Funk-Pionierin Betty Davis ist tot

Bild von Betty Davis, die im Alter von 77 Jahren gestorben ist.

US-Funk-Ikone Betty Davis (Foto: Album-Cover von Betty Davis – „They Say I’m Different“(1974))

Die US-amerikanische Funk- und Soul-Sängerin Betty Davis ist tot. Medienberichten zufolge starb die Musikerin 77-jährig in ihrer Heimatstadt Homestead im US-Bundesstaat Pennsylvania. „Mit großer Trauer überbringe ich die Nachricht vom Tod von Betty Davis, einer vielseitig talentierten und einflussreichen Musikerin und Pionierin, Rockstar, Sängerin, Songwriterin und Modeikone“, so Connie Portis, eine langjährige Freundin von Davis, in einem Statement.

Betty Davis wurde am 26. Juli 1945 als Betty Mabry in Durham, North Carolina geboren. Aufgewachsen in North Carolina und Pittsburgh, zog sie im Alter von 16 Jahren nach New York, wo sie in der Clubszene im Künstler*innen-Viertel Greenwich Village aufschlug. Hier verdingte sie sich als Model und kam schnell mit der lebhaften Musikszene in Berührung.

Wichtiger Einfluss für Miles Davis

So kam es, dass sie Bekanntschaft mit dem deutlich älteren Jazz-Trompeter Miles Davis machte, den sie 1968 heiratete. Trotz der nur sehr kurzen Ehe hatte sie nachhaltigen Einfluss auf dessen Schaffen. Sie war es nämlich, die Miles Davis mit Musikern wie Jimi Hendrix und Sly Stone in Kontakt brachte. Die Miles-Davis-LP „Bitches Brew“ (1970) hat ihre musikalischen Wurzeln auch in diesen Begegnungen. Betty Davis ist außerdem auf dem Cover des Miles-Davis-Albums „Filles De Kilimanjaro“ (1986) zu sehen, das zudem den Track „Mademoiselle Mabry“ enthält, mit dessen Titel sie gemeint ist.

Betty Davis selbst brachte ihre ersten Singles schon Mitte der 60er-Jahre noch unter ihrem Mädchennamen heraus, unter anderem bei Columbia Records. Allerdings erschien ihr selbstbetiteltes Debütalbum erst 1973, produziert von Sly-&-The-Family-Stone-Schlagzeuger Greg Errico. Wie auch die beiden Nachfolger „They Say I’m Different” (1974) und „Nasty Gal” (1975) war die Platte kein kommerzieller Erfolg. Ein Grund dafür: Für die Verbreitung ihrer Musik in Rundfunk und TV waren Davis’ lasziv-selbstbewusstes Auftreten und ihre expliziten Songtexte eher ein Hemmnis als förderlich.

Rückzug ab den 80er-Jahren

Davis nahm ihre vierte LP „Is It Love Or Desire” 1976 auf. Sie erschien aufgrund von Differenzen mit dem Label aber erst 2009, ganze drei Dekaden später. Zu jener Zeit war sie schon lange nicht mehr im Musikgeschäft aktiv. Bereits Anfang der 1980er-Jahre zog sie sich weitgehend aus der Öffentlichkeit zurück. Zuletzt war 2019 noch eine Single mit dem Titel „A Little Bit Hot Tonight“ erschienen, die Davis geschrieben und produziert hat. Der ganz große Ruhm blieb der Musikerin Zeit ihres Lebens versagt, wenn sie auch eine wichtige Einflussgröße für die Musik ihrer Zeit und darüber hinaus war. Sie ebnete mit ihrer Attitüde den Weg für einige der ganz großen Pop-Stars wie Madonna oder Prince und gilt als wichtige Inspiration für Musiker*innen der Gegenwart wie Erykah Badu oder Jamila Woods.

„Betty war vor allem eine Freundin, Tante, Nichte und ein geliebtes Mitglied ihrer Gemeinde in Homestead, Pennsylvania, und der weltweiten Gemeinschaft von Freund*innen und Fans“, heißt es in der Mitteilung von Davis’ Freundin Connie Portis. „Heute bewahren wir sie in Erinnerung als die süße, nachdenkliche und nachdenkliche Person, die sie war. Es gibt sie nicht noch einmal.“

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