DIIV – „Is The Is Are“ (Album der Woche / Rezension)

Cover des Albums Is The Is Are von DIIVVeröffentlichung: 5. Februar 2016
Web: diivnyc.tumblr.com
Label: Captured Tracks

„Is The Is Are“ – das könnte eine existenzielle Frage sein, die sich dekonstruktionsbegeisterte Millenials heute stellen. Die Zeile stammt aus einem Gedicht, das ein Künstler schrieb, mit dem Zachary Cole Smith für das Cover zusammenarbeitete. Smith forderte ihn während der Kollaboration auf, 50 Gedichte voller Nonsens zu schreiben. Die vier Worte des Albumtitels schließen seinen Favoriten ab. Die Entstehung von „Is The Is Are“ geschah allerdings nicht auf gleiche Weise nach beliebigen Parametern, sondern mit Intuition und Geduld.

Smith und Band nahmen sich ganz bewusst mehrere Wochen Zeit zum Ausgestalten der Songs und hatten auch im Studio keine Eile. Manche Tage sollen ausschließlich für Gitarren-Feedback draufgegangen sein. Davon gibt es auch allerhand auf „Is The Is Are“. Die zweite Platte von DIIV aus New York ist gleich zum Doppelalbum geraten. Die 17 Stücke auf der Länge von einer Stunde und drei Minuten werden durch eine Atmosphäre zusammengehalten, die an Shoegaze und an britischen Wave-Pop der 80er-Jahre erinnert.

Weit hallende Gitarren arbeiten sich durch Moll-Schichten. Das Schlagzeug wird beladen mit Echo in den Hintergrund genommen. Beharrliche Basslines, sehnsuchtsvolle Gitarrenmelodien und die nebelverhangene Stimme von Smith rücken in den Fokus. Das durchgehende Hintergrund-Dröhnen vom Vorgänger „Oshin“ wurde gegen vielschichtigere Arrangements ausgetauscht. Die Stimmung unternimmt auf „Is The Is Are“ keine großen Schlenker, aber deren Ausführung kennt Abwechslung. Der Titeltrack wirft rasant Druck in die Waagschale. Dissonanzen, die an Sonic Youth erinnern, bringt „Mire (Grant’s Song)“ mit. Dream-Pop-Wolken lässt „Bent (Roi’s Song)“ aufsteigen.

Mit „Is The Is Are“ bleiben DIIV der in Dunst gehüllten Atmosphäre treu, die das Debüt verbreitete, ihrem Labyrinth aus Klangschichten. Sie strecken ihren Sound aber durch neue Filter und schaffen so ein rundes Album zwischen schweren Augenlidern, nokturner Euphorie und dem ein oder anderen Staub aufwirbelnden Lichtstreifen.

Unter allen Freunden von ByteFM verlosen wir einige Exemplare des Albums. Wer gewinnen möchte, schreibt eine E-Mail mit dem Betreff „DIIV“ und seiner/ihrer vollständigen Postanschrift an radio@byte.fm.

DIIV live, präsentiert von ByteFM:

30.03.16 Köln – Gebäude 9
31.03.16 Berlin – Lido
01.04.16 München – Feierwerk
10.04.16 Hamburg – Uebel & Gefährlich

Unser Album der Woche – mit freundlicher Unterstützung von Raumfeld.

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