Thundercat – "Apocalypse"

Thundercat - ApocalypseVÖ: 21. Juni 2013
Web: thundercattheamazing.tumblr.com/
Label: Brainfeeder

Musikalische Einseitigkeit kann man Stephen „Thundercat“ Bruner nicht vorwerfen: Als Session- und Tourbassist spielte er bereits mit Erykah Badu, den Red Hot Chili Peppers, Suicidal Tendencies und zuletzt Flying Lotus zusammen, der wie schon bei seinem Debut auch auf Thundercats zweiten Soloalbum „Apocalypse“ die Rolle des Co-Produzenten übernahm.

Aus einer Musikerfamilie stammend wuchs Thundercat unter dem Einfluss verschiedenster Musik auf. Sein Vater spielte Schlagzeug bei Diana Ross und den Temptations, sein Bruder trommelte u.a. schon für Jazzgrößen wie Wayne Shorter und Roy Hargrove. So ist es nicht verwunderlich, dass Stephen Bruner in seiner Jugend eine Vorliebe für die Platten von Herbie Hancock, Jaco Pastorius, Stevie Wonder und Michael Jackson entwickelte.

Diese Einflüsse ließ bereits Thundercats erstes Album deutlich durchscheinen. Auch auf „Apocalypse“ erwartet einen eine Mischung aus verschiedensten Genreelementen. In zwölf Tracks vermischen sich R&B, Jazz und Funk mit virtuoser Elektronik; Thundercats souliger Gesang trifft auf typische Brainfeeder-Beats. Trotz aller Gegensätzlichkeit klingt das homogen und schlüssig, ohne den nötigen Biss zu verlieren.

Thundercat lässt sich nicht zu viel Zeit, den Hörer diesen Biss spüren zu lassen: Schon nach wenigen Sekunden entfaltet sich der Opener „Tenfold“ in einem stampfenden Bassrhythmus und stimmt auf die akustischen Eskapaden ein, die im weiteren Verlauf folgen. Der anschließende Track „Heartbreaks + Setbacks“ ist catchy und beinahe poppig geraten und klingt mit einer Solobass-Einlage von Bruner aus. „Seven“ hingegen oszilliert mit ungeradem Metrum um hypnotische Bassarpeggien und löst sich schließlich im Wechselspiel von gedoppelten Vocals und schnellen Bassläufen auf. „Tron Song“ stellt eine in Tundercats samtigem Falsett gesungene (und angeblich an seine Katze gerichtete) Liebeserklärung vertrackten, schnellen Beats gegenüber.

Diese Gegenüberstellung von vermeintlich wenig zusammenpassenden musikalischen Bausteinen macht viel vom Drive aus, den das Album entwickelt. Reizvoll ist vor allem die nonchalante Leichtigkeit, mit der sich oft einfache, aber emotionale Lyrics mit komplexer Musik vermischen. „Apocalypse“ ist dadurch ein faszinierendes Album. Mühelos und mit enormer Spielfreunde schafft Thundercat es, Harmonien von Jazz und Soul-Vocals mit modernen Sounds und Beats zusammenzuführen und liefert trotz hohem musikalischen Anspruchs Songs, die gleichzeitig angenehm auf dem Boden geblieben sind, emotionale Tiefe bieten und schlichtweg Spaß machen.

Das ByteFM Album der Woche.

In den ByteFM-Magazin-Sendungen spielen wir täglich Musik aus unserem Album der Woche. Die ausführliche Hörprobe folgt am Freitag ab 13 Uhr in Neuland.

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