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School Of Rock Roxy Music 1972-1975

ByteFM: School Of Rock vom 18.06.2022

Ausgabe vom 18.06.2022: Roxy Music 1972-1975

Am 16. Juni 1972 erschien das selbstbetitelte Debütalbum der Band Roxy Music und es begann die Karriere einer der einflussreichsten englischen Bands der Rock-Geschichte.

Wobei viele nicht das Genre „Rock“ mit der Gruppe um Sänger und Songschreiber Bryan Ferry verbinden. Doch bevor Roxy Music spätestens mi ihrem 1982er Spätwerk „Avalon“ zum Inbegriff des dekadent-schwelgenden, kommerziell erfolgreichen Luxus-Pop der Maggie-Thatcher-Dekade wurden und Ferry vollends zum Upper-Class-Darsteller mutierte, war Roxy Music ein Gewächs der britischen Kunstschul-Szene, aus der in den 1960er-Jahren der popkulturelle Aufbruch in England seinen Klassengrenzen überschreitenden Weg genommen hatte.

Auf den ersten fünf Alben der Band zeigt sich Roxy Music als eigenwilliges Post-Prog-Rock-Gebilde und retro-futuristische, postmoderne Glam-Rock-Band (Begriffe, die seinerzeit nicht in der Musikwelt Verwendung fanden), und kann als prototypische Art-Rock/Art-Pop-Band gelten.
Dabei unbedingt beteiligt, wenn auch selten ausreichend gecredited sind Ferrys diverse, ebenso wie er meist exzentrisch (Tierprints, Leder, Feberboas!) gekleideten, geschminkten und frisierten Mitstreiter, vor allem Gitarrist Phil Manzanera, Saxophonist und Oboist (!) Andy Mackay, Drummer Paul Thompson sowie zunächst der für Synthesizer und Sound-Verarbeitung zuständige Brian Eno, später ersetzt durch den gelernten Violinisten und Keyboarder Eddie Jobson.

Als in der zweiten Hälfte der 1970er die Punk-Welle und vor allem der musikalische Befreiungsschlag des Post-Punk ein neues Pop-Zeitalter einläuteten, waren Roxy Music neben David Bowie einer der wenigen Einflüsse aus der Rockwelt der Vorgänger-Ära, die als Inspiration und Idole Bestand hatten.
Kaum eine progressive Band der späten 1970er und 1980er, kaum ein Synth-Pop-Act, kaum eine New-Romantic-Gruppe, die nicht von der Vorbild-Funktion Roxy Musics sprachen.

Nach der 1976er Tour zum fünften Album „Siren“ schickte Bryan Ferry seine Band vorübergehend in den Ruhestand und versuchte sich an seiner Solo-Karriere, die aber nicht wirklich vom Fleck kam, sodass Roxy Music 1979 mit „Manifesto“ ein erstes von drei weiteren Alben herausbrachten, die wenig von der experimentierfreudigen, bahnbrechenden Qualität der frühen Jahre hatten, dafür umso mehr Charterfolg.

Die School Of Rock widmet sich aber nur dem Debüt, den darauf folgenden legendären Alben „For Your Pleasure“ (wie das Debüt noch mit Brian Eno), „Stranded“, „Country Life“, „Siren“ sowie den frühen Singles und der damaligen Live-Veröffentlichung „Viva!“, die Aufnahmen von 1973 bis 1975 zusammenfasst. Essentielle musikalische (und gestalterische, image-politische) Pop-Art.

Kommentare

ankahl vor einem Monat
Klasse Retro - Sendung... Als ich klein war hatte mein Bruder die Single "Virginia Plain". Fand ich ziemlich schräg.Habe sie jedoch immer wieder aufgelegt. Später ohne Eno fand ich den "Popper -Sound" ziemlich langweilig, obwohl ich immer wieder bei Punk -Freunden ein Roxy Music Album zwischen Ramones und Peter & the Test Tube Babes fand. Wahrscheinlich weger der Models auf dem Cover (...).Habe dann mehr den Weg Brian Eno`s verfolgt. Jetzt im Alter höre ich Bryna Ferry sehr sehr gerne. Luxus Pop ist gut. Hahaha. Bin wohl auch jetzt dekadent und so etwas...Bryan Ferry gehört letztendlich zu den 100 Voices of POP. Grüße
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ankahl vor einem Monat
Klasse Retro - Sendung... Als ich klein war hatte mein Bruder die Single "Virginia Plain". Fand ich ziemlich schräg.Habe sie jedoch immer wieder aufgelegt. Später ohne Eno fand ich den "Popper -Sound" ziemlich langweilig, obwohl ich immer wieder bei Punk -Freunden ein Roxy Music Album zwischen Ramones und Peter & the Test Tube Babes fand. Wahrscheinlich weger der Models auf dem Cover (...).Habe dann mehr den Weg Brian Eno`s verfolgt. Jetzt im Alter höre ich Bryna Ferry sehr sehr gerne. Luxus Pop ist gut. Hahaha. Bin wohl auch jetzt dekadent und so etwas...Bryan Ferry gehört letztendlich zu den 100 Voices of POP. Grüße
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Playlist

1.  Roxy Music / Out Of The Blue (Live)
Viva! Roxy Music (The Live Roxy Music Album) / Island
2.  Roxy Music / Re-Make/Re-Model (John Peel Radio Session)
Roxy Music (2018 Edition) / Virgin
3.  Roxy Music / Ladytron
Roxy Music / Island
4.  Roxy Music / Virginia Plain
Roxy Music (2018 Edition) / Virgin
5.  Roxy Music / Pyjamarama (Island Mix)
Complete Studio Recordings (Disc 9: Singles, B-Sides And Alternative Mixes) / Virgin
6.  Roxy Music / Do The Strand (USA 7" Mix)
Complete Studio Recordings (Disc 9: Singles, B-Sides And Alternative Mixes) / Virgin
7.  Roxy Music / In Every Dream Home A Heartache
For Your Pleasure / Island
8.  Roxy Music / Amazona
Stranded / Island
9.  Roxy Music / The Thrill Of It All (USA 7" Mix)
Complete Studio Recordings (Disc 9: Singles, B-Sides And Alternative Mixes) / Virgin
10.  Roxy Music / Love Is The Drug
Siren / Island
11.  Roxy Music / Both Ends Burning
Siren / Island