Legendärer Studio-Gitarrist Melvin „Wah Wah Watson“ Ragin ist tot

Melvin Ragin aka Wah Wah Watson auf dem Cover seines Soloalbums „Elementary“

Melvin Ragin aka Wah Wah Watson auf dem Cover seines einzigen Soloalbums „Elementary“ (1976)

Es gibt wenige Momente in der Pop-Musik, die so unantastbar cool sind, wie die E-Gitarre im Intro von The Temptations „Papa Was A Rolling Stone“. Präzise, durch ein Wah-Wah-Effektpedal gejagte Anschläge, messerscharf und lässig zugleich, die den Psychedelic-Funk der Band auf eine hypnotische, höhere Ebene anheben. Der Mann hinter dieser Gitarre hieß Melvin Ragin. Sein liebster Gitarreneffekt bescherte ihm den Spitznamen „Wah Wah Watson“. Am 24. Oktober ist der US-amerikanische Session-Musiker, der neben „Papa Was A Rolling Stone“ unzählige weitere Hits bereicherte, gestorben.

Melvin Ragin wurde am 8. Dezember 1950 in Richmond, Virginia, geboren. Er war erst 17 Jahre alt, als er Mitglied der legendären Motown-Studioband The Funk Brothers wurde. Eines der ersten Alben, auf dem er zu hören war, war direkt eines der erfolgreichsten: „ABC“, das 1970 erschienene zweite Album von The Jackson 5. Bis zu ihrer Auflösung im Jahr 1972 spielten The Funk Brothers unter anderem auf The Temptations‘ „All Direction“ und Marvin Gayes „Let‘s Get It On“, auf dem Ragins Wah-Wah-Einfluss besonders hörbar ist.

Das Ende von The Funk Brothers stoppte keinesfalls Ragins Karriere: Es folgten Auftritte auf Alben von Größen wie Quincy Jones („Body Heat“, 1974), Herbie Hancock („Man-Child“, 1975), Dizzy Gillespie („Free Ride“, 1977). Auch im Disco-Zeitalter war Ragin gefragt: Sowohl Gloria Gaynors „I Will Survive“ als auch Michael Jacksons „Off The Wall“ gehören zu den Höhepunkten seiner Laufbahn. Sein letzter Auftritt war auf „Black Rose“, dem sechsten Studioalbum des R&B-Künstlers Tyrese, drei Jahre vor seinem Tod. Ragin wurde 67 Jahre alt.

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