Album der Woche: Trümmer – „Trümmer“

Trümmer - TrümmerVÖ: 22. August 2014
Web: truemmer.tv
Label: [PIAS]

„Wir verlassen die gemäßigten Zonen, es ist vorbei, niemand darf sich mehr schonen. Unsere Lügen sind wahrer als das, was ihr uns auftischt. Wir sind wie Geisterfahrer, alles ist so wie es ist. In all diesen Nächten sind wir nicht brav, sondern schlimmer. Und wir werden niemals alt, nein, wir bleiben so für immer.“

Gitarrist und Sänger Paul Pötsch, Bassist Tammo Kasper und Drummer Maximilian Fenski bilden das Trio Trümmer, um das in den letzten Monaten ein regelrechter Hype entsteht. Ihr erstes Konzert geben die drei Jungs im April 2012 im Hamburger Molotow. Seitdem ist so einiges geschehen: Trümmer blicken zurück auf zwei Deutschlandtourneen, zahlreiche Gigs auf Festivals wie dem Haldern Pop, Deichbrand, Melt! und MS Dockville. Nebenbei agieren sie als Support für hochkarätige Acts wie Dinosaur Jr., Casper und The 1975. Kein Wunder, dass Trümmer schnell beim populären Label [PIAS] unterschreiben, bei dem jetzt auch das selbstbetitelte Debütalbum erscheint.

Dieses wird nicht umsonst schon vor der Veröffentlichung als Meisterwerk gefeiert. Ein Grund dafür sind die exzellenten Texte. So heißt es im Song „1000. Zigarette“ selbstreflexiv: „Das Leben ist ein Klischee, wie in einem Songtext, den ich erst jetzt versteh’.“ Die gesellschaftskritische Antwort auf die Frage nach dem Befinden liefern Trümmer mit dem Song „Scheinbar“: „Scheinbar geht es allen gut, ja okay man spuckt schon manchmal Blut, aber niemand hat hier ein Problem, denn wirklich jeder hat ein schönes Leben.“ Mal fragend, mal augenzwinkernd, mal wütend: Die Texte von Trümmer sind herrlich ungekünstelt und klingen in erster Linie authentisch. So auch die Musik. Für diese kramen die drei Wahl-Hamburger tief in der Indie-Rock-’n’-Roll-Kiste. Oft sind da mitreißende, melodiöse Gitarren-Riffs, eingängige Bassläufe und schnelle Rhythmen. Musikalische Nuancen bringen Abwechslung, von Pop- bis Punkgeschrammel ist alles dabei. Und ein bisschen Pathos darf auch nicht fehlen, sei es nun das Intro zu „Wo Ist Die Euphorie“ oder das beinah hymnenhaft klingende „In All Diesen Nächten“, das zeitgleich mit „Der Saboteur“ als Doppelsingle bereits im November 2013 erschien. Trümmer erschaffen eine positive Aufbruchsstimmung, setzen ein Statement gegen Egoismus, Ungerechtigkeit und Gleichgültigkeit. Sie rütteln auf, aber auf eine stets reflektiert-subtile Art und Weise, getreu dem in „1000. Kippe“ besungenen Motto: „If you want to fight the system, you have to fight yourself.“

Unter allen Freunden von ByteFM verlosen wir einige Exemplare des Albums. Wer gewinnen möchte, schreibt eine E-Mail mit dem Betreff „Trümmer“ und seiner/ihrer vollständigen Postanschrift an radio@byte.fm.

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