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Was ist Musik


Wöchentlich | Sonntag 19 - 20 Uhr

„Wir sind zusammen doch nicht allein, ein Lied kann eine Brücke sein, mit einem Rhythmus und einem Ton, verlier'n wir uns in der Illusion“, singt der Kölner House-Crooner Justus Köhncke und das klingt besser als es sich liest.

Der Refrain ist eine Frage: Was ist Musik?
Antworten in dieser Sendung.

Sweet Soul Music, Fast Money Music, Music is my hot hot sex, Roxy Music, Galoppmusik, Musical Youth, Music for evenings, Music for Airports, How I learned to hate Rock'n'Roll, I love Rock'n'Roll, This is Music added to my day, Funky Drummer, Im Alter fängt man an sich für Countrymusik zu interessieren, They can't take away our Music, Music sounds better with you, Hauptsache Musik, Elevator Music, Electric Guitars, Musik der frühen Jahre, Musical Drum Sound, I came to love the Music, Strings of life, Make your own kind of music, Verstärker, Music of my mind, We are ugly but we have the music.

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ByteFM: Was ist Musik vom 20.09.2015

Sendung vom 20.09.2015

Awww Baby Yea – 20 Jahre Planet Mu

„...vor allem in der Musik, deren Wahrheit nirgendwo anders liegen kann als im Bereich des Respiratorischen, des Prosodischen und nicht des Phonetischen.“ Roland Barthes, der am 12.11.2015 hundert Jahre alt geworden wäre.

„Wir haben Footwork.“ Thomas Meinecke, der am 25.8.2015 sechzig Jahre alt wurde.

Wovon reden wir, wenn wir wir sagen?

„Wir haben Footwork“, war Meineckes Erwiderung auf Mark Fishers Lamento vom Future Shock, der der Musik der Gegenwart abgehen soll. Der Schock des Unerhörten, der Fisher in den Neunzigern getroffen hat, die Erschütterungen durch neue Tracks aus dem Hardcore-Continuum, er bleibe heute aus, so der Mittvierziger. Dabei haben wir doch Footwork, Trap, Juke usw., so der berechtigte Einwand Meineckes, der Texter von FSK pflegt das habituelle Ja zur modernen Welt, alles andere wäre Kulturpessimismus. Ja, die fünfzig Tracks auf der Planet Mu 20-Box, mit der das Planet Mu Label von Mike Paradinas seinen zwanzigsten Geburtstag feiert, sie sagen Ja zur modernen Welt.

Fast alles andere auf meinem i-pod bei griechischem Wein, griechischem Wind und griechischer Sonne sieht alt aus dagegen. Nach der Lektüre – und eine solche ist das Hören hier – von Planet Mu 20 habe ich keine Lust, die Libertines zu hören, die mich von der mitgebrachten SPEX angucken, nicht mal Robert Forster.

Lieber u20 umarmen, verinnerlichen, auswendig lernen, Trennendes und Gemeinsames finden bei Mark Ones Wob Wob-Sound von 2004 und Leafcutter John, für den 2001 noch nicht die Bezeichnung ADHS-Musik gefunden war. Bei vielen Stücken finde ich keine Worte, es sind oft diejenigen, die einen Future Shock andeuten. Manchen will ich Sinn abgewinnen, indem ich mich Track-Titeln und Projektnamen mimetisch, galaktisch, onomatopoetisch oder sonstwie arbiträr nähere: Konx-Om-Pax: Astro Belter. Zum Glück guckt niemand zu.

Planet Mu hat Footwork und Juke in Europa bekannt gemacht, oft rekombinieren die Tracks die Gebeine von James Brown und verwenden Vokal-Zeichen zwecks Orientierung. DJ Diamonds „Dozin´“ mit dem bis zur Overdose wiederholten Titelwort, Traxmans hinreißendes „Nothing Stays The Same“ mit der bis zur Klimax wiederholten Drohung einer Frauenstimme: Nothing Stays The Same, it´s my Turn! Oder war´s ein Versprechen? Stimmen bleiben auf dem Planeten Mu selten in ihrem von der Erde bekannten, angeblich natürlichen Zustand, meist werden sie durch Zeitmaschinen gejagt.

Direkt aus einer Zeitmaschine kommt „Cloud Sculptor“, 2002 der Versuch von Dykehouse, avant la lettre hauntologisch den Gespenstern von Imagination nachzuspüren, dieser afrobritischen Cheesy Disco-Gruppe – größter Hit: Just an illusion, eben – für die zu ihrer Zeit der Begriff queer noch nicht zur Verfügung stand. Dykehouse, eben, rücken die Dinge zurecht. So hangele ich mich von Spekulation zu Indiz bei dem Versuch, meiner Freude an dieser Musik Sinn zu geben, aber es klappt nicht.

Verinnerlichen, auswendig lernen, Planet Mu 20 entzieht sich, will nicht zum Text werden, der mir was sagt über mein Leben, hallo Morrissey, nein danke. Wie mir „Rubber Soul“ was sagt über mein Leben, das Album der Beatles, das im Dezember 2015 fünfzig Jahre alt wird und in „Die Erfindung der RAF durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969“, dem Roman von Frank Witzel, der am 12.November 2015 sechzig Jahre alt wird (Witzel, nicht der Roman), am selben Tag würde Barthes hundert, Neil Young siebzig, so alt wie der „Old man“, von dem der junge Young sang, aber anders.

Fortsetzung in der aktuellen SPEX, Gegenwartskunde

P.S. Awww Baby Yea ist der Titel von DJ Nates Beitrag zu Planet Mu 20



1.  DJ Nate / Awww Baby Yea
μ20 / Planet Mu
2.  Ekoplekz / Detroit
μ20 / Planet Mu
3.  Ital / Digi Dub
μ20 / Planet Mu
4.  2 Teq-10 / The Gasman
μ20 / Planet Mu
5.  The John Wizards / Tet Lek Schrempf
The John Wizards / Planet Mu
6.  μ-Ziq / Cherk
μ20 / Planet Mu
7.  DJ Diamond / Dozin
μ20 / Planet Mu
8.  Traxman / Nothing stays the same (Funk Bomb Remix)
μ20 / Planet Mu
9.  RP Boo / Azzoutof Control
μ20 / Planet Mu
10.  Dykehouse / Cloud Sculptor
μ20 / Planet Mu
11.  Imagination / Just an Illusion
Just an Illusion / BMG

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tomwaits vor 2 Monaten
Schliesse mich "collocationist" voll und ganz an. Und danke für den Konzerttipp Astatke->Mannheim; hat noch geklappt :-) Viele Grüße, Frank

collocationist vor 2 Monaten
Auch beim Wiederhören am Mittwoch Morgen: große Sendung, Klaus! Gruß, Peter (F.)

JuliaNordholz vor 3 Monaten

ddrummer vor 3 Monaten
Hallo! Also mich erinnert das Saxophon persönlich sehr stark an "Van der Graaf Generator" (David Jackson) "!. Grüße Manfred

.ptk. vor 5 Monaten
... solange der Radio-DJ auch 2018 noch die besten Sendungen macht (insbesondere die Carib Souls -merci !) dann kann während der grossartigen Mark E Smith Sendung der Hörer auch mal kurz gequält werden (was ja dann auch ganz im Sinne des Fall Gründers ist, der sich darüber bestimmt gefreut hätte). Tolle Sendethemen, perfekte Musikauswahl !

jod vor 5 Monaten
"Die Kollegen schauen ihn ratlos an / Es geht wieder los, ruf den Irrenarzt an!" Ein erheiternder Einblick- und gut, dass es wieder vorbei ist! ;-) Danke!

klauswalter vor 9 Monaten
Is there life on Mars, Lutz Eßler?

lutz eler vor 9 Monaten
Tja, lieber Klaus, es sind ja 'bloß' 12,6% geworden. By the way: bei den Reichstagswahlen 1928 hat die NSDAP 2,6% bekommen. Jetzt flugs die Taschenrechner raus und mal hochgerechnet. Danach den Atlas durchgeblättert: wohin soll man denn auswandern, bitteschön?

klauswalter vor 10 Monaten
thanx for your interest in gentryfication & the sound of money. long live rubber soul & billie joe!

tomwaits vor 11 Monaten
thanx for this interesting kind of gentryfication

martin lickleder vor 11 Monaten
danke schön! und auch an dieser stelle noch mal entschuldigung für den fauxpas auf dem inner sleeve: "suburb role" ist natürlich kein anagramm von "revolver", sondern von "rubber soul". "1000x korrigiert, 1000x ist nix passiert", wie's bei klaus lage so schön heißen sollte... herzliche grüße the sound of money

sizou vor einem Jahr
(zu Was ist Musik) so wunderbares und lustiges interview mit christiane rösinger. danke!

sizou vor einem Jahr
(zu Was ist Musik) so wunderbares und lustiges interview mit christiane rösinger. danke!

karstenfrehe vor einem Jahr
Coole Sendung vom 12.2.! Danke dafür :-)

klauswalter vor einem Jahr
ja, sebastian, du hast recht. wenn ich mal viel zeit habe, gibts eine ganze sendung bam bam. danke!

senest vor einem Jahr
Statt Depression: Großes Danke fürs Ausspielen der Isaac-Hayes-Nummer! Und nicht vergessen sollte man hinsichtlich BAM BAM Biggie Smalls’ a.k.a. Notorious B.I.G.’s »Big Poppa Bam Bam« – und wahrscheinlich zahllose weitere Referenzen … Gruß Sebastian

klauswalter vor einem Jahr
danke, christian und ricardo...no depression!

christian fausten vor einem Jahr
Mark Fisher tot und vergangenen Sonntag starb Jaki Liebezeit. Auch dieses Jahr kommt auf Touren (siehe 2016). It's getting cold in this hotel. Und nun? Depression? Gut möglich, aber ich nehm's nicht persönlich. Lieber Klaus, vielen Dank für diese Sendung. Gruß Christian

ricardo vor einem Jahr
Das war eine super spannende Sendung. Chapeau

klauswalter vor einem Jahr
Liebe Bettina, klar erinnere ich mich an die Wrangelconnection, schön, dass Du jetzt hier gelandet bist, viel Spass mit unserem Programm! Best, Klaus

kopflos vor einem Jahr
Liebe Bettina, Du warst nicht allein...

bettina_berlin vor einem Jahr
Lieber Klaus Walter, Wer hätte das gedacht: "Status Quo Vadis" ...wie lange habe ich das nicht mehr gehört und dann diese Stimme des Moderators... Zwischen Zeit und Ewigkeit... Ein Lichtblick... Musik für eine andere Wirklichkeit.... Lieber Herr Walter. Ohne Übertreibung kann ich behaupten, nicht nur in den 80ern Ihr größter Fan gewesen zu sein. Damals habe ich ALLE "der Ball ist rund" Sendungen auf Kassette aufgenommen + gefühlte 100 mal gehört. Diese Kassetten habe ich immer noch! Können Sie sich noch an die "Wrangelstraßen Connection" erinnern? Herzliche Grüße, Bettina Hirsch

tazredaktion vor 2 Jahren
stimmt, war mein fehler. tatsächlich wurden beide alben am todestag noch einmal bemustert, daher mein irrtum.

hoobsmccan vor 2 Jahren
Hit 'n Run Phase One und Hit 'n Run Phase Two sind beide letztes Jahr in relativ kurzen Abständen als Stream und Download erschienen.

kopflos vor 2 Jahren
Sehr sehr schöne Sendung. ... wie fast immer!

klauswalter vor 2 Jahren
danke für die blumen, freut mich.

senest vor 2 Jahren
Wir haben eine ganz feine Sendung. Danke!

hoobsmccan vor 2 Jahren
Hallo Klaus, vielen Dank für die tolle Sendung, insbesondere für Take Five von Rico. Der Song ist mindestens so klasse wie die Tracks auf der Wareika Dub-LP, die ich vor einigen Jahren ergattern konnte.

klauswalter vor 2 Jahren
danke für die blumen, echt unterschätzte band.

bobstrummer vor 2 Jahren
Danke, endlich wird diese große "vergessene" Band mal gewürdigt.
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