21.12.: Mit dem "Knochenschlitten" nach "Hotlanta"

„Er war der Mann mit der Forellenmaske. Er war der Kerl mit der Flederkette. Er war der Junge auf dem Knochenschlitten. Er war Käpt’n Rinderherz“, schreibt Karl Bruckmaier in seinem Nachruf zu Captain Beefheart auf ZEIT Online. Der Ausnahmekünstler, der am vergangenen Freitag im Alter von 69 Jahren an den Folgen Multipler Sklerose starb, „war ein Klang- und Sprachvisionär, ein Outsider-Künstler, dessen lebhafte und nicht selten extreme Vorstellungskraft oft die engen Parameter der Rockmusik sprengte.“ Auch Sean O’Hagan erinnert auf freitag.de an den Exzentriker aus Kalifornien.

Zu unser aller Glück nicht mit einem Nachruf widmet sich Ulrich Rüdenauer einem anderen großen Künstler: Edwyn Collins. Nach zwei erlittenen Schlaganfällen im Februar 2005 ist er ins Leben zurückgekehrt. Mit neuem Album – unsere Rezension zu „Losing Sleep“ gibt’s hier – und neuer Lebenslust. Kurze Zeit nach den gesundheitlichen Rückschlägen begann ein Filmteam seinen Weg zurück in eine heilere Welt zu dokumentieren. „Home Again“ heißt das Werk. Die taz weiß mehr.

Glaubt man den jüngsten Berichten der Sun, arbeitet Damon Albarn ab Januar mit Blur in Originalbesetzung an dem Nachfolgewerk zu „Think Tank“. „Sie haben keine konkreten Pläne, was sie mit dem neuen Material anfangen wollen, sind sich aber einig, dass es das erste Blur-Album in ursprünglichem Line-up seit mehr als einem Jahrzehnt sein könnte“, zitiert die Zeitung ihre Quelle. Spekulationen um ein neues Album zirkulieren seit 2008, als sich Blur mit ihrem einstigen Gitarristen Graham Coxon für ein Konzert im Hyde Park wiedervereinten, meldet gigwise.

Lolas roter Schopf leuchtete über der ehemals graue Mauerstadt Berlin und ließ sie plötzlich als einen großen Spielplatz erscheinen. Der Film „Lola rennt“ wurde zum Symbol für das neue, experimentierfreudige deutsche Kino. Die Filmwelt liebte den jungen Regisseur, sogar der Deutsche Filmpreis wurde 1999 nach seinem Erfolg benannt: „Lola“. Es muss schwer sein für einen Künstler, wenn der Erfolg gleich am Anfang kommt. Nach zwölf Jahren hat Tom Tykwer nun seinen zweiten Berlin-Film namens „Drei“ gedreht. Kann er das Niveau halten? Für Hanns-Georg Rodek vielleicht der deutsche Film des Jahres? Die Antworten findet ihr auf Welt Online.

Studentendemonstrationen gibt es momentan in Ungarn. Während das Parlament tagte, demonstrierten vor dem Gebäude in Budapest etwa 1500 Menschen, überwiegend um die Pressefreiheit besorgte Studenten, die sich über Facebook organisiert hatten. Sie fürchten Zensur durch die neue Medienbehörde NMHH, für das die Abgeordneten die Gesetzesgrundlage beschlossen. In dem EU-Land kann eine Behörde künftig auch private Fernseh- und Rundfunksender sowie Zeitungen und Online-Portale kontrollieren und bestrafen. Bisher hatte sie bereits die öffentlich-rechtlichen Medien unter ihrer Aufsicht, so wie es auch in anderen EU-Staaten üblich ist. Die NZZ berichtet.

Lady Gaga twittert, dass sie „wütend und am Boden zerstört“ sei. Achherrje, warum das denn? Erst fiel ihre geplante Tournee im Oktober einem Streik zum Opfer, nun machte ihr das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Die französischen Behörden haben wegen der winterlichen Straßenverhältnisse für den Großraum Paris ein Fahrverbot für Lastwagen verhängt. Die Folge: Ein für Sonntagabend geplantes Konzert in Paris musste abgesagt werden. Die Zeitung „Le Parisien“ spricht bereits von einem „Lady-Gaga-Fluch.“ Mehr dazu bei der Frankfurter Rundschau.

Um „Hotlanta“ oder die Haupstadt des amerikanischen HipHop geht es in einem Artikel von Moritz von Uslar. Nicht nur Coca-Cola und CNN sind in der Hauptstadt von Georgia beheimatet, auch OutKast, Lil Jon und Usher sind hier zuhause. „Der Sound von Atlanta, auch als Dirty South oder Crunk bezeichnet, gilt im Vergleich zu den Sounds von Ostküste und Westküste als besonders experimentierfreudig, als soulvoll, swinging, fingerlickin good“, schreibt der Autor auf ZEIT Online.

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