VÖ: 13.01.2012
Web: „http://www.lauragibsonmusic.com/“
Label: City Slang
Trägt Laura Gibson etwas unter dieser Decke, die sie da auf dem Cover ihres neuen Albums „La Grande“ um sich schlingt? Das ist meiner Meinung nach eine durchaus berechtigte Frage (ich sage mit Absicht „berechtigt“, da ich mir selbst nicht ganz sicher bin, ob „angebracht“ hier … nun ja, angebracht wäre), da das zurzeit grassierende New Folk Movement (Fleet Foxes seien hier nur kurz als bekannteste Vertreter genannt), zu der man Frau Gibson gut und gerne zählen kann, doch teils starke Assoziationen zu ihren Hippievorläufern weckt – und die waren ja auch oft, mit Verlaub, nackig.
Sowieso scheint die Musikerin sehr naturverbunden zu sein: Das Album (ihr mittlerweile fünftes) wurde nach einem 13.000-Seelen-Kaff ungefähr fünf Autostunden entfernt von Frau Gibsons Homebase, Amerikas Hipster- und Hippie-Hochburg Portland, umgeben von Wäldern und Seen aufgenommen – ihr Arbeitsplatz war dabei ein alter Wohnwagen, den sie selbst zum Studio hergerichtet hat. Gibson selbst beschreibt „La Grande“ als einen Ort, durch den man normalerweise auf dem Weg irgendwo anders hin durchfährt, der dabei aber eine gewisse Anziehungskraft und Energie besitzt, eine Anziehungskraft, der sie selbst dann offenbar erlag.
Aus „La Grande“ ist dabei auch ein Album geworden, das an gewissen Stellen zum Bleiben und Verweilen fernab vom hektischen Stress des Alltags einlädt. Doch scheinbar paradoxerweise tut gerade das der Titeltrack nicht: Der Song „La Grande“ galoppiert nach vorne, bis er nach der Hälfte stolpert und der Beat Platz macht für einen Chor, der an die eingangs bereits erwähnten Fleet Foxes erinnert. Doch bevor man verschnaufen kann, geht’s auch schon weiter. Ein bisschen später hört man dann Bossa-Nova-Rhythmen, Highway-61-Revisited-Orgeln und wehleidige Slidegitarren. Ist nicht gerade progressiv heutzutage, aber durchaus nett anzuhören und man muss der Platte zugutehalten, dass nicht ein Filler zu finden ist; jeder Song hat seine Momente – ob „The Rushing Dark“ mit seiner Bei-Regen-zu-Hause-sitzen-Atmosphäre oder „Milk-Heavy, Pollen-Eyed“, in dem sie die Schönheit der Schwere langer Beziehungen besingt, in denen man einfach nicht anders kann, als immer wieder zum Partner zu finden.
Abschließend möchte ich dann hier eine klare Kaufempfehlung für „La Grande“ aussprechen – vor allem für die Menschen, die die Musik von Joanna Newsom mögen, aber mit ihrer Mausstimme nicht klarkommen.
Das ByteFM Album der Woche – mit freundlicher Unterstützung von Panasonic.
Jeden Tag von Montag bis Freitag spielen wir im ByteFM Magazin zwischen 10 und 12 Uhr einen Song aus unserem Album der Woche. Ebenso im ByteFM Magazin am Nachmittag von Montag bis Samstag zwischen 15 und 17 Uhr und im ByteFM Magazin am Abend, montags bis freitags ab 19 Uhr. Die ausführliche Hörprobe folgt am Freitag ab 13 Uhr in Neuland, der Sendung mit den neuen Platten.
Laura Gibson – La Grande by cityslang
Label: City Slang | Kaufen
Diskussionen
Ein KommentarThe Soft Hills – „The Bird Is Coming Down To Earth“ : ByteFM Magazin
Jan 23, 2012[…] Konsument fragt, ob er diese Platte noch im Schrank braucht, wenn da schon genannte Füchse, Laura Gibson oder andere Musiker der neuen amerikanischen Folk-Welle stehen. Denn auch die Soft Hills brauen […]