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Was ist Musik

Vertrauter Fremder – Ein Leben zwischen zwei Inseln…

ByteFM: Was ist Musik vom 23.03.2020

Ausgabe vom 23.03.2020: Vertrauter Fremder – Ein Leben zwischen zwei Inseln…

…ist der Titel der Autobiografie des 2014 verstorbenen Autors, Aktivisten und Music Lovers Stuart Hall, die gerade erschienen ist.

„Im Jahr 2011 feierte ich – falls man das so nennen kann – den sechzigsten Jahrestag meines Lebens in der Schwarzen britischen Diaspora. Tatsächlich bin ich das Produkt zweier Diasporas. Das mag Leser*innen überraschen, die meine ursprüngliche Herkunft in der afrikanischen Diaspora sehen. Aber auch Jamaika ist nicht einfach ein Teil Afrikas in der Neuen Welt, es ist auf spezielle Art ebenfalls eine Diaspora, ein Ort verschiedenster Menschen und Traditionen, die sich dort angesiedelt haben. Keine der großen Bevölkerungsgruppen, aus denen sich die jamaikanische Gesellschaft zusammensetzt, stammt von dort. Jede*r Jamaikaner*in ist migrantischer Herkunft, ob freiwillig eingewandert oder dorthin verschleppt. Alle kommen ursprünglich woanders her.“

(Stuart Hall: Vertrauter Fremder – Ein Leben zwischen zwei Inseln, gerade erschienen bei Argument/InkriT)

„Dem Begriff `afrokaribisch´, den sich die frühen westindischen Migrant*innen zulegten, die kurz nach dem Krieg ins Verienigte Königreich kamen, folgte eine lange Reihe vornehmerer Bindestrich-Kategorisierungen wie `Schwarz-karibisch´. Ich persönlich (auch wenn dieses Bekenntnis die Leute immer überrascht) identifizierte mich mit meinem Schwarzsein erst spät, dazu brauchte es die Entkolonisierung, den Busboykott in Alabama, die Unruhen in Notting Hill, die amerikanische Bürgerrechtsbewegung, Martin Luther Kings `I have a dream´, Sharpeville, Malcolm X, Stokely Carmichael, Angela Davis sowie die Schwarze Oppositionsbewegung in den 1970ern in Britannien, Rock Against Racism, Roots Music, Reggae, Bob Marley…“

(Stuart Hall: Vertrauter Fremder – Ein Leben zwischen zwei Inseln)

Paul Gilroy: “There ain´t no black in the Union Jack.” Darauf bezieht sich Shabaka Hutchings, Schlüsselfigur der neuen britischen Jazz-Szene. Hutchings ist als Sohn schwarzer Eltern in London geboren und hat große Teile seiner Jugend auf Barbados verbracht, er sagt:

„Als diasporische Person ist meine Kultur aus Afrika in die Karibik gewandert und von dort nach Großbritannien, also muss ich bei meiner Musik bedenken, was es heißt, nicht von einem einzigen Ort herzukommen. Ich sehe mich nicht als eingeschlossen in einer einzigen Tradition. Der Sozialwissenschaftler Paul Gilroy spricht davon, dass der Black Atlantic synonym ist mit doppeltem Bewußtsein, also dass man sich selbst versteht als britisch und karibisch.“

Heute neue Musik im Geiste von Stuart Hall und Paul Gilroy, mit Dr.Israel, Sarathy Korwar & Dennis Bovell, Greentea Peng, Moses Sumney, Shabaka & The Ancestors, Irreversible Entanglements…

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Playlist

1.  Irreversible Entanglements / No Más
Who Sent You? / International Anthem/Don Giovanni
2.  Shabaka & The Ancestors / Til The Freedom Comes Home
We are sent here by history / On The Corner
3.  Sons Of Kemet / My Queen is Harriett Tubman
Your Queen Is A Reptile / On The Corner
4.  Dr.Israel / Addis Ababa (Conscious Dub)
In Dub / Echo Beach
Dr.Israel / Bottom (Down In The…)
In Dub / Echo Beach
6.  Greentea Peng / Ghost Town
Ghost Town / Rough Trade
7.  The Specials / Ghost Town
Ghost Town / Two Tone
8.  Sarathy Korwar / Coolie (feat. Delhi Sultanate & Prabh Deep) [Dennis Bovell Dub]
Coolie / Bandcamp
9.  Moses Sumney / Cut me
Grae / Brownswood