De La Soul: neues Studioalbum im August

Bild von De La SoulDe La Soul (Quelle: Check Your Head)

Gestern gaben De La Soul bekannt, dass ihr neues, achtes Album „And The Anonymous Nobody“ am 26. August 2016 erscheinen wird. Über die Crowdfunding-Plattform Kickstarter hatten sie im letzten Jahr innerhalb eines Monats ein Produktionsbudget von 600 000 Dollar generiert, das ihnen heute wohl kaum ein Label noch zur Verfügung gestellt hätte. Und das bei absoluter kreativer Kontrolle.

Im nächsten Jahr werden De La Soul 30 Jahre alt. So lange ist es her, dass sich ein paar Schulfreunde in Long Island zusammentaten, um es ihren HipHop-Vorbildern aus der Inner City gleichzutun. Sie waren keine Jungs von der Straße, sondern afroamerikanische Mittelstandskids. Auf ihrem Debütalbum „3 Feet High & Rising“ riefen sie das „Daisy Age“ aus und wurden als HipHop-Hippies wahrgenommen, ihre Musik samplete sich nicht nur durch Funk und Soul, sondern auch Rock, Folk und abseitige Library-Platten. De La Soul haben HipHop und seine Wahrnehmung nachhaltig verändert.

De La Souls letztes Studioalbum „The Grind Date“ liegt zwölf Jahre zurück. Trotzdem sind Posdnous, Maseo und Dave nie stehengeblieben. Nach dem Erfolg mit ihrem Debüt „3 Feet High & Rising“ proklamierten sie „De La Soul is Dead“. Mit „Buhloone Mindstate“ prägten sie die Ära des Jazz-Rap, mit „Stakes Is High“ bildeten sie 1996 eine Gegenstimme des Vernunfts zum Wahnsinn des Eastcoast-Westcoast-Kriegs. Auf der „AOI“-Reihe experimentierten sie mit neuen Formaten und Sounds, für „The Grind Date“ arbeiteten sie 2004 mit neuen Helden wie Madlib, J Dilla und MF Doom zusammen.

„And The Anonymous Nobody“ wurde von der Band selbst produziert. Man wollte eine Platte aufnehmen, die genau wie „3 Feet High And Rising“ auf einer möglichst vielseitigen Auswahl von Samples basiert. Da dies aufgrund der urheberrechtlichen Situation seit nunmehr 25 Jahren nicht mehr so leicht möglich ist, nahmen De La Soul, ähnlich wie einst die Beastie Boys für „Check Your Head“, einfach ihr eigenes Sampling-Material auf. 300 Stunden Musik wurden angeblich im Studio eingespielt, in Stilen von Soul und Funk über Disco und Bossa bis hin zu Reggae und Dub.

Natürlich besitzen De La Soul im Jahr 2016 einen Status, der es ihnen erlaubt, eine beeindruckende Gästeliste aufzufahren: Damon Albarn von Blur respektive den Gorillaz ist dabei, genau wie David Byrne von den Talking Heads. Snoop Dogg, 2 Chainz und Roc Marciano rappen Gastparts. Jill Scott, Usher und Estelle singen Hooks. Die Relevanz der Band scheint zumindest für ihre Weggefährten, Bewunderer und Fans ungebrochen. Von 11 000 Crowdfundern nahmen sie 600 000 Dollar für das Album ein: die zweiterfolgreichste Kampagne in der Geschichte der Kickstarter-Plattform.

Vorab erschienen mit der EP „For Your Pain & Suffering“ bereits ein paar Leftovers aus dem Schneideraum, die es nicht auf das Album geschafft haben. Außerdem wurde ein Konzert einer der besten Live-HipHop-Bands überhaupt angekündigt: Am 18. Juni 2016 im Düsseldorfer Stahlwerk.

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Diskussionen

1 Kommentar
  1. posted by
    Moritz Wolf
    Mai 24, 2016 Reply

    Wow, dann hab ich endlich wieder mal Zeit, mich durch all die angestauten Leselisten zu wühlen, und dann das! Der Sommer kann kommen, wir werden alle bereit sein, mit einem breiten Lächeln im Gesicht!

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