Zum 25. Todestag von Roy Orbison

Roy Orbison

„I wanted a record with words like Bob Dylan that sounded like Phil Spector—but, most of all, I wanted to sing like Roy Orbison. Now everyone knows that no one sings like Roy Orbison.“

„Jeder weiß, dass es niemanden gibt, der wie Roy Orbison singt“, das sagte Bruce Springsteen in einer Rede, die er zu Ehren der Aufnahme von Roy Orbison in die Rock’n’Roll Hall of Fame im Jahr 1987 hielt. Zu dem Zeitpunkt war Roy Orbison über 50 und auf dem Höhepunkt seines Comebacks. Seine Stimme hatte immer noch die gleiche Qualität wie in den frühen 60ern. Bei Orbisons Gesang schwang stets eine gewisse Melancholie, eine bisschen Traurigkeit mit. Seine Stimme stand bei seinen Songs im Mittelpunkt und hatte gerade wegen der charakteristischen Sanftheit eine ungemeine Ausstrahlung und Intensität. Barry Gibb ging, nachdem er „Crying“ gehört hatte, soweit zu sagen, dass Roy Orbison die Stimme Gottes hätte.

Orbison fiel der Erfolg nicht einfach zu. Es vergingen viele Jahre, in denen er als Songwriter arbeitete. Seine Stücke wurden aber in den Versionen anderer Bands bekannt, zum Beispiel „Claudette“, gesungen von den Everly Brothers. Doch seit er mit 6 Jahren seine erste Gitarre bekommen hatte, schrieb und sang Orbison seine eigenen Songs. Damit beeindruckte er Johnny Cash und Elvis Presley, die er in den 50ern kennenlernte. Über Cash gelangte Orbison mit seiner Band The Teen Kings 1956 zu Sun Records, doch größere Erfolge blieben aus. Mit „Only The Lonely“, dass Orbison 1960 in den RCA Nashville Studios aufnahm, nahm sein Durchbruch seinen Lauf. Elvis soll eine ganze Kiste mit Singles gekauft und an seine Freunde verschenkt haben, so begeistert war er von dem Song. In dieser Zeit prägte Orbison mit seiner Mischung aus Country und Popmelodien den sogenannten „Nashville Sound“.

„I wasn’t trying to be weird, you know? I didn’t have a manager who told me to dress or how to present myself or anything. But the image developed of a man of mystery and a quiet man in black somewhat of a recluse, although I never was, really.“

Roy Orbison war nicht vorbereitet auf die große Aufmerksamkeit, die ihm Anfang der 60er zuteil wurde. Er hatte keinen Manager, der ihn bezüglich Stil und Auftreten beraten konnte. Auf der Bühne machte Orbison kaum Bewegungen und er trug bevorzugt Schwarz. So bildete sich das Image vom geheimnisvollen Musiker mit der umwerfenden, sanften Stimme heraus.
1963 ging er in Großbritannien auf Tour mit den Beatles, die ihm beim ersten gemeinsamen Auftritt im Backstage festgehalten haben sollen, als die tosende und schreiende Menge zum wiederholten Male nach einer Zugabe verlangte. Doch die Musiker wurden auf Tour noch zu Freunden. Auch mit den Rolling Stones und den Beach Boys ging Orbison auf Konzertreise, so wurde er nach und nach in allen Ecken der Welt bekannt. Ende der 60er musste Orbison zwei furchtbare Tragödien verkraften. Erst starb seine erste Frau Claudette Frady bei einem Motorradunfall, dann fielen zwei seiner Söhne einem Feuer in Orbisons Haus zum Opfer, als er gerade in England weilte.

In den 70ern wurde es ruhig um Orbison, seine Platten verkauften sich nicht mehr so gut. Doch das Blatt sollte sich Mitte der 80er plötzlich wenden. Mit den Jahren hatten viele bekannte Musikerinnen und Musiker seine Songs gecovert und waren damit in den Charts gelandet. Sein Comeback machte er 1987 mit der Compilation „In Dreams: The Greatest Hits.“ Im gleichen Jahr nahm er mit k. d. lang ein Duett seines 1961er-Stücks „Crying“ auf und erhielt dafür einen Grammy. Gegen Orbisons Willen verwendete David Lynch „In Dreams“ für den Kultfilm „Blue Velvet“ – die von dem Song unterlegte Szene ging in die Kinogeschichte ein und Orbison wurde einem neuen Publikum bekannt. Und auf seine alten Tage gründete der Musiker eine neue Band, und was für eine. Für The Traveling Wilburys tat er sich mit Bob Dylan, George Harrison, Jeff Lynne und Tom Petty zusammen.

An den Aufnahmen zum zweiten Album der Gruppe konnte Orbison nicht mehr teilnehmen. Am 6. Dezember 1988 erlitt er einen Herzinfarkt und starb im Beisein seiner Familie im Alter von 52 Jahren.

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