Sendungen

Sortiert nach Genres
Alphabetische Darstellung
0
A
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
P
R
S
T
U
V
W
Z

Was ist Musik

Sonne, Mond und Sterne

ByteFM: Was ist Musik vom 09.09.2012

Ausgabe vom 09.09.2012: Sonne, Mond und Sterne

Sonne, Mond und Sterne. Wälder, Gärten, Seen. Sturm. Straßen, Brücken, Wolkenkratzer. – Unter Beobachtung: erste und zweite Natur.

„Gärtnern ist besser als Sport. Ein Garten befreit und beflügelt.
Er will Pflege und Zuwendung, ist lehrreich und voller Überraschungen.
Der Garten ist Draußen und er ist Drinnen.“ Gudrun Gut
Mr.Perry, wie sahen die Wolken aus, als sie noch jung waren? Fragt Gudrun Gut den alten Upsetter auf dem gemeinsamen Album von The Orb und Lee Scratch Perry. Vom Mond über fallenden Blättern in der Uckermark handelt das neue Album der Malaria- und Monika-Gründerin, es heißt „Wildlife“ und auf dem Cover steht Gudrun Gut mit Gummisteifeln im Garten. „Das Weder-Noch-Licht morgens um sechs“ und „Vom Schrank stürzender Mauersegler“ – so lauten die Coverinschriften auf Christian Löfflers Album „A Forest“. Die Deutschen und der Wald, eine nicht immer glückliche Liebesgeschichte: mit Gas durch den Königsforst? Waldgeschichten mit Pole? „Land Observations“ ist der Name eines neuen Projekts von James Brooks, einst bei der Band Appliance. Auf seinem Debütalbum widmet er sich der Beobachtung römischer Straßen. Dem Testbildgucken widmen sich die Young Marble Giants. Dem Sonnenuntergang The XX. Von Hafenbrücken, Wolkenkratzern und von „Neighbors and Township“ handelt „Runner“, das neue Album von The Sea And Cake, die haben das Wasser schon im Namen. Joe South gab sich den Süden als Namen und spielte mit Dylan. „Tempest“ heißt dessen neues Album. Sturm. Ohne Artikel.
„Wer so gegen den Sog von Virtuosität und Kompetenz anrennt, wer den Fehler zum Prinzip seiner Kreativität macht, hat Not: immer noch Sturm. Dylan legt Wert auf die Artikellosigkeit und deswegen Un-Shakespearehaftigkeit des Albumtitels; das allein ist vielleicht kein Grund, nun gleich an Peter Handke zu denken, doch dessen „Immer noch“ wäre eine gute Auslegung der Artikellosigkeit des Sturms bei Dylan.“ (Knut Wenzel in der FAZ)
Knut Wenzel ist Professor für Dogmatik und Fundamentaltheologie an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Von ihm erschien 2011 „Hobo Pilgrim: Bob Dylans Reise durch die Nacht“.


„Im Zentrum des Albums steht das fast viertelstündige Titelstück, in dem er den Untergang der Titanic erzählt. Ohne Refrain steuert er das Schiff in 45 stoischen, bildreichen und schicksalsschweren Versen dem Verderben zu. Am Ende hat „der Schnitter 1600 erledigt, die Guten und die Bösen, die Reichen und die Armen, die Bezauberndsten und die Besten“. Es hilft kein Leo DiCaprio und auch die Offenbarung nicht, denn, so Dylans Folgerung nach jahrzehntelanger Auseinandersetzung mit den Religionen, Gottes Gericht bleibt unergründlich.
Doch so beeindruckend Dylans Wortmacht auch ist, man könnte dieses Epos auch als Argument gegen die dauernde olympische Erhebung in der Dylan-Rezeption benutzen. Im Vergleich zu anderen Langstrecken, von „Desolation Row“ bis zu „Highlands“ fehlt aber nicht nur die brillante, absurde Unschärfe seiner besten Raps.
Vor allem klingt die Shantymelodie, in die er es verpackt, seltsam uninspiriert. In den letzten 15 Jahren – und immerhin auch in seiner ersten großen Wandlung vom Protest-Folker zum Rocker – betonte er großartig die schäbige Seite seiner künstlerischen Herkunft. Den popkulturellen Reichtum seiner Arbeit sollte man nicht leichtfertig an die Klassikersehnsucht der literarischen Nobelpreiskultur verschenken. „Da ich mich nicht zu dir hinaufarbeiten kann, musst du dich wohl früher oder später zu mir herunterarbeiten“ singt er hier cool im Refrain von „Narrow Way“. Das Herzstück dieses natürlich dennoch schönen Albums suggeriert dagegen eher die umgekehrte Richtung. Aber zumindest mir ist er als Bluesmann lieber.“ (Markus Schneider in der FR)

Kommentare

(Noch keine Kommentare)
Eingeloggte "Freunde von ByteFM" können Kommentare hinterlassen.

Playlist

1.  Pole / Lurch
Waldgeschichten / Scape
2.  The Orb & Lee Scratch Perry / Golden Clouds
The Orbserver In The Star House / Cooking Vinyl
3.  The Orb & Lee Scratch Perry / Golden Clouds (Youths Gigantic Dreadnaught Dubmix)
Golden Clouds / Cooking Vinyl
4.  Gudrun Gut / Protecting My Wildlife
Wildlife / Monika
5.  Gudrun Gut / Garten (Modern Gardening Mix Von Jörg Burger)
Garten / Monika
6.  Mohn / Ebertplatz (Terranova Mix)
Ebertplatz / Kompakt
7.  Gas / Königsforst
Königsforst / Kompakt
8.  Christian Löffler / A Forest
A Forest / Ki-Records
9.  Land Observations / Appian Way
Roman Roads IV-XI / Mute
10.  Tom Verlaine / Those Harbor Lights
Warm And Cool / Rough Trade
11.  The Sea And Cake / Harbor Bridges
Runner / Thrill Jockey
12.  Durrutti Column / Self Portrait
Fac Dance 02 / Strut
13.  Young Marble Giants / Wurlitzer Jukebox
Colossal Youth / Les Disques Crepuscule
14.  Young Marble Giants / The Clock
Colossal Youth / Les Disques Crepuscule
15.  The XX / Sunset
Coexist / XL
16.  Bob Dylan / Tempest
Tempest / Tempest
17.  Joe South / These Are Not My People
Introspect / See For Miles
18.  Bryan Ferry / Walk A Mile In My Shoes
Another Time, Another Place / Island
19.  Bob Dylan / Leopard Skin Pill Box Hat
Blonde On Blonde / CBS
20.  Pet Shop Boys / Requiem In Denim And Leopard Skin
Elysium / EMI