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Was ist Musik Lebendigste Zigarettenfabrik – Adieu Kristof Schreuf

ByteFM: Was ist Musik vom 14.11.2022

Ausgabe vom 14.11.2022: Lebendigste Zigarettenfabrik – Adieu Kristof Schreuf

“Ein Bourgeois With Guitar singt My Generation (Scarborough Fair).

Eine Zigarettenfabrik hätte nicht ausgereicht und mir fehlen die Worte; Adieu Kristof.“ Schreibt Myriam Brüger. Kristof Schreuf ist tot. Für viele ein Schock. Nachrufe, Erinnerungen, zwei davon stellvertretend hier unten. Die Musik seiner Bands Kolossale Jugend und "Brüllen", seine einsame Soloplatte – toll. Aber dann war noch das, was Jens Friebe schrieb: „Das kann doch nicht wahr sein! in jedem Raum, in dem er war, war er mit Abstand der Lebendigste. Jetzt ist er tot. Das ist zum Heulen. Bye bye Kristof. Rest in pop!“  

Im Dezember 2011 war Kristof mit seinem Musikerfreund und Produzenten Tobias Levin zu Gast bei Was ist Musik. Die Sendung dauerte damals noch zwei Stunden. Die beiden kamen mit einer Plattenkiste ins Studio, bestimmt 60, 80 Alben, Maxis, Singles. Am Ende hatten wir gerade mal dreizehn Songs gespielt und lebendigst geredet. Kristof konnte so lebendig und begeistert (und begeisternd) über Musik reden, wie kaum andere (Tobias ist darin auch nicht schlecht). Statt einen weiteren Nachruf zu senden möchte ich heute Auszüge aus dieser Sendung spielen. Für C. & P.

Nikola Duric: „Ungebügelte Hemden und seine Bessenheit von AC/DC. Ich dachte Kristof Schreuf würde mich immer begleiten und über mich wachen. Jetzt sind die Hemden leer, aber hoffentlich schaut er ab und zu nach uns, und grinst dann, wenn wir gerade etwas tolles versuchen.“

Tilman Rossmy, Die Regierung.

„Irgendwann sagte Thomas nach einer Regierungs Probe mal, da gibt's diese Band aus Hamburg, die sind besser als wir, Kolossale Jugend heissen die. Haben wir uns dann auch direkt in seiner Wohnung angehört. Alle fuhren auf die Texte vom Sänger Kristof Schreuf ab, ich hatte ehrlich gesagt keine Ahnung worum es da ging. Und dann kamen irgendwie Gerüchte zu uns, dass diese super angesagte Band auf uns stand, das war das erste mal, dass wir von einer anderen Band wahrgenommen und geschätzt wurden und führte on the long run dazu, dass wir uns Richtung Hamburg orientiert haben. Als ich dann 92 nach HH gezogen bin, traf ich in meiner ersten Nacht auf dem Kiez auch Kristof zusammen mit Walding, Bernadette und jeder Menge anderer Menschen, die in Bands spielten und ich erinnere mich wie aufrichtig sich Kristof darüber freute, dass ich nun in Hamburg war. Das hat ihn nicht davon abgehalten, das nächste Regierungs Album in der Spex ziemlich zu verreissen 😉 Jeder in Hamburg respektierte Kristof sehr. Vor allem stand er auf der Bühne wie ein Rockstar, irgendwie total überraschend, weil er ja im Gespräch und seinem Schreiben eher etwas intellektuell daherkam, da war diese natürliche selbstbewusste Lässigkeit, mehr Bon Scott als Distelmeyer, ich war schwer neidisch. Wenn ich jetzt von seinem Tod höre, bin ich einfach dankbar ... dass ich diese super Zeit in Hamburg erfahren durfte, hatte ganz viel mit Kristof Schreuf zu tun.“

Kommentare

machinist vor 2 Monaten
Musik, die ich verstehe, langweilt mich, Musik, die mich interessiert, verstehe ich nicht. WORD
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Playlist

1.  Brüllen / Laufe Blau
Schatzitude / Buback
2.  Kristof Schreuf / My Generation
Bourgeois With Guitar / Buback
3.  Kristof Schreuf / Ain’t Talking Bout Love
Bourgeois With Guitar / Buback
4.  New Order / Thieves Like Us
Thieves Like Us / Factory
5.  Kolossale Jugend / Bessere Zeiten
Heile Heile Boches / L´age d´or
6.  Kristof Schreuf / Bourgeois With Guitar
Bourgeois With Guitar / Buback