Soul-Jazz-Pionier Les McCann ist gestorben

Foto des US-amerikanischen Musikers Les McCann, der im Alter von 88 Jahren gestorben ist

Soul-Jazz-Pionier Les McCann ist im Alter von 88 Jahren gestorben (Foto: Brian McMillen, CC BY-SA 4.0 Deed, via Wikimedia Commons)

Der US-amerikanische Pianist und Sänger Les McCann ist gestorben. McCann verband in seiner Musik Jazz, Soul und Funk zu einem neuen Sound, der in Form von Samples auch Eingang in die HipHop-Kultur fand. Er wurde 88 Jahre alt.

Der 1935 in Lexington, Kentucky geborene Leslie Coleman McCann war stark durch sein musikalisches Elternhaus sowie von Gospel und Blues beeinflusst. Das Klavierspiel erlernte er dabei weitgehend autodidaktisch. Nachdem er während seiner Zeit bei der United States Navy einen Gesangswettbewerb gewann, hatte er 1956 einen ersten Fernsehauftritt in der damals populären „Ed Sullivan Show“. Seine Karriere nahm allerdings erst ab Ende der 50er-Jahre in Los Angeles so richtig an Fahrt auf. Er gründete mit Leroy Vinnegar und Ron Jefferson sein eigenes Trio, mit dem er Musik via Pacific Jazz Records veröffentlichte.

Melange aus Soul und Jazz

Mit dem Protestsong „Compared To What“, den er 1969 beim Montreux Jazz Festival in der Schweiz erstmals der Öffentlichkeit präsentierte, landete McCann seinen größten Hit. Das aus der Feder von Gene McDaniels stammende Stück, das sich kritisch auf den Vietnam-Krieg bezog und im selben Jahr auf Roberta Flacks Debütalbum „First Take“ erstmals aufgenommen wurde, verkaufte sich millionenfach. In den 70er-Jahren veröffentlichte McCann zudem zahlreiche weitere Platten als Sänger, mit deutlich erkennbaren Soul- und Funk-Einflüssen.

Im Laufe seiner Karriere arbeitete er unter anderem mit Wilson Pickett, Santana, Klaus Doldingers Band Passport und zahlreichen anderen Musiker*innen zusammen. Er war an rund 120 Aufnahmesessions beteiligt und veröffentlichte mehr als 50 eigene Longplayer. Sein letztes Album als Bandleader war „28 Juillet“, erschienen im Jahr 2018. McCanns musikalischer Einfluss schwappte dabei auch auf andere Genres wie HipHop über. Seine Musik wurde von zahlreichen Künstler*innen gesampelt, darunter auch Dr. Dre und A Tribe Called Quest.

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