The Name Of This Band Is Talking Heads“ veröffentlicht, eine Art „Best Of“ im Live-Format, zusammengestellt aus Konzertmitschnitten von den Anfängen bis zur aktuellen extended Besetzung. 1983 erscheint nach drei Jahren Studiopause überraschend doch ein fünftes Talking Heads Album: „Speaking In Tongues“. Brian Eno ist nicht mehr im Boot, dafür gibt es eine Erstauflage mit einem Robert Rauschenberg Cover und der Sound ist verhältnismäßig poppig. David Byrnes Texte wirken weniger disparat, eine neue Quasi-Normalität hält Einzug. // David Byrne hat zum Beispiel 1986 den Film „True Stories“ gedreht, 1987 für seinen Anteil an der Filmmusik zu Bernardo Bertoluccis „Der Letzte Kaiser“ neben Ryuichi Sakamoto einen Oscar bekommen und 1988 „Storytelling Giant“ produziert, eine Videokollektion der Talking Heads (Byrne hat mit seinen Videos MTV Pionierarbeit geleistet), versehen mit Interviews von „normalen“ Menschen über ihr Leben. Und er hat 1988 sein Label Luaka Bop gegründet. Der Film „True Stories“ mit John Goodman ist eine absurd-visionäre Bestandaufnahme amerikanischer Lebensart, erzählt in Anekdoten und Liedern aus und über ein Kaff in Texas. Wer je ein Pandemonium der Achtziger braucht, das sich nicht in hippen Retro-Betrachtungen wiederfindet, kann hier fündig werden. Nebenbei führt Regisseur und Autor Byrne, der selbst im Film als entrückter Kommentator Cowboyhut bewappnet direkt in die Kamera spricht, per eingebautem Videoclip sein Konzept von Culture Jamming ein und schafft es, bei allem Witz und aller Satire Sympathie für seine Protagonisten zu erzeugen, so schräg sie auch sein mögen. // David Byrne dreht aber lieber eine Dokumentation über afro-brasilianische Religion („Ile Aiye - The House Of Life“ von 1989). Er heiratet, wird Vater einer Tochter und nimmt sich wieder rein künstlerischen Arbeiten an. Zusätzlich zur Arbeit als Labelmacher veröffentlicht er in der Zeit nach den Talking Heads bis heute Solo-Alben, 2008 auch wieder eine Zusammenarbeit mit Bria Eno („Everything That Happens Will Happen Today“). Daneben kommen Ausstellungen, Installationen und Künstlerbücher. Mal geht es bei Byrnes Kunst und Büchern um „Sacred Objects“ (1993), mal um das Thema Motivations-Selbsthilfe und Werbung („Your Action World“ 1998), dann um „The New Sins“ (2001, unter anderem Hoffnung, Schönheit und Sinn für Humor) oder um das Microsoft Power Point Programm („Envisioning Emotional Epistemologic Information“, 2003). // ByteFM gratuliert David Byrne zu 60. Geburtstag. Christian Tjabens School Of Rock zu David Byrne ist im Archiv für Freunde von ByteFM zugänglich.

Was ist Musik

Baby, baby, baby, where did our fear go? Jonathan Lethem und die Talking Heads, Part II.

(31.08.2014 / 19:00 Uhr)
Volle Sendungsbeschreibung lesen / Auszug:
The Name Of This Band Is Talking Heads. Das ist der mit doppeltem Boden selbstreferenzielle Titel eines Live-Albums der späten Talking Heads. Der Name war Talking Heads, nicht David Byrne Band. Diese Erkenntnis bestätigt „Fear Of Music – ein Album anstelle meines Kopfes“, das neue Buch von Jonathan Lethem. Lethem erzählt vom 15-jährigen Jonathan, der 1979 in New York City eine Stimme aus dem Radio hört: »Talking Heads have a new album. It’s called Fear Of Music.« Die Stimme gehört David Byrne, dem Songwriter, Sänger und Kopf der Heads. Fear Of Music erwischt Lethem in einer Übergangsphase. Er wird vom Jungen zum Mann und erwischt auch die Talking Heads in einer Übergangsphase. Mit ihrem dritten Album wächst die Band aus dem New Yorker Clubformat heraus, »This ain ́t no Mudd Club, no CBGBs« lautet die berühmte Zeile aus »Life During Wartime«. Gleichzeitig wächst Byrne aus dem Bandformat heraus, seine Zweifel an der Kunstform Rock führen zu einer Expansion der Band, Brian Eno gibt als Produzent von Fear Of Music den fünften Talking Head, weitere werden folgen. Kurze Zeit später startet Byrne mit Eno sein erstes Projekt außerhalb der Band, My Life In The Bush Of Ghosts. So gesehen hat Lethem Recht, wenn er Fear Of Music als das letzte Band-Album der Talking Heads bezeichnet. Es folgt die Afro-Funkifizierung mit Remain In Light, dafür rekrutiert Byrne Bernie Worrell von Funkadelic/Parliament und Nona Hendryx als zweite Stimme. Aus einem Manhattan-Quartett wird ein von David Byrne kuratiertes Projekt mit wechselnden Programmen und Protagonisten. Aus heutiger Sicht liegt es nahe, hier den Anfang vom Ende zu sehen, das Ende der Talking Heads als Band und das Ende von David Byrne als erratisch sprechendem Kopf dieser Band. Lethem liebt Byrne und Band zu sehr, um sich so einer Verfallsgeschichte hinzugeben. All die Filme, die Bücher, Theater mit Robert Wilson, die Erschließung Brasiliens für den amerikanischen Popmarkt, die Soloplatten, das ganze Byrne-Œuvre sei ja schön und gut, so Lethem, »but baby, baby, baby, where did our fear go?« Und er will keine »fearless fear«, mit dieser Bemerkung erledigt er nebenbei die kommerziell erfolgreiche Spätphase, quasi die Band-eigene Postmoderne, für die exemplarisch der Hit steht: »We’re On The Road To Nowhere«. Klar kapriziert sich der Autor Lethem auf den Autor Byrne, er textet über Texte, aber er kriegt auch in einem Satz den Bogen von The Velvet Underground zu KC & The Sunshine Band, erzählt Wissenswertes über die Atemtechnik von Diana Ross und Impotenzmetaphern bei Blind Willie McTell und Randy Newman. Und er hat Soul genug, um eine O.V.-Wright-Spur im sonic space der Talking Heads zu wittern. Diesen sonic space hat nicht Byrne erfunden, er ist das Resultat einer Gruppenarbeit: »You can feel the bass player’s feet on the floor«, schreibt Lethem. Bass player ist Tina Weymouth, deren Anteil am sonic space der Talking Heads hier zu kurz kommt, zumal sie mit ihrem Nebenprojekt ein paar Beiträge zum sonic space HipHop NYC geleistet hat, um die David Byrne sie beneiden müsste. Es war ihr Tom Tom Club, der den »Genius Of Love« in die Welt gesetzt hat, und mit »Wordy Rappinghood« die Mutter aller Schreibmaschinen-Sample-Hits. Der Name der Band war Talking Heads, nicht David Byrne Band. Das verliert Lethem manchmal aus dem Blick. Dann wieder erkennt er beim noch jungen Sänger der Talking Heads die kommenden Probleme des gereiften Solokünstlers David Byrne. »Once in a while, the singer’s psycho-killer-one-man-theater makes too much a cartoon …«

Was ist Musik

Baby, baby, baby, where did our fear go? Jonathan Lethem und die Talking Heads

(03.08.2014 / 19:00 Uhr)
Volle Sendungsbeschreibung lesen / Auszug:
The Name Of This Band Is Talking Heads. Das ist der mit doppeltem Boden selbstreferenzielle Titel eines Live-Albums der späten Talking Heads. Der Name war Talking Heads, nicht David Byrne Band. Diese Erkenntnis bestätigt „Fear Of Music – ein Album anstelle meines Kopfes“, das neue Buch von Jonathan Lethem. Lethem erzählt vom 15-jährigen Jonathan, der 1979 in New York City eine Stimme aus dem Radio hört: »Talking Heads have a new album. It’s called Fear Of Music.« Die Stimme gehört David Byrne, dem Songwriter, Sänger und Kopf der Heads. Fear Of Music erwischt Lethem in einer Übergangsphase. Er wird vom Jungen zum Mann und erwischt auch die Talking Heads in einer Übergangsphase. Mit ihrem dritten Album wächst die Band aus dem New Yorker Clubformat heraus, »This ain ́t no Mudd Club, no CBGBs« lautet die berühmte Zeile aus »Life During Wartime«. Gleichzeitig wächst Byrne aus dem Bandformat heraus, seine Zweifel an der Kunstform Rock führen zu einer Expansion der Band, Brian Eno gibt als Produzent von Fear Of Music den fünften Talking Head, weitere werden folgen. Kurze Zeit später startet Byrne mit Eno sein erstes Projekt außerhalb der Band, My Life In The Bush Of Ghosts. So gesehen hat Lethem Recht, wenn er Fear Of Music als das letzte Band-Album der Talking Heads bezeichnet. Es folgt die Afro-Funkifizierung mit Remain In Light, dafür rekrutiert Byrne Bernie Worrell von Funkadelic/Parliament und Nona Hendryx als zweite Stimme. Aus einem Manhattan-Quartett wird ein von David Byrne kuratiertes Projekt mit wechselnden Programmen und Protagonisten. Aus heutiger Sicht liegt es nahe, hier den Anfang vom Ende zu sehen, das Ende der Talking Heads als Band und das Ende von David Byrne als erratisch sprechendem Kopf dieser Band. Lethem liebt Byrne und Band zu sehr, um sich so einer Verfallsgeschichte hinzugeben. All die Filme, die Bücher, Theater mit Robert Wilson, die Erschließung Brasiliens für den amerikanischen Popmarkt, die Soloplatten, das ganze Byrne-Œuvre sei ja schön und gut, so Lethem, »but baby, baby, baby, where did our fear go?« Und er will keine »fearless fear«, mit dieser Bemerkung erledigt er nebenbei die kommerziell erfolgreiche Spätphase, quasi die Band-eigene Postmoderne, für die exemplarisch der Hit steht: »We’re On The Road To Nowhere«. Klar kapriziert sich der Autor Lethem auf den Autor Byrne, er textet über Texte, aber er kriegt auch in einem Satz den Bogen von The Velvet Underground zu KC & The Sunshine Band, erzählt Wissenswertes über die Atemtechnik von Diana Ross und Impotenzmetaphern bei Blind Willie McTell und Randy Newman. Und er hat Soul genug, um eine O.V.-Wright-Spur im sonic space der Talking Heads zu wittern. Diesen sonic space hat nicht Byrne erfunden, er ist das Resultat einer Gruppenarbeit: »You can feel the bass player’s feet on the floor«, schreibt Lethem. Bass player ist Tina Weymouth, deren Anteil am sonic space der Talking Heads hier zu kurz kommt, zumal sie mit ihrem Nebenprojekt ein paar Beiträge zum sonic space HipHop NYC geleistet hat, um die David Byrne sie beneiden müsste. Es war ihr Tom Tom Club, der den »Genius Of Love« in die Welt gesetzt hat, und mit »Wordy Rappinghood« die Mutter aller Schreibmaschinen-Sample-Hits. Der Name der Band war Talking Heads, nicht David Byrne Band. Das verliert Lethem manchmal aus dem Blick. Dann wieder erkennt er beim noch jungen Sänger der Talking Heads die kommenden Probleme des gereiften Solokünstlers David Byrne. »Once in a while, the singer’s psycho-killer-one-man-theater makes too much a cartoon …«

David Byrne - „American Utopia“ (Rezension)

Von Marius Magaard
(08.03.2018)
Vollen Blog-Beitrag lesen / Auszug:
David Byrne - „American Utopia“ (Rezension)
David Byrne - „American Utopia“ (Nonesuch) // „And as things fell apart / Nobody paid much attention“, sang David Byrne einst im Jahr 1988. Die Zeile stammt aus „Nothing But Flowers“, einer der letzten Singles seiner alten, bahnbrechenden Band Talking Heads. Die menschliche Indifferenz gegenüber der Katastrophe beschäftigte den US-amerikanischen Art-Pop-Neurotiker bereits, als Ronald Reagan noch Präsident seines Landes war. Jetzt, 30 Jahre später, gibt es einen neuen, beunruhigenden Herrscher im Weißen Haus – und eine sehr ähnliche Zeile von David Byrne: „The judge was all hungover when the president took the stand / So he didn’t really notice when things got out of hand.” Dieser Satz stammt aus dem Song „Dog‘s Mind“, dem moralischen Epizentrum seines neuen Albums „American Utopia“. Es ist ein überladenes, chaotisches Portrait seines Heimatlandes geworden – und ein faszinierender Einblick in das Hirn eines großen Pop-Genies.

David Byrne – „Independence Day“

Von ByteFM Redaktion
(04.07.2019)
Vollen Blog-Beitrag lesen / Auszug:
David Byrne – „Independence Day“
David Byrne (Foto: Chris Buck) // 4. Juli 1776: Unabhängigkeit der USA. Von Beginn an, wie jeder Staat, voller Widersprüche. Der Einfluss auf die globale Popkultur aber ist deutlich größer als sonstwo. Auch, weil das Land auf Einwanderung begründet ist und fast alle denkbaren kulturellen Hintergründe aufeinandertreffen. Musikalische Innovation wird seit dem 20. Jahrhundert oft genau dadurch befeuert. Rock, Jazz und HipHop konnten nur dort entstehen. New York gilt als Symbol des kulturellen „Schmelztiegels“. David Byrne, Ikone der Stadt, sucht seit den 1980ern zunehmend nach Einflüssen abseits europäischer und US-amerikanischer Traditionen. Beim Album „Rei Momo“ waren das 1989 lateinamerikanische Genres, so ist zum Beispiel der Song „Independence Day“ eine Cumbia. Ein Unabhängigkeitssong, der sich wünscht, dass geografische Herkunft egal ist.

David Byrne: neuer Song „Everybody's Coming To My House“

Von ByteFM Redaktion
(09.01.2018)
Vollen Blog-Beitrag lesen / Auszug:
David Byrne: neuer Song „Everybody's Coming To My House“
Wünschte manchmal, er wäre eine Kamera: Der große Pop-Querdenker David Byrne Der große Pop-Querdenker David Byrne hat einen neuen Song veröffentlicht. „I wish I was a camera“ singt er in der ersten, sehr byrnesken Zeile von „Everybody‘s Coming To My House“ und klingt dabei als wären keine 30 Jahre seit dem letzten Talking-Heads-Album „Naked“ vergangen. // Am 3. März wird David Byrne dann die Tour beginnen, die er kürzlich noch seine „aufwändigsten Konzerte seit ‚Stop Making Sense‘“ genannt hatte. Ein Konzert im deutschsprachigen Raum ist bisher jedoch nicht geplant. „American Utopia“ erscheint am 9. März auf Todo Mundo und Nonesuch Records.

School Of Rock

David Byrne wird 60

(13.05.2012 / 18:00 Uhr)
Volle Sendungsbeschreibung lesen / Auszug:
School Of Rock - David Byrne wird 60
Der schottisch-amerikanische Musiker und Künstler David Byrne erforscht seit 35 Jahren die Neurosen der westlichen Gesellschaft und begegnet ihnen mit Ironie und afrikanischen Rhythmen. Als Sänger der Post-Punk Ikonen Talking Heads hat er den popkulturellen Bildungskanon einer ganzen Generation geprägt und sich anschließend um die Vermittlung insbesondere der brasilianischen Musik verdient gemacht. Byrne hat seit der Auflösung der Talking Heads 1989 diverse Soloplatten veröffentlicht und arbeitet in NewYork als Künstler und konzeptueller Fotograf. Zuletzt veröffentlichte er ein Buch mit Essays über das Fahrradfahren, eine Disco-Oper („Here Lies Love“) zusammen mit Fatboy Slim (und diversen namhafte Gastsängerinen), in der es um das Leben der Diktatoren-Gattin und Schuh-Fetischistin Imelda Marcos geht, sowie eine Live-Platte mit Caetano Veloso. Am 14. 05. feiert David Byrne seinen 60. Geburtstag – die School Of Rock gratuliert dazu.

Talking Heads – „Speaking In Tongues“ (Album der Woche)

Von ByteFM Redaktion
(08.01.2024)
Vollen Blog-Beitrag lesen / Auszug:
Talking Heads – „Speaking In Tongues“ (Album der Woche)
Gelöst erschienen die frisch wiedervereinten Talking Heads 1983 auf „Speaking In Tongues“. Zumindest in einem der New Yorker Band zuträglichen Maß. Denn plötzlich einem tiefenentspannten David Byrne zuzuhören, wäre vielleicht etwas seltsam gewesen. Schließlich gehörte dessen verklemmt-stressige Aura seit dem Debütalbum „Talking Heads: 77“ zur Band-Handschrift. Genauso seine prägnanten, zwar nicht willkürlichen, aber ungeordneten Texte. Oder der „eckige“, verstockte Funk seines Gitarrenspiels. Doch Talking Heads waren nie allein Byrnes Baby, sondern eine kollektive Unternehmung. Dass oft einen anderer Eindruck entstand, trug zu den Spannungen vor der vorübergehenden Bandauflösung bei. So war für „Remain In Light“ (1980), ihre dritte von Brian Eno produzierte LP, vereinbart, Bandmitglieder und Produzenten alphabetisch als Songautor*innen aufzulisten. Schließlich prägte der Beitrag von Bassistin Tina Weymouth und Drummer Chris Frantz die LP maßgeblich, wie schon die aus kollektiven Jams collagierte Vorgängerin „Fear Of Music“. Doch als die Platte erschien, hieß es dort: „All songs written by David Byrne & Brian Eno“. Dazu hatte Byrne vermutlich Brian Eno überredet, mit dem er zu der Zeit eng zusammenarbeitete. Auf die steigenden Spannungen nach Jahren kreativer Sternstunden reagierte die Band vernünftig, indem die Mitglieder voneinander Abstand nahmen. Vielleicht ging die Krise auch mit einem kreativen Burnout – zumindest als Kollektiv – einher. So sagte Weymouth: „Wir haben so viele Jahre damit verbracht, originell zu sein, dass wir nicht mehr wissen, wie man originell ist.“ Nicht nur Byrne nutzte die Zeit kreativ, indem er mit Eno das Avantgarde-Album „My Life In The Bush Of Ghosts“ aufnahm. Fast erschien es, als würden sogar alle Mitglieder noch einmal neu aufblühen. Jerry Harrison etwa veröffentlichte sein Solodebüt „The Red And The Black“, unter anderem mit der Sängerin Nona Hendryx und dem Parliament-Funkadelic-Keyboarder Bernie Worrell. Beide sollten sich 1983 auch im erweiterten Talking-Heads-Line-up wiederfinden.

School Of Rock

Repetitorium zum 65.: David Byrne wird 60 (2012)

(04.06.2017 / 11:00 Uhr)
Volle Sendungsbeschreibung lesen / Auszug:
Die School Of Rock macht Semesterferien, darum holen wir heute nochmal die Lektion zum 60. Geburtstag von David Byrne nach. Der ist dieses Jahr zwar nun schon 65 geworden und hat in der Zwischenzeit nochmal Neues veröffentlicht, doch seinen verpflichtend zu lernenden Beitrag zum essenziellen Lehrstoff der Musikgeschichte hat er ohnehin vor allem in den Jahren mit den Talking Heads veröffentlicht. Von daher: Ohren auf beim School Of Rock Repetitorium!


„Remain In Light“: Das Art-Funk-Meisterwerk von Talking Heads wird 40

Von ByteFM Redaktion
(08.10.2020)
Vollen Blog-Beitrag lesen / Auszug:
„Remain In Light“: Das Art-Funk-Meisterwerk von Talking Heads wird 40
Anfang des Jahres 1980 waren Talking Heads eigentlich keine Band mehr. Soviel lässt Schlagzeuger Chris Frantz in seiner kürzlich erschienenen Autobiografie „Remain In Love“ durchblicken. Im Dezember 1979 beendete die US-amerikanische Art-Rock-Band ihre Europa-Tour zu „Fear Of Music“, ihrem im August erschienenen dritten Album. In Russland fragte ein Journalist Frantz und Bassistin Tina Weymouth, was sie nun für die Zukunft planten, jetzt, wo Sänger David Byrne die Band verlassen hat. Davon wussten Frantz und Weymouth nichts. Der nicht besonders umgängliche Sänger und Gitarrist hatte seinen Ausstieg aus der Band nur der Presse verkündet. Aber nicht seinen Mitmusiker*innen. // Als die Band das Studio verließ, war es mit der Magie schnell wieder vorbei. Talking Heads und Brian Eno einigten sich eigentlich gemeinsam auf gleichmäßig verteilte Credits. Auf dem Album stand am Ende, nicht ganz überraschend: „All songs written by David Byrne and Brian Eno.“ Es gleicht einem Wunder, dass diese Band noch weitere zehn Jahre existieren konnte. Sie sollte noch viele Höhepunkte erreichen: Ihr kommerziell erfolgreiches Nachfolgealbum „Speaking In Tongues“, der legendäre Konzertfilm „Stop Making Sense“. Besser als auf „Remain In Light“ klangen sie nie.

Savage Music

Moon Songs #3
mit Jon Savage

(06.09.2009 / 23:00 Uhr)
Volle Sendungsbeschreibung lesen / Auszug:
Savage Music - Moon Songs #3mit Jon Savage
Noch mehr Lunatics in der dritten Folge der Moonsongs, Mondsüchtige Charismatiker wie Brian Eno, David Byrne und David Bowie. Der große Mondmelancholiker Nick Drake, dazu ein Moonshake mit Can. Am Ende geht der Mond über Vermont unter. Aber los geht's mit Moondog.

Was ist Musik

When I see the glory I ain’t gotta worry – RIP Tom Verlaine

(30.01.2023 / 21:00 Uhr)
Volle Sendungsbeschreibung lesen / Auszug:
Der „neue David“ ist David Byrne, und „Tom“ ist natürlich Verlaine. Sie waren meine Zwillingsgipfel. Mir zeigen, wie man sich als nervöser Einundzwanzigjähriger kleidet und benimmt, der versucht, so intensiv, interessant und poetisch wie möglich zu handeln und auszusehen. (Überprüfen Sie jedes Foto von mir von 1978 bis 1987 auf Beweise.)

„Heaven“: neue Doppelsingle von Soft People (Songpremiere)

Von ByteFM Redaktion
(25.02.2021)
Vollen Blog-Beitrag lesen / Auszug:
„Heaven“: neue Doppelsingle von Soft People (Songpremiere)
Das kalifornische Indie-Pop-Duo Soft People bringt mit „Heaven“ eine neue Doppel-Single raus. Darauf verarbeitet die Band Werke von zwei ihrer Lieblingskünstler, nämlich David Lynch und David Byrne (Talking Heads). Caleb Nichols und John Metz haben sich dafür Unterstützung von Noah Kwid (Dirt Dress) geholt, der das Artwork beigesteuert hat.

誕生日に心からのお祝いの言葉 坂本龍一 (Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag Ryuichi Sakamoto)

Von christiantjaben
(17.01.2012)
Vollen Blog-Beitrag lesen / Auszug:
Als der Musikstudent Ryuichi Sakamoto 1970 an der Universität Tokyo die dortigen Synthsizer für sich entdeckte, begann eine musikalische Karriere, die ihn seit 1978 zu einem der profilertesten Musiker der Welt gemacht hat: Von den frühen Soloalben und seiner Arbeit mit dem Yellow Magic Orchestra über 80er Jahre Hochglanz-Weltmusik und den Oscar-prämierten Soundtrack zu Bernado Bertoluccis Film „The Last Emperor“ (und viele viele andere Filmscores, u.a. zu Filmen von Pedro Almodovar, Brian De Palma, Nagisa Oshima und John Maybury), über die Musik zur Eröffnung der Olympischen Spiele von Barcelona, 1992 und Arbeiten mit Musikern wie David Sylvian, Thomas Dolby, David Byrne, Iggy Pop, Sly&Robbie, Bill Laswell, Bill Frisell, Arto Lindsay, Towa Tei und Youssou N’Dour bis zu seinen experimentellen Platten, die er in den letzten Jahren mit Künstlern wie Carsten Nicolai alias Alva Noto oder Christian Fennesz aufgenommen hat.

ByteFM Magazin

Ben Harper, Hauschka, David Byrne und Julia Shapiro

(28.10.2019 / 15:00 Uhr)
Volle Sendungsbeschreibung lesen / Auszug:
Bob Marley kann man getrost ‚inspirierend‘ nennen. Das fand auch der 9-jährige Ben Harper als er einem Konzert von Marley beiwohnte. Ben Harper wird heute 50 Jahre alt und hat seinen eigenen musikalischen Fußabdruck hinterlassen.

School Of Rock

St. Vincent (2007-2024)

(11.04.2024 / 17:00 Uhr)
Volle Sendungsbeschreibung lesen / Auszug:
School Of Rock - St. Vincent (2007-2024)
Mit ihrer eigenen Musik hat sich Clark einen Sonderstatus als eine der eigenwilligsten und aufregendsten Künstler*innen ihrer Generation erarbeitet, der ihr Vergleiche mit Kate Bush und David Bowie einbrachte. Sie hat mit David Byrne ein gemeinsames Album aufgenommen, mit Künstler*innen wie Sleater-Kinney, Kid Cudi, Bon Iver, Paul McCartney, Beck, Sufjan Stevens, Chemical Brothers, Gorillaz, Polyphonic Spree und Swans gearbeitet.

Avantgarde-Domino: „Now In Motion“ von William Doyle

Von ByteFM Redaktion
(03.02.2024)
Vollen Blog-Beitrag lesen / Auszug:
Avantgarde-Domino: „Now In Motion“ von William Doyle
Schon seit seinem 2009er Debüt „Born In The USB“ bewegt sich Doyle zwischen Ambient und zu unterschiedlichen Graden experimentellem Avantgarde-Pop. Brian Eno und David Byrne sind im Kontext mit Doyle häufig zitierte Einflüsse, aber auch David Sylvian (mit oder ohne Japan) und Talk Talk lassen sich als Vergleiche heranziehen. Während die ersten beiden Vorabsingles zwischen Jazz, Minimalelektronik und theatralischem Art-Pop oszillierten, ist unser Track des Tages die straighteste Nummer. Unter Post-Punk-Gitarren und New-Wave-Kühle tickt hier ein stoisches Krautrock-Uhrwerk. Bis sich alles dramatisch aufbauscht. Für Doyle ist der Song der „Klang von Dominosteinen, die zu kippen beginnen. Eine Kettenreaktion, die ausgelöst wurde und nicht mehr rückgängig gemacht werden kann. Eine Sache hat zur nächsten geführt und jetzt steckst Du knietief mittendrin.“

ByteFM Magazin

am Morgen mit Norman Müller

(09.01.2018 / 10:00 Uhr)
Volle Sendungsbeschreibung lesen / Auszug:
Mit dabei ist neue Musik von David Byrne, Eminem, Franz Ferdinand, ein gerade veröffentlichtes Demo von dem David-Bowie-Evergreen "Let's Dance" und natürlich auch ein Song aus unserem Album der Woche von The Green Child.

Elektro-Pop-Pionier Ryuichi Sakamoto ist gestorben

Von ByteFM Redaktion
(03.04.2023)
Vollen Blog-Beitrag lesen / Auszug:
Elektro-Pop-Pionier Ryuichi Sakamoto ist gestorben
Einem internationalen Publikum wurde Sakamoto allerdings eher durch Filmkompositionen ein Begriff. 1983 komponierte er seine erste Filmmusik für den Film „Merry Christmas, Mr. Lawrence“, in dem er an der Seite von David Bowie auch selbst in als Schauspieler zu sehen ist. Gemeinsam mit David Byrne gewann er 1988 einen Oscar für die Arbeit am Soundtrack zum 1987er Monumentalfilm „The Last Emperor“ (deutsche Fassung: „Der letzte Kaiser“). Im Januar 2023 war mit „12“ das letzte Soloalbum Sakamotos erschienen.

25.05.: Unfassbar

Von ByteFM Redaktion
(25.05.2010)
Vollen Blog-Beitrag lesen / Auszug:
David Byrne ist sauer: Weil der Gouverneur Floridas den Talking Heads-Klassiker "Road To Nowhere" ungefragt für eine Kampagne nutzte, will Byrne ihn nun auf satte 1 Millionen US-Dollar verklagen, berichtet Billboard.com. Dabei ginge es ihm nicht um Politik, sonder um "copyright and about the fact that it does imply that I would have licensed it and endorsed him and whatever he stands for."

ByteFM Magazin

am Morgen mit Juliane Reil

(14.05.2012 / 10:00 Uhr)
Volle Sendungsbeschreibung lesen / Auszug:
Was geht heute morgen so im Magazin? So dies und das. Düt und dat, wie der Norddeutsche sagt. Da wäre z.B. das neue Album der Woche, das von der Düsseldorfer Band Fehlfarben kommt. David Byrne, der Sänger und Gitarrist der Talking Heads, wird 60 Jahre alt. Konzerte, Tourdaten und ein Kessel Buntes von Jethro Tull über David Bowie bis Tenacious D. Rock Your Socks!

Ausloten

Tense Past

(04.01.2024 / 17:00 Uhr)
Volle Sendungsbeschreibung lesen / Auszug:
Ausloten - Tense Past
Mit Circulatory System, The Bear Quartet, Taylor Swift, David Byrne, einem kurzen Proust-Feature von Liz Remter und vielen mehr.

Presseschau 13.04.: Was soll das?

Von ByteFM Redaktion
(13.04.2011)
Vollen Blog-Beitrag lesen / Auszug:
Er fühle sich sehr männlich, verrät David Byrne auf seiner Homepage. Warum? 2011 verwendete Charlie Christ, ehemaliger Governor von Florida, für seinen Wahlkampf unerlaubt den Song "Road To Nowhere" von den Talking Heads. Das ließ sich Byrne nicht gefallen und klagte. Jetzt hat man eine außergerichtliche Einigung getroffen. Byrne erklärt seine Männlichkeit mit seinem unerschütterlichen Mut und seinem Geld: “It turns out I am one of the few artists who has the bucks and cojones to challenge such usage.“ Der Rest bei Pitchfork.

Audiobooks - „Astro Tough“ (Album der Woche)

Von ByteFM Redaktion
(04.10.2021)
Vollen Blog-Beitrag lesen / Auszug:
Audiobooks - „Astro Tough“ (Album der Woche)
Um die musikalische Vita von David Wrench zusammenzufassen, braucht man einen langen Atem. Also wortwörtlich. Hier eine kurze Liste an Künstler*innen, mit denen der walisische Produzent und Mischer bisher zusammengearbeitet hat: The xx, David Byrne, Manic Street Preachers, Goldfrapp, Glass Animals, Hot Chip, Four Tet, Bat For Lashes, Georgia, Jungle, Young Fathers. Und das sind längst nicht alle. Wenn eine LP im vergangenen Jahrzehnt besonders wegweisend war, gibt es eine große Chance, dass Wrench involviert war, von Caribous „Swim“ über FKA Twigs‘ „LP1“ bis zu Frank Oceans „Blonde“.

17.06.: Jugend ist Trunkenheit ohne Wein

Von ByteFM Redaktion
(17.06.2010)
Vollen Blog-Beitrag lesen / Auszug:
Etwas vor hat auch David Sitek von TV On The Radio. Er arbeitet gerade nämlich an seinem Solo-Debüt, das er unter dem Namen Maximum Balloon veröffentlichen wird. Auf dem Album werden so prominente Gäste wie Karen O, Theophilus London, David Byrne, Yukimi Nagano und auch seine Bandkollegen Tunde Adebimpe und Kyp Malone zu hören sein, schreibt der Guardian. Laut Sitek wird es ein Album voller "songs [with a] mission to just drift off. Who knows where they'll land. Hopefully, the dancefloor, or the farmer's market." Man darf also gespannt sein auf das Werk, das am 24. August veröffentlicht werden soll.

School Of Rock

Zum 65.: Arto Lindsay 1978 - …

(03.06.2018 / 11:00 Uhr)
Volle Sendungsbeschreibung lesen / Auszug:
Von den Anfängen mit der No-Wave-Band D.N.A. über seine Platten mit Lounge Lizards, Golden Palominos und Ambitious Lovers bis zu den Solowerken der letzten Jahrzehnte. Musik von und mit Musikern wie John Lurie, Anton Fier, Bill Laswell, John Zorn, David Moss, Melvin Gibbs, Peter Scherer, Fred Frith, Bill Frisell, Ryuichi Sakamoto und vielen mehr, von Lindsays Produktionen für brasilianische MusikerInnen wie Marisa Monte, Caetano Veloso oder Tom Zé und der Zusammenarbeit mit KünstlerInnen wie Laurie Anderson, Brian Eno und David Byrne ganz zu schweigen.

Was ist Musik

100 Jahre Dada im Pop

(07.02.2016 / 19:00 Uhr)
Volle Sendungsbeschreibung lesen / Auszug:
Definitiv Dada ist „Da Da Da“ von Trio. Wie überhaupt die späten Siebziger und frühen Achtziger mit den Genialen Dilletanten und der Neuen Deutschen Welle gerne als Blüte des Dada-Pop gelesen werden, Bands wie S.Y.P.H., Palais Schaumburg, Der Plan oder Die Tödliche Doris. Jörg Heiser ist nicht überzeugt. Der Chefredakteur der Kunstzeitschrift Frieze d/e hat gerade „Doppelleben – Kunst und Popmusik“ veröffentlicht, da taucht das D-Wort auf sechshundert Seiten ganze sechs Mal auf. “Die Genealogie von Dada im Pop der Achtziger Jahre ist vordergründig vielleicht naheliegend, aber so direkt ist die Verbindung nicht,“ sagt Heiser. „Nehmen wir `Grünes Winkelkanu´ von Palais Schaumburg. Holger Hiller, der Texter und Sänger, hat sich meines Erachtens mehr an der Cut Up-Technik von William S.Burroughs orientiert als an Ball oder Schwitters. Die Einflüsse von Dada wirken eher indirekt in die Gegenwart. Historisch zeichnet Dada aus, was Hugo Ball 1916 im Cabaret Voltaire gemacht hat: sich auf eine Bühne stellen und schwer zuzuordnende Laute von sich geben. Die Lautgedichte verlagern den Akzent von Botschaft und Sinn auf die Performance desjenigen, der auf der Bühne steht, sich blamiert, sich über sich selbst lustig macht und damit zugleich über die Anwesenden.“ Diese indirekte Wirkung zeigt sich in den Statements zweier Protagonisten der Neuen Deutschen Welle. Holger Hiller: „Über Dada habe ich einiges gelesen, nachdem viele meinten, ich sei dadurch beeinflusst. Ich las Interviews mit Marcel Duchamp, den ich immer ganz sympathisch fand. Dabei blieben einige seiner Sätze bei mir hängen. `Geschmack ist eine Gewohnheit´. `Der kreative Akt wird nicht nur vom Künstler geschaffen. Die Außenwelt fügt ihren Beitrag hinzu.´“ Genau so funktioniert Pop: kontingent, in der Interaktion, im Club, in der Performance. Die Außenwelt fügt ihren Beitrag hinzu. Ähnlich wie Hiller sieht das Moritz Reichelt, der mit Der Plan Songs über skurrile Haushaltsunfälle schuf. Und „Da vorne steht `ne Ampel“, einen lustigen Aufruf zu zivilem Ungehorsam: “Warum nicht bei Rot geh´n? Warum nicht bei Grün steh´n?“ Der Ampel-Song unterläuft die binäre BRD-Logik seiner Zeit und veralbert gleichermaßen deutschen Kadavergehorsam wie linkes Rebellenpathos, das noch den läppischsten Regelverstoß zum politischen Akt hochjuxt. „Dada war für Der Plan keine explizite Quelle“, sagt Reichelt. „Wir haben uns als Surrealisten bezeichnet. Allerdings ist der Unterschied nicht so groß. In beiden Strömungen geht es darum, die Sprache oder bildliche Festlegungen auseinanderzunehmen und wieder neu zusammenzusetzen.“ Reichelt erwähnt auch David Byrne. „Sein Titel `Stop Making Sense´ klingt ja wie das reinste Dada-Manifest.“

Neue Platten: Fujiya & Miyagi - "Ventriloquizzing"

Von Christa Herdering
(31.01.2011)
Vollen Blog-Beitrag lesen / Auszug:
Was? Ein „Ventriloquist“ ist ein Bauchredner, einer, der einer von ihm geschaffenen Puppe eine Stimme und damit sowas wie eine Identität schenkt. Auch über Musik von Fujiya & Miyagi wurde schon einiges gesagt und gemeint, z.B. Dinge wie „a strange hybrid of James Brown on Valium and Wire gone pop“ oder „Serge Gainsbourg with a PhD in electronics backed by David Byrne's Eno-produced scratchy guitar mixed by MF Doom“. Dabei sind die wirklichen Konstanten in ihrer Musik einfach beschrieben: Elektro (vor allem der 70er), Funk, Kraut(rock) und nicht zuletzt – Pop. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.