David Bowie wäre 70 geworden

Foto von David BowieIm Januar gibt es gleich mehrere David-Bowie-Jubiläen zu feiern. (Foto: Presse)

Obwohl 2016 in der Rückschau als das Jahr der sterbenden Musiklegenden gilt, scheint jedoch insbesondere um David Bowie keine Ruhe einzukehren. Am 8. Januar 2017 wäre David Robert Jones, besser bekannt als David Bowie, 70 Jahre alt geworden. Wie prägend sein künstlerisches Schaffen für die Popmusik war, zeigte sich nach seinem Tod am 10. Januar 2016 eindrucksvoll in Form der weltweiten Anteilnahme, nicht nur zu seinem ehemaligen Wohnhaus in Berlin-Schöneberg pilgerten zahlreiche Fans. Mit seinen 26 Solo-Veröffentlichungen, einer Vielzahl musikalischer Kooperationen und etlichen Filmen zählt Bowies Werk zu den umfangreichsten und einflussreichsten der Popgeschichte. Der in Brixton, Südlondon geborene Musiker und Schauspieler nahm vor allem auch eine Vorreiterrolle im Bereich der Bühnenperformance und des Spiels mit Geschlechteridentitäten ein.

Nun, fast genau ein Jahr nach seinem Tod, ist und bleibt Bowie weiterhin Thema. So plant etwa die BBC anlässlich seines 70. Geburtstags die Ausstrahlung der Dokumentation „David Bowie: The Last Five Years“, die sich ausführlich mit seinen letzten Lebensjahren, seinem Musical-Projekt „Lazarus“ und seinem letzten Album „Blackstar“ beschäftigt, das zwei Tage vor seinem Tod erschienen ist. Von der Kritik gelobt, vom Mythos begleitet, landete Bowie damit einen letzten Coup. Das sahen nicht nur unsere Hörerinnen und Hörer so, die „Blackstar“ zu ihrem Album des Jahres wählten, auch der Plattenindustrie bescherte es ein Rekordjahr: „Blackstar“ war die meistverkaufte Vinyl-LP und landete sowohl in Großbritannien als auch in Deutschland mit großem Vorsprung an der Spitze der offiziellen Jahrescharts.

Dass „Blackstar“ Bowies letzter Release war, stimmt jedoch nur halb, denn im Herbst 2016 wurde posthum eine Kollektion mit dem Titel „Who Can I Be Now“ veröffentlicht. Sie umfasst seine Schaffensperiode von 1974 bis 1976, in der auch das Album „The Gouster“ entstanden ist, von dem bereits Songs bekannt waren, das aber in Gänze bisher unveröffentlicht war. Auch deshalb, weil Bowie seinerzeit das Interesse an den Aufnahmen, die von Funk und Soul beeinflusst waren, verloren hatte. Der große Cut wurde schließlich mit dem Umzug von Los Angeles nach West-Berlin im Jahr 1976 eingeleitet, wo er unter anderem bei Edgar Froese von Tangerine Dream wohnte und den schönen Schein der US-Millionenmetropole gegen den rauen Underground der geteilten Hauptstadt eintauschte.

In Bowies Berliner Phase entstanden von 1977 bis 1979 einige seiner wichtigsten Alben: „Low“, „Heroes“ und „Lodger“. Ersteres wurde am 14. Januar 1977 – genau vor 40 Jahren – veröffentlicht und markiert einen stilistischen Wandel in Bowies musikalischem Schaffen: Wo sich der Musiker auf dem Vorgängeralbum „Station To Station“ noch dem Funk hingab, war „Low“ deutlich von Krautrock und düsteren Soundexperimenten geprägt. Verantwortlich dafür war vor allem die Zusammenarbeit mit Roxy Music-Mastermind und Ambient-Pionier Brian Eno. Eine der bekanntesten Anekdoten über das Album ist bis heute die, dass sich eine junge Band aus Manchester nach einem der Songs auf „Low“, nämlich „Warszawa“, benannt hat. Sie sollte ihren Namen später in Joy Divison ändern.

Mehr zum Album „Low“ und seinem Einfluss hört Ihr am 8. Januar um 19 Uhr in einer neuen Ausgabe von Was ist Musik mit Klaus Walter.

David Bowies 70. Geburtstag am 8. Januar, sowie sein erster Todestag am 10. Januar werden in der kommenden Woche am Montag und Freitag im ByteFM Magazin Thema sein.

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