Aaliyah – „Age Ain’t Nothing But A Number“ wird 25

Cover des Albums „Age Ain't Nothing But A Number“ von Aaliyah

Aaliyah – „Age Ain’t Nothing But A Number“ (Blackground / Jive)

Als Aaliyah am 24. Mai 1994 ihr Debütalbum „Age Is Nothing But A Number“ veröffentlichte, war die R&B-Sängerin aus New York gerade einmal 15 Jahre alt. Fünf Jahre vorher trat sie das erste Mal ins Licht der Öffentlichkeit, als sie im Rahmen der Talentshow „Star Search“ Seite an Seite mit Gladys Knight ihr Fernseh-Debüt feierte. Aaliyah war in der Tat jung und unleugbar sehr talentiert. „Egal wie alt ich bin, nehmt mich ernst“, könnte der Titel bedeuten.

Hört man die zwölf Tracks heute, ist vor allem eins beeindruckend: das unbändige Charisma, das diese junge Künstlerin ausstrahlt. Nach dem A-Capella-Stück „Intro“ folgt „Throw Your Hands Up“, mit dem Aaliyah binnen Sekunden klar macht, was für eine mächtige Sängerin hier am Mikrofon steht. Ihr samtener Sopran dominiert einen Old-School-HipHop-Beat mit sanfter Hand, als wäre es das natürlichste auf der Welt. Ihre Stimme bleibt auf konstant ruhigem Niveau – und verlangt dabei bei jeder Silbe volle Aufmerksamkeit. Selbstbewusste Kampfansagen, vorgetragen als wären sie Liebesbekundungen. „Straight from the streets is where I’m coming from / With the touch of jazz in me, check it“, singt sie.

„Throw Your Hands Up“ ist nicht der einzige Hit des Albums: „Back & Forth“ ist meisterhaft anschmiegsamer R&B. „At Your Best (You Are Love)“ eine schon unerträglich himmlischer Ballade, irgendwo zwischen Joni Mitchell und Mary J. Blige. Vom ruhigen, hochkonzentrierten Swagger von „Down With The Clique“ könnte man eine gerade Linie zum aktuellen Neo-R&B von Solange ziehen. Aaliyah klang gleichzeitig wie die Vergangenheit und die Zukunft.

Eine Stimme, zu groß um sich klein halten zu lassen

Leider wirft eine andere Figur einen Schatten über dieses Album: R. Kelly, der als Produzent und Songwriter von „Age Is Nothing But A Number“ agierte. Dem R&B-Künstler wird seit 2002 eine Reihe von Sexualstraftaten vorgeworfen, erst im vergangenen Februar wurde er erneut angeklagt und erschien nicht zur Verhandlung. 1994 schrieb Kelly für Aaliyah den Titeltrack „Age Ain’t Nothing But A Number“, in dem die junge Ich-Erzählerin ihre Liebe und Hingabe zu einem deutlich älteren Mann rechtfertigt. Erst später wurde bekannt, dass die beiden im August 1994 geheiratet hatten, als Aaliyah noch minderjährig gewesen war.

Als der Tumult um Aaliyahs und Kellys illegale Ehe drohte, ihre Kunst zu überschatten, brach sie den Kontakt zu ihm ab. Ihre Stimme war von Anfang an zu groß, um sich klein halten zu lassen. Zwei Jahre nach ihrem Debüt veröffentlichte sie ihr zweites Album „One In A Million“, bei dem Missy Elliott und Timbaland an den Reglern saßen. Letzterer produzierte auch ihr selbstbetiteltes drittes Album. Beide LPs waren R&B-Hits, mit denen Aaliyah sich als eigenständige Künstlerin etablierte. Sehr jung und sehr talentiert blieb sie bis zum tragischen Schluss. Am 25. August 2001 kam sie bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Sie wurde nur 22 Jahre alt.

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