Nas: Debütalbum „Illmatic“ wird 25 Jahre alt

Cover des Albums „Illmatic“ von Nas

Nas – „Illmatic“ (Columbia Records)

Ganz am Anfang von Nas‘ Debütalbum gibt es einen Moment, in dem der New Yorker Rapper hörbar an seinen Skills zweifelt. Wenige Sekunden vorher spuckte er noch diese Zeile aus: „Straight out the fuckin‘ dungeons of rap / Where fake niggas don’t make it back.“ Doch dann stolpert Nas. „I don‘t know how to start this shit“, murmelt er ins Mikrofon. Ein nervöses, kurzes Einatmen. Kurz bevor der Wirbelsturm namens „Illmatic“ seinen vollen Sog entfaltet – und sein Leben für immer verändern sollte. Dieses Album wird am 19. April 2019 25 Jahre alt.

Das Stolpern sei ihm vergönnt. Nas, der am 14. September 1973 als Nasir bin Olu Dara Jones geboren wurde, war während des Entstehungsprozesses von „Illmatic“ gerade einmal 20 Jahre alt. Seine Debütsingle „Halftime“ war erst vor zwei Jahren erschienen. Der Song brachte ihm einen ordentlichen Aufwind, schnell erarbeitete er sich einen Ruf als junger Rap-Prinz, der das Genre wieder zurück in sein „Golden Age“ führen sollte. Gestandene Produzenten wie A Tribe Called Quests Q-Tip, die Gang-Starr-Hälfte DJ Premier oder Pete Rock standen Schlange, um das Debüt des Newcomers zu produzieren.

Das Stolpern vor dem Sturm

Doch fernab vom eingangs erwähnten kurzen Stottern zu Beginn von „N.Y. State Of Mind“ (das DJ Premier als Demonstration der Authentizität im Track ließ) ist dieser Druck auf „Illmatic“ nicht spürbar. Mit seiner Poesie etablierte er sich sofort als eigenständige, unvorhersehbare Macht. Sein Flow hatte weder viel mit den anschmiegsamen Reimen der New Yorker Native-Tongues-Bewegung (De La Soul, A Tribe Called Quest u. a.) noch mit dem brutalen Hardcore der Wu-Tang-Schule zu tun. Und für die VertreterInnen des sogenannten Golden Age war seine Vision viel zu modern. Nas erzählte düstere Geschichten von urbaner Armut und Gang-Kriminalität mit einer so noch nie gesehenen Liebe zu poetischen Details, eingepackt in virtuos verschachtelte, in sich selbst gekehrte Reimschemata: „It’s like the game ain’t the same / Got younger niggas pullin‘ the triggers / Bringin‘ fame to their name.“

Heute ist „Illmatic“ ein wahrer Genre-Klassiker, bis oben vollgestopft mit Hits: Vom eröffnenden Kraftbeweis „N.Y. State Of Mind“ über die jazzig zurückgelehnte Revolution namens „The World Is Yours“ oder „One Love“ – einem Liebesbrief an zum Teil zu Unrecht verhaftete Freunde – bis zum epischen Abschluss „It Ain‘t Hard To Tell“. Mit seinem Debüt gelang ihm aus dem Stegreif eines der Meisterwerke des 90er-Jahre-HipHop.

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