28.09.: Discount Music

Die Presseschau startet heute mit einer nicht neuen, aber immer noch aktuellen Frage an alle: Wieviel ist uns die Musik heutzutage wert? Die Mitarbeiter des Indielabels Asthmatic Kitty Records zumindest haben jetzt schon Bauchschmerzen, wenn sie an die Veröffentlichung des neuen Sufjan Stevens Album „The Age of Adz“ und an die zu erwartenden Dumpingpreise seitens des Internetriesen Amazon denken: „We have mixed feelings about discounted pricing. (…) A low price will introduce a lot of people to Sufjan’s music and to this wonderful album. For that, we’re grateful. But we also feel like the work that our artists produce is worth more than a cost of a latte.“ In einer Rundmail bitten sie Fans des Labels, Amazon beim Kauf des Albums möglichst zu umgehen, berichtet Pitchfork.

Probleme haben auch Sigur Ròs mit dem Vermarkten ihrer Musik, wenn auch komplett andere: Die sollte nämlich nach Möglichkeit niemals in einer kommerziellen Werbung zu hören sein – Anfragen seitens der Produktionsfirmen wurden bisher kategorisch abgelehnt. Unter der Überschrift „Homage or Fromage?“ postet die Band nun auf ihrer Homepage einen Eintrag, in dem sie ganz offen darlegt, wie die Firmen dennoch ihre Musik – minimal verfremdet – für ihre Werbeclips nutzten. Ganz schön dreist!

Cross-Marketing nennt man es hingegen wohl, was Animal Collective vorhaben: Ihre neu aufgenommenen Tracks erhält man nur, wenn man gleichzeitig die eigens bemalten Sneakers erwirbt. Dies meldet der NME. Der Erlös soll an eine Tierschutzorganisation gehen. Und für einen guten Zweck sammeln auch The XX: Ihre „X“-Lightboxen stehen noch bis zum 04. Oktober bei Ebay zur Auktion! Hier ist der Erlös für Amnesty International bestimmt.

Ob Jerry Hall den Erlös ihrer gerade erschienen Biografie für einen guten Zweck spenden wird, ist nicht bekannt. Dafür erfahren wir aber bereits jetzt, wie Mick Jagger es schaffte, Jerry Brian Ferry auszuspannen, und dass er für sie mit dem Heroinrauchen aufhörte. „He had amazing willpower.“ Auszüge aus ihrem Buch hat der britische Guardian.

Als „schlagkräftigste Links-Rechts-Kombination seit Martin Luther King und Malcolm X“ beschreibt die Zeit das Kollaborationsalbum von R’n’B Barde John Legend und der HipHop Institution The Roots. Die beiden haben vor allem schwarze Protestsongs aus den Sechzigern neu interpretiert, u.a. Stücke von Marvin Gaye oder auch Gil Scott Heron. Und apropos Gil-Scott Heron: dessen neues Video zu „New York Is Killing Me“ stammt von niemand geringerem wie Chris Cunningham und ist bei Pitchfork zu bestaunen.

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