Presseschau 25.08.: Medienroulette

(Heather Clemons | Flickr | CC BY-ND 2.0)
(Heather Clemons | Flickr | CC BY-ND 2.0)

Ramba-Zamba in der Medienwelt. Was für ein Aufsehen erregt die Abdankung des Medien-Moguls und Apple-Chefs Steve Jobs. Schlagzeilen über Schlagzeilen, jede(r) will die/der Erste sein, ob die taz, tagesschau.de, NME, sueddeutsche.de oder oder oder.
DIE Nachricht des Tages wäre somit gefunden. Für jene, die noch nicht in den Genuss der medialen Flut kamen, hier eine kurze Zusammenfassung: Apple-Gründer Steve Jobs hängt seinen Posten als Vorstandschef an den Nagel und ist fortan ’nur noch‘ Vorsitzender des Verwaltungsrates. Gründe sind nicht ganz eindeutig genannt, vermutet werden aber gesundheitliche Probleme. Jobs Nachfolger wird Tim Cook.

Während einige Medienspezialisten schon den Untergang der Apple-Dynastie voraussagen (beispielsweise Welt Online, aber auch noch gefühlte 3 millionen mehr), widmet sich Alex Winter einem bereits untergegangenen Medienpionier: Napster. Der Schauspieler und Regisseur wird zusammen mit VH1 eine Dokumentation drehen, über „The rise and fall of Napster and the birth of peer-to-peer filesharing technology“.

Lucie Yertek sprach für die taz mit dem Musikmanager Tim Renner darüber, dass Stars wie Bob Dylan und Bryan Adams die Rechte an alten, profitablen Songs zurück wollen und wirft damit die Frage auf, ob dies das Ende der Plattenindustrie bedeute.

Ob auch die Plattenverkäufe von Künstlern wie Lady Gaga, Beyoncé oder Take That in China demnächst dem Untergang geweiht sind bleibt abzuwarten. Ginge es nach der chinesischen Regierung, wäre die Abstinenz jener kulturgefährdender Musik (O-Ton chinesische Regierung, nachzulesen bei BBC) das Optimum. Und damit die internationale Medien- und Musikwelt die nationale Kultursicherheit nicht gefährdet, wurden u.a. Songs von den oben genannten Künstlern direkt auf den Index gesetzt. Websites, die diese Musik vertreiben oder bereitstellen, müssen die Dateien vom Server schmeißen, sonst drohen Strafen.

Strafen ganz anderer Art hat sich die Münchener Elektrokombo Frittenbude überlegt. Aus Protest gegen den Auftritt homophober Künstler auf dem Chiemsee Reggae Summer Festival hat das Trio seinen Auftritt abgesagt. Namentlich greifen sie den für seine homophoben Texte bekannten Musiker Capleton an.
Jetzt.de berichtet und hinterfragt, ob es sich bei der Absage um eine wichtige und richtige Entscheidung als Zeichen gegen Diskriminierung handelt oder lediglich um eine PR-Strategie der Münchener Jungs.

Spekulieren brauchen die Fans von Bon Iver und James Blake inzwischen nicht mehr. Während vergangene Woche noch geflüstert und getuschelt wurde, ob die zwei Musiker zusammen arbeiten (wir berichteten), gibt es nun die offizielle Bestätigung in Form von Hörproben. Der gemeinsame Song heißt ‚Fall Creek Boys Choir‘ und kann bei Pitchfork nachgehört werden.

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