Kontrabass 1999 – ein Mixtape

1999 war ein besonderes HipHop-Jahr. Rap war nicht nur in den USA, sondern zunehmend auch in Deutschland kommerziell erfolgreich. Teenie-Presse und Popindustrie streckten ihre Fühler aus, Independent-Künstler bekamen Major-Deals, wichtige neue Stimmen aus dem Underground traten auf den Plan, manche von ihnen sind bis heute erfolgreich.
In New York trat Rawkus Records seinen Triumphzug an, ein Underground-Bollwerk gegen Mainstream-Trends und Kommerzialisierungs-Zwänge. Company Flow und Black Star hatten die Tür aufgestoßen, 1999 brachte Mos Def den Instant-Klassiker „Black On Both Sides“, Pharoahe Monch droppte „Simon Says“, The High & Mighty veröffentlichten „Home Field Adventures“ und mit „Soundbombing Part II“ erschien eines der besten HipHop-Mixtapes ever. Für eine kurze Zeit war Rawkus für viele Rap-Fans das beste Label der Welt.
Busta Rhymes und sein Flipmode Squad waren allgegenwärtig, Q-Tip veröffentlichte nach dem Ende von A Tribe Called Quest sein Solo-Debüt, Dr. Dre brachte „2001“ und Method Man und Redman feierten mit „Blackout“ Abrissparty auf Albumlänge. MF Dooms Debüt „Operation Doomsday“ und das erste und einzige Album von Madlibs Crew Lootpack erschienen, die Roots bekamen endlich die Aufmerksamkeit, die ihnen zustand, und aus Detroit feuerte ein junger Eminem ein Brett nach dem anderen ab, gekrönt von seinem Major-Debüt „The Slim Shady LP“.
Auf der anderen Seite des großen Teichs in London feierte derweil Roots Manuva mit seinem beeindruckenden „Brand New Second Hand“ sein Debüt auf der Rap-Bühne, und das ebenfalls in London beheimatete Label Mo‘Wax nahm das US-Duo Blackalicious unter Vertrag und veröffentlichte deren Debüt „NIA“.
In Deutschland waren 1999 alle Augen auf Hamburg gerichtet. Nach dem durchschlagenden Erfolg des Beginner-Albums „Bambule“ und dem unvergleichlichen „Sillium“ von Fünf Sterne Deluxe legten 1999 Doppelkopf ihr ebenso einmaliges „Von Abseits“ nach, Eins Zwo droppten mit „Gefährliches Halbwissen“ eine Bombe von Album, das noch heute zu den gefragtesten deutschen Rap-Platten überhaupt zählt.
Aber auch anderswo rumorte es. Völlig anders und mindestens genauso faszinierend war das, was man aus Berlin zu hören bekam: Kool Savas trat mit dem gleichermaßen schockierenden und unterhaltsamen „LMS“ auf den Plan. Im Ruhrpott hatten Too Strong einen Major-Deal an Land gezogen, während Creutzfeld und Jakob aus der Bunkerwelt in Witten ihre erste EP unters Volk brachten.
In Minden und Bad Oeynhausen bastelten Curse und Busy ihre Bretter, DCS hielten die Fahne für Rap aus Köln hoch, in Stuttgart kündigten die Massiven Töne ihren „Überfall“ an und Freundeskreis brachten mit „Esperanto“ ein Meisterwerk. Die Stieber Twins verwalteten derweil eindrucksvoll ihren Legendenstatus und droppten mit „Malaria“ einen der besten deutschen Rap-Tracks überhaupt, während in München Blumentopf mit ihrem zweiten Album „Großes Kino“ den Grundstein für ihre überaus erfolgreiche Karriere legten.
Die heutige Sendung wirft im Stil eines Mixtapes ein Schlaglicht auf diese aufregende Zeit vor 20 Jahren – ohne den Anspruch, komplett und repräsentativ zu sein, ohne die offensichtlichsten Hits, aber hoffentlich mit einem guten Flow.
In New York trat Rawkus Records seinen Triumphzug an, ein Underground-Bollwerk gegen Mainstream-Trends und Kommerzialisierungs-Zwänge. Company Flow und Black Star hatten die Tür aufgestoßen, 1999 brachte Mos Def den Instant-Klassiker „Black On Both Sides“, Pharoahe Monch droppte „Simon Says“, The High & Mighty veröffentlichten „Home Field Adventures“ und mit „Soundbombing Part II“ erschien eines der besten HipHop-Mixtapes ever. Für eine kurze Zeit war Rawkus für viele Rap-Fans das beste Label der Welt.
Busta Rhymes und sein Flipmode Squad waren allgegenwärtig, Q-Tip veröffentlichte nach dem Ende von A Tribe Called Quest sein Solo-Debüt, Dr. Dre brachte „2001“ und Method Man und Redman feierten mit „Blackout“ Abrissparty auf Albumlänge. MF Dooms Debüt „Operation Doomsday“ und das erste und einzige Album von Madlibs Crew Lootpack erschienen, die Roots bekamen endlich die Aufmerksamkeit, die ihnen zustand, und aus Detroit feuerte ein junger Eminem ein Brett nach dem anderen ab, gekrönt von seinem Major-Debüt „The Slim Shady LP“.
Auf der anderen Seite des großen Teichs in London feierte derweil Roots Manuva mit seinem beeindruckenden „Brand New Second Hand“ sein Debüt auf der Rap-Bühne, und das ebenfalls in London beheimatete Label Mo‘Wax nahm das US-Duo Blackalicious unter Vertrag und veröffentlichte deren Debüt „NIA“.
In Deutschland waren 1999 alle Augen auf Hamburg gerichtet. Nach dem durchschlagenden Erfolg des Beginner-Albums „Bambule“ und dem unvergleichlichen „Sillium“ von Fünf Sterne Deluxe legten 1999 Doppelkopf ihr ebenso einmaliges „Von Abseits“ nach, Eins Zwo droppten mit „Gefährliches Halbwissen“ eine Bombe von Album, das noch heute zu den gefragtesten deutschen Rap-Platten überhaupt zählt.
Aber auch anderswo rumorte es. Völlig anders und mindestens genauso faszinierend war das, was man aus Berlin zu hören bekam: Kool Savas trat mit dem gleichermaßen schockierenden und unterhaltsamen „LMS“ auf den Plan. Im Ruhrpott hatten Too Strong einen Major-Deal an Land gezogen, während Creutzfeld und Jakob aus der Bunkerwelt in Witten ihre erste EP unters Volk brachten.
In Minden und Bad Oeynhausen bastelten Curse und Busy ihre Bretter, DCS hielten die Fahne für Rap aus Köln hoch, in Stuttgart kündigten die Massiven Töne ihren „Überfall“ an und Freundeskreis brachten mit „Esperanto“ ein Meisterwerk. Die Stieber Twins verwalteten derweil eindrucksvoll ihren Legendenstatus und droppten mit „Malaria“ einen der besten deutschen Rap-Tracks überhaupt, während in München Blumentopf mit ihrem zweiten Album „Großes Kino“ den Grundstein für ihre überaus erfolgreiche Karriere legten.
Die heutige Sendung wirft im Stil eines Mixtapes ein Schlaglicht auf diese aufregende Zeit vor 20 Jahren – ohne den Anspruch, komplett und repräsentativ zu sein, ohne die offensichtlichsten Hits, aber hoffentlich mit einem guten Flow.
Weitere Ausgaben von Kontrabass
Playlist
1. |
Common, Sadat X / 1999 Soundbombing Part II / Rawkus |
… |
2. |
Roots Manuva / Clockwork Brand New Second Hand / Big Dada |
… |
3. |
Doppelkopf / Regen Für Immer Von Abseits / Hong Kong |
… |
4. |
The High & Mighty / Top Prospects Feat. Evidence, Defari Home Field Advantage / Rawkus |
… |
5. |
Curse / Risiko Feat. Stieber Twins 99‘ Essenz EP / Jive |
… |
6. |
Eins Zwo / Sternzeichen Krebs Feat. Nico Suave Gefährliches Halbwissen / Yo Mama |
… |
7. |
Mos Def / Do It Now Feat. Busta Rhymes Black On Both Sides / Rawkus |
… |
8. |
Rah Digga / What The Call Me Dirty Harriet / Elektra |
… |
9. |
MF Doom / Gas Drawls Operation Doomsday / Metal Face Records |
… |
10. |
Eminem / Role Model The Slim Shady LP / Aftermath/Interscope |
… |
11. |
Black Moon / War Zone War Zone / Duck Down |
… |
12. |
Lootpack / Long Awaited Feat. Dilated Peoples Soundpieces: Da Antidote! / Superrappin |
… |
13. |
Too Strong / Acht Augen Blicken Tief Feat. Pahel Die Drei Vonne Funkstelle / Virgin |
… |
14. |
DCS / Open Spaces Feat. Der Klan, Curse 1999… Von Vorne! / Deck 8 |
… |
15. |
Creutzfeld & Jakob / Partner Teil 1 Partner EP / Put Da Needle To Da Records |
… |
16. |
Blumentopf / Block & Bleistift Großes Kino / Four Music |
… |
17. |
The Roots / Ain’t Sayin’ Nothin’ New Things Fall Apart / MCA |
… |
18. |
Blackalicious / Shallow Days NIA / Mo’Wax |
… |
19. |
Eins Zwo / Schön Dass Es Euch Gibt Gefährliches Halbwissen / Yo Mama |
… |
Kommentare