Zum 10. Todestag von Johnny Cash

Johnny CashJohnny Cash | Foto: (c) Universal Music 2010

Johnny Cash ist eine Koryphäe des Country. Er ging in den beinah 60 Jahren seiner Karriere stets seinen eigenen Weg. Sein tiefer Bassbariton, sein ernstes Auftreten und seine Texte, die oft Leid, Ärger und Vergebung verhandeln, machten ihn schon in den 60er Jahren zu einem unverwechselbaren Musiker.

Johnny Cash wurde am 26. Februar 1932 in Kingsland, Arkansas geboren. Seine Eltern gaben ihm keinen richtigen Namen, sondern die Initialen J.R. Erst als Cash als junger Mann bei der US-Luftwaffe anheuerte, nahm er John als offiziellen Namen an. Als Kind arbeitete Cash auf Baumwollfarmen und Bauernhöfen und erlebte die „Great Depression“ am eigenen Leib. Die Familie schaffte es, sich über Wasser zu halten. Seine Mutter brachte ihm früh das Gitarrespielen bei und schon mit 12 Jahren soll Johnny Cash seine ersten Lieder geschrieben haben – geprägt vom Gospel, den er in seiner Kindheit stets hörte und sang. Mit 18 Jahren ging Johnny Cash zur Royal Air Force und wurde für vier Jahre in Landsberg in Deutschland stationiert. Hier gründete er mit eins, zwei anderen Soldaten seine erste Band.

Kurz bevor er nach Deutschland ging, traf er in San Antonia, Texas Vivian Liberto, die er 1954 heiratete. Die beiden zogen nach Memphis, wo Cash auf den Gitarristen Luther Perkins und den Bassisten Marshall Grant traf, die ihn als „Tennessee Two“ lange begleiten sollte. Cash stellte sich bald bei Sun Records vor, wo er eine Gospel-Single aufnehmen wollte. Sam Philipps, der Chef des Labels, war daran nicht interessiert, erteilte Cash aber keine absolute Absage. Kurz darauf spielte Cash ihm das Stück „Hey Porter“ vor, was mehr nach Rockabilly klang. Das wurde 1955 zu seiner ersten Single bei Sun. In dieser Zeit schrieb Johnny Cash auch die „Folsom Prison Blues“ und „I Walk The Line“, die mittlerweile zu seinen bekanntesten und kommerziell erfolgreichsten Songs gehören.

Ende der 1950er wechselte der Musiker zum Label Columbia, da er bei Sun Records wenig Tantiemen erhielt und ihm verwehrt wurde, jemals ein Gospelalbum aufzunehmen. Hier bekam seine Karriere Auftrieb. Cash wurde immer erfolgreicher und spielte Unmengen an Konzerten. Um das durchzustehen, griff er bald zu Amphetaminen. „I was taking the pills for awhile, and then the pills started taking me.“, sagte er später. Johnny Cash wurde süchtig und sein gesundheitlicher Zustand verschlimmerte sich zusehends. Im Jahr 1966 reichte Liberto die Scheidung ein.

June Carter, die Cashs zweite Frau werden sollte, war da schon in sein Leben getreten. Er ist Anfang der 60er einige Male mit ihr, ihrer Mutter und ihrer Schwester aufgetreten. Schon da sollen Funken geflogen sein. Als es Cash so schlecht ging zogen Maybelle und Ezra Carter, die Eltern von June, mit June für einige Zeit bei dem Musiker ein um ihm beim Kampf gegen seine Sucht zu helfen. Das war ihm eine große Hilfe. June Carter hat Cash von den Drogen weg- und zur Religion hingeführt. Im Februar 1968 machte er ihr auf der Bühne einen Heiratsantrag. Die Hochzeit folgte eine Woche später.

Von 1969 bis 1971 hatte Johnny Cash eine eigene Fernsehsendung, „The Johnny Cash Show“. Er lud Musiker für Interviews und Konzerte ein, zum Beispiel Neil Young, Louis Armstrong und Bob Dylan. In dieser Zeit manifestierte sich Cashs Image als „The Man in Black“. Warum er schwarze Kleidung den strassbesetzten Cowboy-Anzügen vorzug, die in seinem Genre populär waren, darüber sang Cash in „The Man in Black“:

We’re doing mighty fine I do suppose
In our streak of lightning cars and fancy clothes
But just so we’re reminded of the ones who are held back
Up front there ought to be a man in black.

In den 1970ern hatte Johnny Cash mehr Erfolg mit Autobiografien als mit Singles. 1980 wurde er jedoch als jüngster Musiker in die Country Hall of Fame aufgenommen. Einige Jahre später gründete er mit Waylon Jennings, Willie Nelson, and Kris Kristofferson die Band The Highwaymen, die drei mäßig erfolgreiche Alben aufnahmen. Einen Wendepunkt erhielt Cashs Karrie Anfang der 90er. Er wandte sich jüngeren Bands und anderen Genres zu und sang zum Beispiel auf dem U2-Album „Zooropa“. So kam er in Kontakt mit Rick Rubin. Der Produzent und Def Jam-Gründer hatte ein neues Label gestartet, „American Recordings“. Hier veröffentlichte Johnny Cash seine letzten großen Alben, allen voran „American Recordings“, das 1994 einen Grammy für „Bestes zeitgenössisches Folkalbum“ gewann.

Im Alter von 65 Jahren wurde bei Cash eine Nervenerkrankung diagnostiziert. Daraufhin zog sich der Musiker weiter ins Private zurück, nahm aber weiterhin Songs auf und veröffentlichte „American III: Solitary Man“ im Jahr 2000 und „American IV: The Man Comes Around“ 2002. Das bekannteste Stück von der letzten Platte ist das Nine Inch Nails-Cover „Hurt“.
In all den Jahren wurde Johnny Cash von seiner Frau June Carter Cash begleitet. Am 15. Mai 2003 starb sie überraschend nach einer Lungen-OP. Johnny Cash folgte ihr vier Monate später – er starb am 12. September 2003.

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Diskussionen

2 Kommentare
  1. posted by
    werner
    Sep 12, 2013 Reply

    Lonny is not dead, he lives.
    From live to live he will give us inspiration.

    great wishes from the south, Werner

  2. posted by
    Werner
    Sep 12, 2013 Reply

    Sorry,
    here is the correct name: „Jonny“
    And he lives.
    Werner

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