Townes Van Zandt wäre heute 70 geworden

Townes Van ZandtTownes Van Zandt (Foto: townesvanzandt.com)

Townes Van Zandt wurde am 7. März 1944 in eine wohlhabende Familie geboren. Die Van Zandts waren damals seit Generationen im Ölgeschäft. Sein Vater Harris Williams Van Zandt war Anwalt und er hatte die Hoffnung, dass sein Sohn in seine Fußstapfen treten oder beim Militär aufsteigen würde. Zuerst sah es so aus, als hätte Townes Van Zandt eine gute Perspektive für eine derartige Karriere, er war ein überdurchschnittlich guter Schüler. Doch Townes Van Zandt litt schon als Teenager an Depressionen, was ihn an den Alkohol führte. Zeit seines Lebens war der Musiker schwer alkohol- und drogenabhängig. Ein gravierender Einschitt in Van Zandts Leben war eine Insulinschocktherapie, die seinem Gedächtnis einen langfristigen Schaden zufügte.

Trotz all dieser Widrigkeiten war Van Zandt ein brillanter Musiker. Größere Bekanntheit erlangte er jedoch erst nach seinem Tod. Musikerinnen und Musiker wie Bob Dylan, Laura Marling und Devendra Banhart nennen ihn als Inspiration. Mit 12 begann Van Zandt Gitarre zu spielen. Ein Auftritt von Elvis bei der Ed Sullivan Show liess bei ihm den Wunsch aufflammen, auch auf der Bühne zu stehen. Im Jahr 1965 spielte Van Zandt seine ersten Konzerte in Houston, wo er so renommierte Blues- und Countrymusiker wie Lightnin‘ Hopkins und Doc Watson kennenlernte. Sein Vater unterstützte den Musiker auf seinem Weg.

In den 70er Jahren veröffentlichte Van Zandt fünf Alben, doch der große Erfolg blieb aus. Während dieser Zeit lebte der Musiker zurückgezogen in einer kleinen Hütte in der Nähe von Nashville ohne fließend Wasser und Strom. Dennoch baute er sich mit seinem trockenen Humor und seinen melancholischen Songs nach und nach eine treue Fangemeinde auf. Sein Song „Pancho & Lefty“ landete 1981 auf Platz 1 der US-amerikanischen Countrycharts – jedoch nicht das Original, sondern die Coverversion von Emmylou Harris und Don Williams.

Auch in den frühen 90ern nahm Van Zandt weiterhin Musik auf und spielte Konzerte, obwohl seine Süchte ihre Spuren hinterlassen hatten. Steve Shelley, der Schlagzeuger von Sonic Youth, hatte vor, mit ihm ein Album aufzunehmen. Die Sessions dazu wurden nie vollendet. Townes Van Zandt erschien im Dezember 1996 alkoholisiert in Shelleys Studio. Wenige Wochen später starb er. In den ersten Stunden des Neujahrsmorgens 1997 versagte sein Herz.

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