Der Roland TR-808 ist zurück!

Der Roland TR-808 ist zurück (Foto: Wikimedia,
 Cc-by-sa-2.0)Der Drumcomputer TR-808 (Foto: By Roland_TR-808_&_909.jpg: Brandon Danielderivative work: Clusternote (Roland_TR-808_&_909.jpg), CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons, dieses Bild wurde digital nachbearbeitet)

16 Knöpfe, die die Welt veränderten: Die Roland TR-808 ist der wichtigste Drumcomputer der Popmusik. Der japanische Instrumentenhersteller hat gestern eine Neuauflage seiner legendären Maschine angekündigt – pünktlich zum 8. August, dem „808-Day“. Das kompakte Wunderkind hat seit seiner Einführung Anfang der 80er-Jahre mit seiner charakteristisch „boomigen“ Bassdrum den Sound der gesamten Pop-Welt geprägt.

Die TR-808 war einer der ersten programmierbaren Drumcomputer. Ihre nahezu unbegrenzten Gestaltungsmöglichkeiten bescherte MusikerInnen und ProduzentInnen eine neue kreative Freiheit. Der erste 808-Hit war „Sexual Healing“: Die tiefe Bassdrum und das distinktive Klatschen bildeten das rhythmisch schlagende Herz zu Marvin Gayes Soul-Klassiker. Die Maschine gab auch für einen weiteren gigantischen 80er-Jahre-Hit den Puls an: Whitney Houstons „I Wanna Dance With Somebody“. Am einflussreichsten war sie jedoch im damals noch sehr jungen HipHop: Genre-Vorreiter wie die Beastie Boys, Run DMC und Public Enemy schworen auf die 808. Nahezu jeder HipHop-Produzent verwendete ihren warmen, treibenden Sound – das US-amerikanische Technologie-Magazin Wired nannte sie die Fender Stratocaster des HipHops.

Auch jenseits der Popmusik der 80er-Jahre ist die 808 nicht mehr aus der Musiklandschaft wegzudenken: ob als rhythmische Basis des frühen Detroit-Techno, als düsterer Puls in Nine Inch Nails „Closer“, als komplette Grundlage für Kanye Wests Emo-Rap-Album „808s & Heartbreaks“, ob als Inspirationsquelle für Pop-Giganten von Damon Albarn bis Großraumdisco-Zampano David Guetta.

Dabei wird sie neben ihren akustischen Qualitäten auch für ihr analoges Design geschätzt. Robert Henke – Entwickler des Software-Sequenzers Ableton Live und damit ironischerweise einer der Anführer der digitalen Musikbewegung – schwärmt über den Drumcomputer: „Die TR-808 ist ein Kunstwerk. Sie ist Ingenieurskunst, wunderschön gemacht. Du schaust dir die Schalt-Diagramme an als wären sie eine Orchester-Partitur, du fragst dich: ‚Wie sind die darauf gekommen?‘ – Sie ist ein Meisterwerk.“

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