Neue Platten: Addison Groove – "Transistor Rhythm"

(50 Weapons)(50 Weapons)

5,4

Der Dubstep-Produzent Antony Williams alias Headhunter veröffentlicht im März 2012 unter seinem neuen Pseudonym Addison Groove sein Debütalbum „Transistor Rhythm“. Der gebürtige Bristoler begann früh als DJ und legte vorwiegend Grime auf. Davon ist heute nicht allzu viel übrig geblieben. Ab 2007 versorgte er die Clubs rund um den Globus mit seinem Dubstepsound. Die Songs auf seinem ersten Album als Headhunter, „Nomad“, das 2008 auf Tempa erschien, entstanden alle an anderen Orten der Welt. Diese Einflüsse waren auf dem Erstlingswerk stark hörbar, auch auf dem Debüt von Addison Groove taucht dieser Facettenreichtum wieder auf.

Als 2010 die Single „Footcrab“ erschien, schlug das hohe Wellen. Nicht nur in Dubstep-Kreisen – vor allem die neu entstandene Chicagoer Jukekultur feierte den Track. Dieser Tage ist es also nun so weit und das Debütalbum kommt heraus. „Transistor Rhythm“ trägt den Namen nicht umsonst. Ein Transistor verstärkt elektronische Signale, und genau das passiert auf diesem Album.

Man sollte sich um seine Gesundheit sorgen, wenn man seinen Körper diesen starken Bässen aussetzt, die Addison Groove einem vor den Kopf schmeißt. Das Album wird komplett durchzogen von tiefen Basslinien und wenig Gesang. Wenn dieser mal vorhanden ist, dann werden die paar Worte auch im ganzen Song wiederholt. Vereinzelt treten Technobeats („Sooperlooper“) und Steeldrums („Rudeboy“) auf, die dem Fluss des Albums eine gewisse Milde verschaffen und einen Kontrast zum ewig deepen Bassgewirr bilden. Auch afrikanische Klänge („Night To Remember“) werden angeschlagen, allerdings wird das gemischt mit Old-School-HipHop. Kurz relaxen kann man auch („Energy Flash Back“), aber wirklich nur sehr kurz, bis es dann weiter geht im Bassdschungel. Einen Hauch Deep House gibt’s dann noch obendrauf, um mit der Zeit zu gehen („Ass Jazz“).

„Transistor Rhythm“ ist ein Konglomerat aus Dub, HipHop und Juke. Ob das Album in den eigenen vier Wänden ebenfalls funktioniert, bleibt fraglich. Clubtauglich ist diese Mischung allemal. Schließlich wird das Album auf 50 Weapons veröffentlicht, dem Label von Modeselektor – keine schlechte Ausgangssituation.

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Diskussionen

1 Kommentar
  1. posted by
    desmond denker
    Apr 4, 2012 Reply

    Ihr byteFMler macht leider Eure hausaufgaben schlampig. Juke ist alles andere als neu, gibts schon seit circa 12 Jahren, hat bloß in der alten welt niemand mitbekommen. wahrscheinlich juckt es da auch herzlich wenige, ob UK-producer diesen sound immer mehr übernehmen, folglich wird „footcrap“ in Chicago kaum jemand wahrgenommen haben. was man hier aber hätte erwähnen können, ist das der US-Amerikaner SpankRock mehrfach auf dem Album gefeatured wird und die Vielzahl der „dirty lyrics“ jedem Miami-Bass release Konkurrenz macht. das Album ist allerdings ziemlich öde.

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