Isolation Berlin – „Und Aus Den Wolken Tropft Die Zeit“ (Album der Woche)

Cover des Albums Und Aus Den Wolken Tropft Die Zeit von Isolation BerlinVeröffentlichung: 19. Februar 2016
Web: Isolation Berlin bei Facebook
Label: Staatsakt

Die 80er sind vorbei, die 90er sind vorbei, die 2000er-Euphorie auch – trotzdem schreibt sich eine Band das Wort „Berlin“ in den Namen. Und koppelt es dann noch mit „Isolation“, hochgezogenen Mauern. Kann das zeitgemäß sein? Sitzen hier ein paar Typen der Nostalgie des aufregenden West-Berlins vergangener Jahrzehnte auf und mühen sich an dem Sound von damals ab? Nein, Isolation Berlin fallen eher in die Kategorie von Jungs, die Gitarrenpop spielen. In der Richtung kann man schnell auf lauwarme, uninspirierte Pfade fallen. Nicht mit Isolation Berlin – die ziehen in ihren Bann zwischen Schwermut und Gefühlswahn.

So dahingerotzt wie die Band über geplatzte Illusionen singt, könnte man meinen, die Mitglieder haben als Kinder statt traditioneller Schlaflieder Songs von den Lassie Singers und Die Regierung gehört. Bei der Nonchalance, mit der hier Schwärmereien in Lieder verpackt werden, muss man sich glatt an die Lovesongs von Manfred Krug erinnern. Sänger Tobias Bamborschke singt oft mit schwerer Zunge, verschluckt hier und da was, haut die Wörter langsam raus über gar nicht müde Gitarren. So tropft die Großstadtpoesie Stück für Stück ins Ohr, malt Szenen von Melancholie in Häuserecken und Bildern der Verflossenen an der Dartscheibe.

Auf „Und Aus Den Wolken Tropft Die Zeit“ beobachtet die Band aus der Hauptstadt ihre Stadt abwechselnd in Zeitlupe und rasantem Tempo, geht an ihr unter und zieht sich wieder rauf. Das tut sie in bittersüßen Balladen wie „Schlachtensee“, in aufs Herz drückenden Trinker- und Seemannsliedern wie „Der Garten Deiner Seele“ und „Herz Aus Stein“, in draufgängerischen, holprigen Songs wie „Wahn“. Isolation Berlin haben ihre eigene Palette von Gitarrenmusik, sie wechseln ganz lässig zwischen Chanson, Rock ’n’ Roll und Funk, und klingen dabei immer nach sich selbst.

Das mag nicht zuletzt an den Texten liegen, die das Auf und Ab der Emotionen in einleuchtenden Momentaufnahmen verpacken, sich der nicht so leichten deutschen Sprache ganz hervorragend annehmen. Mehr davon!

Unter allen Freunden von ByteFM verlosen wir einige Exemplare des Albums. Wer gewinnen möchte, schreibt eine E-Mail mit dem Betreff „Isolation Berlin“ und seiner/ihrer vollständigen Postanschrift an radio@byte.fm.

Isolation Berlin live, präsentiert von ByteFM:

19.02.16 Berlin – Feierhalle
28.02.16 München – Akademie der Bildenden Künste
30.03.16 Leipzig – Moritzbastei
31.03.16 Rostock – Peter-Weiss-Haus
01.04.16 Hamburg – Molotow
02.04.16 Münster – Gleis 22
03.04.16 Hannover – Faust
04.04.16 Rees – Haldern Pop Bar
05.04.16 Wiesbaden – Schlachthof
06.04.16 Nürnberg – MUZclub
07.04.16 Coburg – Sonderbar
08.04.16 Karlsruhe – KOHI
09.04.16 Stuttgart – Goldmarks
10.04.16 München – Feierwerk
11.04.16 Gießen – MuK
12.04.16 Bremen – Lagerhaus
13.04.16 Oldenburg – umBAUbar
14.04.16 Bielefeld – Nr. z. P.
15.04.16 Düsseldorf – zakk
16.04.16 Essen – Hotel Shanghai
23.04.16 Berlin – Bi Nuu
28.04.16 Dresden – Ost-Pol
29.04.16 Jena – Kassablanca
30.04.16 Chemnitz – Nikola-Tesla
04.05.16 Zittau – Emil
05.05.16 Wien (A) – Rhiz
06.05.16 Innsbruck (A) – Weekender
07.05.16 St. Pölten (A) – Cinema Paradiso
26.05.16 Flensburg – Kühlhaus
28.05.16 Potsdam – Waschhaus

Unser Album der Woche – mit freundlicher Unterstützung von Raumfeld.

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