ByteFM Akademie: Pop + Gender

Foto der kanadischen Künstlerin Peaches

Vorreiterin im popmusikalischen Gender-Diskurs: die kanadische Künstlerin Peaches (Foto: Magda Wosinska)

Pop + Gender ist das Thema der dritten ByteFM Akademie vom 5. bis 6. Oktober 2019. Erstmals findet unser Workshop auf Kampnagel statt. Wir freuen uns auf drei ReferentInnen in der ehemaligen Maschinenfabrik in Hamburg-Winterhude, die sich dem Thema auf unterschiedliche Weise annähern. Die drei Vorträge kommen von Sonja Eismann (Gründerin und Mitherausgeberin des Missy Magazine), Julia Lorenz (Autorin der taz) und von ByteFM Moderator Klaus Walter. Nach den Vorträgen könnt Ihr wie immer in der ByteFM Akademie mit den ReferentInnen diskutieren. Nach dem letzten Vortrag am Sonntag produzieren wir mit Euch als ModeratorInnen eine ByteFM Sendung mit Eurer Song-Auswahl zum Thema Pop + Gender.

Der Workshop findet am 5. und 6. Oktober in Hamburg statt. Die Teilnahme kostet 30 Euro. Die Plätze sind sehr begrenzt. Unten auf dieser Seite könnt Ihr Euch anmelden.

Pop + Gender

Gender-Themen fristeten lange ein Nischendasein im öffentlichen Diskurs. Popmusik und -kultur bildeten da in mancherlei Hinsicht eine Ausnahme. Doch selbst Punk- und Hippie-Kultur waren in Sachen „Gender-Toleranz“ nicht gerade fortschrittlich. Einige „Paradiesvögel“ wurden zwar akzeptiert, doch in der Regel sprach man auch im Pop noch nicht einmal über Homosexualität. Geschlechterrollen wurden kaum in Frage gestellt. Ein bisschen hat sich inzwischen getan. HipHop-MCs können heute offen schwul sein oder sich als nichtbinär begreifen, ohne dass ihre Karriere damit beendet wäre.

Eine rückwärtslaufende History Of Queer Pop

Foto von ByteFM Moderator Klaus Walter

Klaus Walter

Popkultur besteht zum Glück nicht nur aus einem konservativen Mainstream. Sie ist mit ihren Subkulturen immer auch ein Feld des Hinterfragens und der Subversion – manchmal erscheint sie sogar als Agentin des Wandels. Ein Ort, an dem Identitäten gesucht, hinterfragt und manchmal auch gefunden werden. Wer genau genug hinsieht, findet eine reiche Geschichte von Pop und Gender mit Diskontinuitäten und Brüchen. Diese Geschichte hat Auswirkungen bis heute – sie ist noch nicht einmal abgeschlossen. Klaus Walter spricht in seinem Vortrag über die Geschichte des Queer Pop. Und zwar rückwärts. Planningtorock, Peaches, Boy George, David Bowie, Little Richard und Marlene Dietrich sind da nur die offensichtlichsten Namen.

Die Entdeckung der Frauen. Eine Spurensuche

Foto der Journalistin Julia Lorenz

Julia Lorenz

Natürlich haben Frauen immer an der Entstehung von Popmusik und Popkultur mitgewirkt. Trotzdem wurden sie oft von der Geschichtsschreibung ignoriert und somit aus dem kollektiven Gedächtnis gelöscht. Im frühen Rock ’n‘ Roll etwa oder in der frühen elektronischen Musik. Für Frauen dauerte es in der Regel viel länger, sich über die Subkultur ihren Weg in den Mainstream zu bahnen. Sie blieben dabei immer als „die Anderen“ markiert. Die kalifornische Gruppe L7 zum Beispiel gilt bis heute als „Riot-Grrrl“-Band, obwohl die vier Frauen in Wirklichkeit nichts mit der entsprechenden Szene zu tun hatten und sicherlich unter „Grunge“ einsortiert worden wären, wenn die Musiker nicht Frauen wären. Julia Lorenz erzählt die Geschichte von vergessenen Frauen im Pop und wie das Radio geholfen hat, diese Art der Geschichtenerzählung zu stärken oder zu unterlaufen.

Popjournalismus + Gender

Foto Journalistin Sonja Eismann

Sonja Eismann

So wichtig wie die Frage, über wen berichtet wird, ist es, sich zu fragen, wer berichtet. Wer wählt Themen aus, wer spricht aus welcher Perspektive? Als Journalistin beschäftigt sich Sonja Eismann seit Jahrzehnten unter anderem mit diesen Themen. Und sie fragt weiter: Was ist die Rolle des Geschlechts von Schreibenden im Popjournalismus, bzw. inwiefern tauchten Frauen über die Jahrzehnte als Produzentinnen von Inhalten überhaupt auf? Wie wird über Geschlecht im Popjournalismus geschrieben? Und wie lässt sich die Teilhabe am Betrieb gerechter verteilen?

ByteFM Akademie – die Sendung

Nach den drei Vorträgen produzieren wir mit Euch eine Sendung mit Euren Songs, die sich mit Pop + Gender beschäftigen. Im Gespräch mit Ruben Jonas Schnell könnt Ihr die Stücke vorstellen. Vorher geben wir Euch ein paar Tipps, wie man eine kurze Moderation erstellt.

Die Teilnahme an der ByteFM Akademie kostet für das komplette Wochenende 30 Euro.

Der Workshop startet am Samstagvormittag um 11.30 Uhr und endet am Sonntag um 17 Uhr.

Die Plätze sind begrenzt. Meldet Euch schnell an. Sollte es mehr Anmeldungen als Plätze geben, gehen Mitglieder des Fördervereins „Freunde von ByteFM“ vor.

Wir freuen uns auf Euch!

Bild mit Text: Förderverein „Freunde von ByteFM“

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