Allah-Las – „Calico Review“ (Album der Woche)

Cover des Albums Calico Review von Allah-LasAllah-Las – „Calico Review“ (Mexican Summer)

Die Zuschreibung, mit großem Wohlbehagen das Gefühl von Kalifornien in den 60er-Jahren heraufzubeschwören, weisen Allah-Las gern zurück. Um das schlichte Kopieren eines alten Sounds würde es ihnen nicht gehen, das wäre alles originär und von heute. Doch das eine ist mit dem anderen ja vereinbar. Und so freuen wir uns, dass Allah-Las auch mit „Calico Review“ an ihrem unbeschwerten Stil festhalten.

Für die Aufnahmen an ihrem dritten Album hat die Band aus Los Angeles eine Zeitkapsel betreten – die 1979 geschlossenen Valentine Recording Studios. Dort liefen die neuen Songs ins selbe Mischpult, an dem die Beach Boys einst ihre legendären „Pet Sounds“ einspielten. Entsprechend strahlt „Calico Review“ einen sonnigen und genießerischen Vibe aus.

„Strange Heat“ ist der perfekte Opener und gibt die Stimmung der Platte vor – lässig gniedeln die Gitarristen Miles Michaud und Pedrum Siadatian hier wohlige Harmonien heraus. Dazu gesellen sich das leichte Schlagwerk von Matthew Correia, der Bass von Spencer Dunham und der Gesang erheben sich aus traumversunkenen Tiefen. Auch Songs wie „Mausoleum“ und „Warmed Kippers“ sagen: alles mit der Ruhe. Zwischen Slacker und Psychedelic Rock beschwören Allah-Las honig-gleiche, hypnotisierende Melodien.

Und auch wenn das Tempo mal angezogen wird – wie beim schunkeligen „200 South La Brea“ und „Could Be You“, das wie eine Hommage auf die Rock-’n’-Roll-Hymnen von The Velvet Underground klingt – die Ruhe verlässt die Band nicht. Mit „Calico Review“ spannen einem Allah-Las die metaphorische Hängematte auf, die zum spätsommerlichen Sinnieren einlädt.

Veröffentlichung: 9. September 2020
Label: Mexican Summer

Unser Album der Woche – mit freundlicher Unterstützung von Raumfeld.

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