Jeb Loy Nichols – „Country Hustle“ (Rezension)

Cover des Albums Country Hustle von Jeb Loy NicholsJeb Loy Nichols – „Country Hustle“ (City Country City)

Veröffentlichung: 3. März 2017
Web: jebloynichols.co.uk
Label: City Country City

6,0

„Country Hustle“ – ein markiger, staubiger Name für ein Album. Einen Titel, den nur halbwegs glaubhaft rüberbringen kann, wer schon viele Jahre in dem Geschäft hinter sich gebracht hat. Das trifft auf Jeb Loy Nichols zu. Die Musik, mit der er aufwuchs, prägt noch immer seine eigenen Songs. Nichols wuchs in den 60er- und 70er-Jahren im US-Staat Missouri auf. Country und Southern Soul von Al Green und The Staple Singers waren seine Begleiter.

Nachdem Nichols auf seiner Platte „Long Time Traveller“ zusammen mit Produzent Adrian Sherwood einen Ausflug Richtung Reggae gemacht hat, fällt „Country Hustle“ wieder zwischen die musikalischen Eckpunkte seiner Jugend. Blues, Country, ein bisschen Soul, ein bisschen Pop sind die Grundlage der zwölf neuen Songs von Jeb Loy Nichols. Aber der Dub hat seine Spuren hinterlassen. Zum Beispiel im Intro von „Come See Me“, wo tiefe Bässe den Weg für eine gesetzte Klagemelodie ebnen.

Oder bei „That’s All I Want“: Ein flirrender, hallender Synthesizer findet seinen Platz zwischen Blues-Gitarre, Handclaps und einem tiefen Spiritual-Raunen, das den Song zum Beben bringt. Überhaupt, es sind die kargen Momente auf „Country Hustle“, die herausstechen. Sobald Nichols ins Poppige driftet, wird die Angelegenheit zu glatt und kitschig („Regret“, „Long Live The Loser“).
Eine schöne Hommage ist „Never Too Much“ – Jeb Loy Nichols nimmt dem Luther-Vandross-Song in seiner LoFi-Reggae-Variante zwar den Soul, aber lässt ihn auf seine eigene Art glänzen.

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