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Was ist Musik

Why White Folks Can't Call Me N*gg* - Das N-Wort im Pop

ByteFM: Was ist Musik vom 19.08.2019

Ausgabe vom 19.08.2019: Why White Folks Can't Call Me N*gg* - Das N-Wort im Pop

“Why White Folks Can't Call Me N*gg*”- Auf diese Frage gibt Tenesha the Wordsmith mit ihrem neuen Song eine Reihe von Antworten. Zum Beispiel diese: “Because you ain't my comrade, you have not felt the rage of seeing your people beaten, raped, hung. Your outrage shouted down by oppressors claiming victimhood, and having no recourse except silence.” “Why White Folks Can't Call Me N*gg*” ist ein Vorbote von ‘Peacocks & Other Savage Beasts’, dem kommenden Album von Tenesha the Wordsmith, produziert von Khalab, auf dessen “Black Noise 2084” die afroamerikanische Sprechgesangskünstlerin schon gastiert hatte. Im Song selbst spricht Tenesha the Wordsmith das N-Wort aus.

An der Universität von Iowa gab es derweil Ärger um das N-Wort. Die – weiße – Professorin und Schriftstellerin Laurie Sheck behandelte in ihrem Seminar zu Rassismus Texte des großen schwarzen Dichters James Baldwin. So wurde unter anderem Baldwins Statement „I am not your n*****“ zitiert. Für den Titel der preisgekrönten Baldwin-Dokumentation von 2016 wurde der Satz modifiziert: Aus „I am not your n*****“ wurde „I am not your negro“. In ihrem Seminar diskutierte Sheck nun die Frage, welche Bedeutung diese beiden Sätze für das haben, was Baldwin “the darker forces of history” nannte. Daraufhin wurde die Professorin mit Beschwerden von Studierenden konfrontiert: sie habe gegen die „discrimination policy” der Universität verstoßen.

Wie umgehen mit dem N-Wort? Dass Weiße kein Recht haben, Schwarze mit dem N-Wort anzusprechen, ist klar. Dass Schwarze untereinander das N-Wort verwenden, wissen wir nicht erst seit N***** With Attitude, ein Akt der Selbstermächtigung. Wie aber reden über das N-Wort? Kommt es jedes Mal, wenn das Wort ausgesprochen wird, zu Re-Traumatisierungen, wie diejenigen behaupten, die das Wort bannen wollen? Steckt hinter dieser Argumentation nicht auch ein magischer Glaube daran, dass mit dem Wort auch die Diskriminierung und der Rassismus verschwinden möge?

Und wie gehen wir um mit historischen N***** in eindeutig antirassistisch intendierten Songs wie „Don't call me N*****, Whitey, don't call me Whitey, N*****“ von Sly & The Family Stone, dem fleischgewordenen Traum einer integierten Band (wenn man von Sly Stones rabiatem Sexismus absieht). Oder mit dem gutgemeinten aber doch etwas unterkomplexen Vergleich von John Lennon & Yoko Ono, nach dem die Frau der N***** dieser Welt sei. Womit die beiden vor einem halben Jahrhundert einen Welthit landeten. Es bleibt kompliziert.

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Playlist

1.  Khalab / Black Noise (feat. Tenesha the Wordsmith)
Black Noise 2084 / On The Corner Records
2.  Tenesha the Wordsmith / Why White Folks Can't Call Me N*gg*
Peacocks & Other Savage Beasts / On The Corner Records
3.  The Last Poets / Niggers Are Scared Of Revolution
The Last Poets / Plastic
4.  Curtis Mayfield / If There’s Hell Below
Curtis / Curtom
Sly & The Family Stone / Don’t Call Me N*****, Whitey, Don’t Call Me Whitey, N*****“
Stand! / Epic
6.  Big Youth / Every Nigger is a star
Big Youth / Danceteria
7.  Sly & The Family Stone / Everybody Is A Star
Greatest Hits / Epic
8.  NWA / Niggaz 4 Life
Efil4Zaggin / Island
9.  2Pac / Ratha Be Ya Nigga (feat. Richie Rich
All Eyez on me / Interscope
10.  Tenesha the Wordsmith / Again
Peacocks & Other Savage Beasts / On The Corner Records