Sendungen

Sortiert nach Genres
Alphabetische Darstellung
0
A
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
P
R
S
T
U
V
W
Z

Was ist Musik Männer unter Einfluß oder Kill yr Idols

ByteFM: Was ist Musik vom 04.05.2014

Ausgabe vom 04.05.2014: Männer unter Einfluß oder Kill yr Idols

Warum macht Tom Petty eigentlich so langweilige Musik, wenn er ganz und gar unlangweilige Musik von Wanda Jackson, Link Wray, Huey Piano Smith, Clarence Frogman Henry und Howlin' Wolf auf „Petty's Peculiar Picks“ versammelt, „The Best Of Tom Petty's Buried Treasure“? Warum klingen die meisten Bands auf „Bob Dylan in the 80s“ wie einfallslose Petty-Epigonen, wo sie doch Dylans verlorenes Jahrzehnt rehabilitieren wollen? Warum muss „From Another World – A Tribute To Bob Dylan“ scheitern? Der Versuch, Dylan-Songs in arabischem Sprechgesang aufzuführen, auf Hindi oder Romani, mal unter massivem Panflöteneinsatz, dann wieder getragen von einem Zither-artigen Instrument namens Zheng, initiiert von einem „nimmermüden Campaigner für nicht-westliche traditionelle Musiken“, (THE WIRE) – und am Ende doch nur ethnopluralistische Tristesse.

Warum hält Wolfgang Niedecken es für eine gute Idee, die Lieder seines Idols auf Kölsch zu singen, aus „Absolutely Sweet Marie“ „Wo Bess Du Hück Naach, Marie?“ zu machen und den „Highway 61“ zum „Nürburgring“? Hat er sich den Rat seines Kollegen Wolfgang Ambros zu Herzen genommen? „Denk ned nach!“ So heißt Dylans „Don't think twice“ auf Wienerisch, aus „Like a rolling stone“ macht Ambros „Allan wia a Stan“.

Und warum gibt sich Heinz Rudolf Kunze als Fan von The Fall aus?


Vom schlechten Einfluß guter Vorbilder und wie's auch anders geht.

Ich hab' geträumt ich war Wulff & Kunze quälen mit Mark E.Smith (2005)

Im Fußball stellen wir imaginäre Mannschaften: Mario Kempes, Bixente Lizarazu, Bruno Pezzey, Willi Lippens, Kenny Dalglish, Paolo Maldini, Sergej Barbarez, Thomas Rohrbach, Stan Libuda, Heinz Flohe, Sasa Ciric bilden eine Traumelf. Ohne Torhüter, mit wenig Laufvermögen und Disziplin, viel Offensivgeist und wenig Abwehr, wenigen Haaren und vielen Frisuren, viel Glam und überragenden individuellen Fähigkeiten. So hätten sie gute Chancen in der Regionalliga die Klasse zu halten. Ausserdem sind zwei schon tot. Der Star ist die Mannschaft. Stimmt, kommt von Berti Vogts. Aber trotzdem, stellen wir imaginäre Bands zusammen mit imaginären Platten. Aktuell (28.2.05) hätte ich gern Stephen Merritt (Magnetic Fields), Antony (von Antony & The Johnsons) Rufus Wainwright, Justus Köhncke, Sylvester und Eric D.Clark zusammen. Die wärmste Platte der Welt.

Ein langfristiges Lieblingsprojekt sieht vor, endlich Christian Wulff, Mark E.Smith und Heinz Rudolf Kunze in ein Studio zu sperren. Das scheitert bislang an Smith, der sich weigert Wulff und Kunze zur Kenntnis zu nehmen. Obwohl Kunze seit Jahren keine Gelegenheit ausläßt, zu betonen, dass er mindestens so ein eigensinniger Querkopf ist wie Mark E.Smith, und dass er alle Fall-Platten besitzt und alle Fall-Platten gut findet und so weiter. Von Mark E.Smith ist nicht überliefert, dass er alle H.R.Kunze-Platten besitzt und alle H.R.Kunze-Platten gut findet und dass er mindestens so ein eigensinniger Querkopf ist wie H.R.Kunze. Vielleicht liegt das daran, dass Mark E.Smith nie von sich sagen würde, dass er so ein eigensinniger Querkopf ist, weil er höchstens Platten macht, von denen H.R.Kunze sagt, sie klingen wie Platten von einem eigensinnigen Querkopf. Im Studio könnten Mark E. und H.R. dann über Doppelnamen und Mittelinitiale reden und dann könnte H.R. Mark E. erklären, wie es ist, wenn der eigene Kampfhund das Nachbarskind totbeißt und was eigentlich Christian Wulff im Studio zu suchen hat. Christian Wulff, lieber Mark E.Smith, ist Regierungschef des Landes, in dem Osnabrück liegt, die Stadt, in der H.R.Kunze so bekannt ist wie du in Manchester. Und seitdem der ungarisch-schwäbische Metzgersohn Joschka über ukrainisch-bajuwarische Transfer-Intrigen gestolpert ist, was intriganten Sozialmetzgern wie Fischer gerechterweise dann doch immer mal passiert, seitdem ist der beliebteste Politiker Deutschlands Christian Wulff, den meine Frau noch nicht mal kennt, obwohl sie aus dem selben Bundesland kommt. Das unterscheidet meine Frau von H.R.Kunze, der kürzlich in einem Interview gesagt hat, dass er neben Mark E.Smith auch Christian Wulff ganz interessant findet, was bestimmt damit zu tun hat, das H.R.Kunze denkt, dass nur original Querköpfe wie H.R. Kunze gleichermaßen Christian Wulff und Mark E. Smith gut finden können. Meine imaginäre Lieblingsplatte wäre also ein 24-Stunden-Livemitschnitt. Mark E.Smith und The Fall in einem kleinen Studio mit unbegrenzter Lautstärke und unbegrenztem Vorrat an Aufputschmitteln auf der einen Seite, Wulff und Kunze ohne Instrumente und ohne Aufputschmittel auf der anderen Seite. Und dann Battle of The Bands. Vorher müßte man aber Mark E.Smith noch alle H.R.Kunze-Platten und alle Christian Wulff-Reden zwangsvorspielen, damit er weiß, mit wem er es zu tun hat.

Der ehemalige Deutschlehrer und Fall-Fan Heinz Rudolf Kunze sollte in der deutschen Presse nicht mehr erwähnt werden, ohne daran zu erinnern, was er am 17.12.2001 in Stuckrad-Barres ”Lesezirkel” auf MTV über das neue Buch von Maxim Biller (”Das war die BRD”) gesagt hat: ”Ich finde er benimmt sich wie ein Quotenjude. Er ist arrogant, er hat kein Verständnis für das Land, in dem er beheimatet ist. Er macht uns runter ohne Mitleid, und ich empfinde ihn als Schmarotzer des deutschen Selbsthasses.” Ist das noch Möllemann oder schon Frey? Kunzes nicht ganz uneigennützigen Forderungen nach Deutschquoten sind längst obsolet. Dank des Sozialdemokraten Gornys Protektionismus wird mehr deutsches Produkt gekauft denn je, auch wenn es in den deutschen Charts nicht immer so aussieht wie in der letzten April-Woche, als der Mannheimer Gottesmann Xavier Naidoo hinter den Frankfurter Böhsen Onkelz auf Platz zwei rangierte.

Kommentare

(Noch keine Kommentare)
Eingeloggte "Freunde von ByteFM" können Kommentare hinterlassen.

Playlist

1.  Santo & Johnny / All Night Diner
Petty’s Peculiar Picka / Chrome Dreams
2.  Huey Piano Smith / Don’t You Just Know It
Petty’s Peculiar Picka / Chrome Dreams
3.  Wanda Jackson / Fujiyama Mama
Petty’s Peculiar Picka / Chrome Dreams
4.  Tom Petty & The Heartbreakers / Refugee
Damn The Torpedoes / RCA
5.  Johnny Cash / I Won’t Back Down
American III. Solitary Man / Columbia
6.  Johnny Cash & Bob Dylan / One Too Many Mornings
Songs From The Real America / Swingin’Pig Records
7.  Burma Orchestra Saing Waing / I Want You
From Another World – A Tribute To Bob Dylan / Universal
8.  Aaron Freeman & Slash / Wiggle Wiggle
Bob Dylan In The 80s – Volume One / ATQ
9.  The Brothers And Sisters / I Shall Be Released
Dylan’s Gospel / Light In The Attic
10.  The Brothers And Sisters / The Mighty Quinn
Dylan’s Gospel / Light In The Attic
11.  Roy Montrell / (Every Time I Hear) That Mellow Saxophone
Petty’s Peculiar Picka / Chrome Dreams
12.  Clarence „Frogman“ Brown / Ain’t Got No Home
Petty’s Peculiar Picka / Chrome Dreams
13.  Wanda Jackson / Funnel Of Love
Born Bad Volume One / Born Bad
14.  The Cramps / The Natives Are Restless
Psychedelic Jungle / I.R.S.
15.  Howlin’ Wolf / Down In The Bottom
Petty’s Peculiar Picka / Chrome Dreams
16.  The Swans / Just A Little Boy (For Chester Burnett)
To Be Kind / Mute