Album der Woche: Future Brown – „Future Brown“

Future Brown - Future BrownVÖ: 20. Februar 2015
Web: futurebrown.com
Label: Warp
Kaufen: artistxite-Shop

Während eines Mushroom-Trips steht die Welt Kopf. Vor dem inneren Auge tanzen Farben, die in der realen Welt gar nicht existieren oder benannt sind. Davon kann auch der Freund einer gewissen Produzenten-Clique ein Liedchen singen: Eines Tages erscheint ihm während eines Ausflugs ein irrealer, brauner Farbton. Diese Farbschöpfung gefällt den vier Produzenten so sehr, dass sie nicht lange zögern und sich fortan „Future Brown“ nennen.

Manchmal sind naheliegende Entschlüsse die besten: Daniel Pineda und Asma Maroof arbeiten schon seit Längerem zusammen als Duo namens Nguzunguzu in Los Angeles. Mit Fatima Al Qadiri und dem New Yorker „Lit-City-Trax“-Labelboss Jamie „J-Cush“ Imanian-Friedman bilden die vier Future Brown, ein Quartett ohne räumliche, kreative oder genrebezogene Grenzen. Schon im Vorfeld arbeiten die Musiker in verschiedensten Konstellationen miteinander, bis eines Tages ein Zusammenschluss als nächster, logischer Schritt ansteht.

Für Fans alternativ-elektronischer Underground-Musik sind die vier Kreativköpfe nicht unbekannt. Die Solowerke jedes Einzelnen strotzen vor frischen, vordenkerischen Soundbasteleien, die das exzessiv gebrauchte Etikett „futuristisch“ tatsächlich verdienen. Allein die Songs auf Al Qadiris EP „Genre-Specific Xperience“ tragen wundervoll-lautmalerische Titel wie „Vatican Vibes“ oder „Hip Hop Spa“.

So verwundert es kaum, dass die Produzenten mit ihrer selbstbetitelten Debütplatte schon vor der Veröffentlichung für großes Aufsehen sorgen. Nicht zuletzt, da sie für fast jeden Song unterschiedliche Gast-SängerInnen und MCs ins Studio bitten. Die Bandbreite der Künstler ist beachtlich: Auf „No Apology“ gibt sich beispielsweise Dancehall-Diva Timberlee aus Kingston die Ehre, beim übernächsten Track klagen Future-R&B-Rebellin Kelela und Ian Isiah über ihre „Dangerzone“. Die erste Single „Wanna Party“ mit Rapperin Tink aus Chicago feiert im Juli 2013 Premiere, als zweite Auskopplung folgt „Talkin Bandz“ mit der einzigartigen Shawnna und DJ Victoriouz.

Future Brown dekonstruieren populäre Genres wie Grime, Footwork, HipHop, Afrobeat oder Trap, zerlegen diese in ihre Einzelteile, und fügen daraus anschließend einen Musikhybrid zusammen, der anspruchsvolle, elektronische Underground-Klänge salonfähig macht, ohne von seiner progressiven Aura abzuweichen. Wir sagen: bitte mehr davon!

Unter allen Freunden von ByteFM verlosen wir einige Exemplare des Albums. Wer gewinnen möchte, schreibt eine E-Mail mit dem Betreff „Future Brown“ und seiner/ihrer vollständigen Postanschrift an radio@byte.fm.

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