Shabazz Palaces – „Quazarz: Born On A Gangster Star“ und „Quazarz vs. The Jealous Machines“ (Album der Woche)

Cover der Alben Quazarz vs. The Jealous Machines und Quazarz: Born On A Gangster Star von Shabazz PalacesShabazz Palaces – „Quazarz vs. The Jealous Machines“ und „Quazarz: Born On A Gangster Star“ (Sub Pop)

Wenn die Welt nicht mehr zu retten ist, muss man den Blick in andere Sphären wenden. Das machen Shabazz Palaces auf ihren neuen Alben, die zusammen im Doppelpack erscheinen. Der Star auf „Quazarz: Born On A Gangster Star“ und „Quazarz vs. The Jealous Machines“ ist – wie es die Titel vermuten lassen – das Alien Quazarz. Ishmael Butler, bei dem HipHop-Duo für Texte, Raps und Gesang zuständig, schlüpft in die Haut von diesem Wesen und stellt den Kontakt zur Erde her. Es könnte verheerende Folgen haben, denn wenn in Quazarz das steckt, was sein Name verspricht, handelt es sich um ein gewaltiges schwarzes Loch. Andererseits: Wenn der ganze Planet dem Untergang geweiht, warum nicht etwas dunkle Materie hinbringen?

Vor allem, wenn sie so smooth und verführerisch klingt, wie die Sounds auf „Quazarz: Born On A Gangster Star“ und „Quazarz vs. The Jealous Machines“. Multiinstrumentalist Tendai „Baba“ Maraire, die andere Hälfte des Projekts aus Seattle, hat hierfür tief in die Synthesizer-Truhe gelangt. Besonders „Quazarz vs. The Jealous Machines“ wartet mit allerlei hypnotischen Instrumentals auf. Songs wie „Self-Made Follownaire“ und „Love In The Time Of Kanye“ gleiten zwischen P-Funk und spaciger Electronica umher – durch Sphären, die vorher nur von Airs „Moon Safari“ und Parliaments „Mothership Connection“ gestreift worden sind.

Und das klingt alles ganz schön deep: Egal ob Vocals, Melodie oder Bass – Shabazz Palaces arbeiten auf diesen Alben nur im Niedrigfrequenzbereich. Da fährt der Puls automatisch runter und die Augen orientieren sich neu. Wenn sie sich an das Schillern der Dunkelheit gewöhnt haben, können sie vor Entzückung glänzen. Zum Beispiel bei der Symbiose von symphonischen Samples und geladenem Flow in „Shine A Light“. Oder im pumpenden Track „Moon Whip Quäz“ mit einem vielstimmigen Vocoder-Chor, der von einem knarzendem Synthie-Bass angetrieben wird.

„The story belongs to Quazarz, but the air and darkness belong to us“ – wenn alles in Schutt und Asche liegt, haben wir immerhin noch Luft und wohlige Dunkelheit. Shabazz Palaces stellen uns mit ihrem „Quazarz“-Doppelalbum bereits den Soundtrack und haben eine Message: Auch im lichtlosen Raum kann’s wohlig-psychedelisch zugehen, nur keine Angst.

Veröffentlichung: 14. Juli 2017
Label: Sub Pop

Shabazz Palaces live, präsentiert von ByteFM:

23.10.17 Berlin – Gretchen

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