Battles – „La Di Da Di“ (Rezension)

Cover des Albums La Di Da Di von BattlesBattles – „La Di Da Di“ (Warp)

7,0

„La Di Da Di“. Wenn es so einfach wäre. Die komplexen Strukturen auf Battles’ drittem Album klingen weit weg von dieser kleinen, ja niedlichen lautmalerischen Folge. Vielleicht haben die Hirne von Dave Konopka, Ian Williams und John Stanier aber einfach die Qualität eines Hochgeschwindigkeitsrechners erreicht und ihre Stücke tönen in ihren Ohren genau so wie der Albumtitel. In einer Mini-Doku zu „La Di Da Di“, die gleichzeitig Promo für Ableton war, gibt es Einblicke in den Wahnsinn der Studioarbeit von Battles.

„The Art of Repetition“ heißt der Film und spielt auf den Einsatz von Loops an, der für den Sound von Battles seit ihren Anfängen im Jahr 2002 so wichtig ist. Ian Williams ist neben Keyboards und Gitarre bei Battles für die Kunst der Wiederholung zuständig. Er taktet Loops in Loops in andere Loops und macht daraus neue Versatzstücke, die er dann wiederum loopt und live bearbeitet. Erinnert ein bisschen an diese schwarz-weiße Hypno-Spirale? „La Di Da Di“ klingt auch oft so, hypnotisierend und überdreht.

Der Opener nimmt da noch harmlos an Fahrt auf, eins ordnet sich nach dem anderen – Arpeggio-Gedüdel, eine Gitarrensaite, zwei Tom-Schläge -, ehe eine Melodie angestimmt und in mehreren Akten verdreht wird. „The Yabba“ ist mit seinen kurzen Pausen und Charakter-Wendungen so was wie die Ouvertüre zu „La Di Da Di“. Herausfordernder wird das Album mit Tracks wie dem krautig-brodelnden „FF Bada“, bei dem das Schlagzeug zu Anfang auf eine Achterbahn gesetzt worden scheint. Klassisch nach Battles klingt „Tricentennial“. Hier sägt die Gitarre in exakt abgestimmten Takten im Wechsel mit Keyboard-Pfeifen, immer wieder angetrieben von John Staniers nicht minder exaktem Geklöppel.

Rasant mit ein klein bisschen Pop-Touch klingen Battles bei „Summer Simmer“ – einem Song, der knochentrocken beginnt und später von einer schrägen und viel-vielschichtigen Synthpartie bestimmt wird. Etwas mehr Raum zum Atmen bieten „Cacio E Pepe“ und „Luu Le“. Zwei Stücke, die durch ihr vergleichsweise langsames Tempo all ihre rumpeligen und glockenhellen Loops einzeln herausstellen. Arrangements, die an Four Tet erinnern.

Da Battles so korrekt arbeiten – korrekt im Sinne von Uhrwerken – wirken manche Stücke auf „La Di Da Di“ staubtrocken. Dabei haftet ihrem verschachtelten, schnörkellosen Rock aber so viel Irrsinn an, dass keine Langeweile aufkommt.

Label: Warp
Kaufen: artistxite-Shop

Battles live, präsentiert von ByteFM:

31.10.15 Frankfurt am Main – Zoom
04.11.15 Berlin – Berghain

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