Bärchen und Die Milchbubis

Bärchen und Die Milchbubis Bärchen und die Milchbubis ließen sich bis zum zweiten Album 43 Jahre lang Zeit (Foto: Tapete)

Bärchen und die Milchbubis sind eine Power-Pop/Punk-Band aus Hannover. Gegründet wurde die Band 1979 von Annette Grotkasten (Gesang), Rudolf Grimm (Gitarre), Andreas Kühne (Schlagzeug) und Martin Fuchs (Bass).

Anfang 1980 spielten sie ihr erstes Konzert, es folgten Auftritte mit der ebenfalls aus Hannover stammenden Punk-Band Hans-A-Plast. Im selben Jahr erschien die erste EP „Jung kaputt spart Altersheime“ auf dem Label No Fun Records, Zentrum der damaligen DIY/Punk-Szene in Hannover. Der Titelsong wurde zu einem Radio-Hit. In dieser Zeit verließ Bassist Martin Fuchs die Band und wurde von Kai Nungesser abgelöst. Daraufhin spielten Bärchen und die Milchbubis ihr erstes Album „Dann macht es Bumm“ (1981) ein. Es folgten einige Singles bzw. Beiträge zu Samplern. Für den Film „Deutsche Welle“ von Michael Bentele steuerte die Band zwei Songs bei, insbesondere „Tiefseefisch“ wurde bekannt. Mit ihrer deutschsprachigen Mischung aus Power-Pop, New Wave und Post-Punk wollten Bärchen und die Milchbubis eigentlich nicht der Neuen Deutschen Welle zugeordnet werden, was sich jedoch nicht vermeiden ließ. Die Band erlangte nicht nur im Underground Bekannheit, sondern wurde sogar in der Bravo besprochen. Ein erklärter Fan der Band ist Bela B. (Die Ärzte). Nachdem Bärchen und die Milchbubis 1982 noch an einem zweiten Album gearbeitet hatten, lösten sie sich 1983 auf, ohne das Album fertigzustellen.

2020 fand sich die Band um Sängerin Annette Simons (geb. Grotkasten) in etwas veränderter Besetzung (Kai Nungesser am Bass, Markus Joseph am Schlagzeug) wieder zusammen, 2021 erschien die Compilation „Endlich wieder betrunken“ auf Tapete Records, 2024 folgte mit „Die Rückkehr des Bumm!“ das zweite Album der Bandgeschichte und die Band ging wieder auf Tour.



Bärchen und Die Milchbubis im Programm von ByteFM:

Bärchen und die Milchbubis – „Endlich komplett betrunken“ (Rezension)

Von Irene Schulz
(14.12.2021)
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Bärchen und die Milchbubis – „Endlich komplett betrunken“ (Rezension)
Bärchen und die Milchbubis – „Endlich komplett betrunken“ (Tapete Records) // Bärchen und die Milchbubis, eine Band aus Hannover irgendwo zwischen Punk und Neue Deutsche Welle. 1980 brachten sie ihre erste EP heraus mit der Mitgröl-Hymne „Jung kaputt spart Altersheime“, die unter anderem Bela B „rauf und runter gehört“ haben soll. Ein Jahr später folgte die LP „Dann macht es Bumm“, nach eigenen Angaben in nur zwei Tagen aufgenommen und abgemischt. Begeisterte Kritiken gab‘s unter anderem in der Bravo und Die Zeit, drei Livetouren, 1983 dann die plötzliche Auflösung. „Wir hatten die musikalische Orientierung so ein bisschen verloren“, sagt Sängerin Annette „Bärchen“ Simons knapp vierzig Jahre später im Interview mit Ruben Jonas Schnell. Nun melden sich Bärchen und die Milchbubis aus der Versenkung zurück: „Endlich komplett betrunken“ enthält ihr Gesamtwerk sowie Sampler-Beiträge, zwei neue Studio-Aufnahmen und ausgewählte Live-Mitschnitte (die zwar wenig verständlich sind, aber ein deutliches Stimmungsbild abgeben). Kein Album im klassischen Sinne, sondern eine Compilation zum Erinnern und Freuen. Der nostalgische Spaß sei alteingesessenen Fans gegönnt – aber ist das für diejenigen, die nach 1980 geboren wurden, interessant? // In einfachen Texten drücken Bärchen und die Milchbubis das aus, was heute sehr klug klingende Begriffe beschreiben: internalisierter Kapitalismus, toxische Männlichkeit („Muskeln“, „Tiefseefisch“), Sexpositivität („Schweinekram“) – alles dabei. Mit dem neu aufgenommenen Mashup „Tagebuch/Samen im Darm“ (The Cretins lassen grüßen) reagieren Bärchen und die Milchbubis außerdem auf gesellschaftliche Homofeindlichkeit, die in Simons' Augen in den vergangenen Jahren eher zu- als abgenommen hat. Garniert wird das Ganze mit knarziger Gitarre und heiserem Gesang, der des Öfteren den Ton verfehlt. Das soll ja auch so. „Endlich komplett betrunken“ ist eine Erinnerung daran, dass es nicht viel mehr als ein paar Akkorde braucht, um Musik mit Stimmung und Haltung zu machen. Und dass das Leben auch mit „No-Future“-Attitüde irgendwie weitergeht. „Von heute an will ich nicht älter werden“, hat Simons 1981 gesungen. Schön, dass dieses Vorhaben gescheitert ist: 2022 wollen Bärchen und die Milchbubis zurück auf die Bühne.

Zu kalt und glitschig: „Tiefseefisch“ von Bärchen Und Die Milchbubis

Von ByteFM Redaktion
(11.09.2020)
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Zu kalt und glitschig: „Tiefseefisch“ von Bärchen Und Die Milchbubis
Bärchen Und Die Milchbubis Zu kalt und glitschig fand 1981 Annette Grotkasten jemanden im Song „Tiefseefisch“. Das Meerestier gab dann auch diesem Stück ihrer Band Bärchen Und Die Milchbubis seinen Namen. Ein ungewöhnlicher Vergleich, aber ein schönes Bild: Wenn man jemanden zu kalt und glitschig findet, hält man sich besser fern. Bärchen Und Die Milchbubis gibt es seit über 35 Jahren nicht mehr, aber sie klingen erstaunlich zeitgemäß. Wenn jemand behauptete, „Tiefseefisch“ sei vor drei Monaten erschienen, dann könnte man das glatt glauben. Und wären sie eine aktuelle Band, könnten sie gut und gerne mit Erregung Öffentlicher Erregung, deren „EÖE“ gerade unser Album der Woche ist, auf Tour gehen. Sound und Attitüde passen jedenfalls formidabel zusammen. Alleine durch seinen Namen setzte sich das Hannoveraner Quartett von den Macker-Tendenzen in der Punkszene ab. Und auch musikalisch waren Bärchen Und Die Milchbubis anders als andere Bands. Spannender und weniger vorhersehbar als das Gros der deutschen Punkbands klangen ihre Aufnahmen. Von denen es leider nicht besonders viele gibt: eine Single, eine EP und ein Album – jedes Format einmal. Die wurden auch allerorten positiv besprochen, doch dann war Mitte 1983, ungefähr drei Jahre nach dem ersten Auftritt der Band, Feierabend. Der Song „Tiefseefisch“ von Bärchen Und Die Milchbubis ist 1981 auf dem Album „Und dann macht es Bumm“ erschienen und heute unser Track des Tages. Hört und seht ihn Euch hier an:

ByteFM Magazin

Bärchen und die Milchbubis zu Gast

(22.04.2024 / 14:00 Uhr)
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ByteFM Magazin - Bärchen und die Milchbubis zu Gast
Mit Hits wie „Jung kaputt spart Altersheime“ oder „Tiefseefisch“ wurden Bärchen und die Milchbubis aus Hannover Anfang der 1980er bekannt, um nicht zu sagen: berühmt. So landete die Band sogar in der Bravo. Dabei war ihr Ansatz ziemlich DIY/Punk. Mit der deutschsprachigen Mischung aus Power-Pop, New Wave und Post-Punk wollten sie eigentlich nicht der Neuen Deutschen Welle zugeordnet werden. Nach nur einer EP und einem Album („Dann macht es Bumm“) auf dem Label No Fun Records war 1983 erst einmal Schluss. 2020 fand sich die Band um Sängerin Annette Simons in etwas veränderter Besetzung wieder zusammen, 2021 erschien die Compilation „Endlich wieder betrunken“ auf Tapete Records, am 19. April 2024 folgte mit „Die Rückkehr des Bumm!“ das zweite Album der Bandgeschichte. Nun gehen Bärchen und die Milchbubis auf eine große Deutschland-Tour, präsentiert von ByteFM: // Vor dem Tourauftakt am 28. April sind Bärchen und die Milchbubis zu Gast im ByteFM Magazin.

Zimmer 4 36

Bärchen und der Moderne Man

(25.11.2020 / 09:00 Uhr)
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Zimmer 4 36 - Bärchen und der Moderne Man
In den späten 70er, frühen 80er Jahren hieß Annette noch Grotkasten und war in Hannover Sängerin der Band Bärchen und die Milchbubis. Martin Simons war damals Teil von Der Moderne Man, zunächst Bassist und später Sänger der Gruppe. Kennengelernt hat Ruben die beiden nicht damals in Hannover, sondern erst vor ein paar Wochen, in Vorbereitung der heutigen Ausgabe vom Zimmer 4 36. Seit einiger Zeit spielen beide Gruppen wieder live, genau wie zum Beispiel auch Hans-A-Plast, die in den frühen 80ern, wie Bärchen und die Milchbubis und Der Moderne Mann beim Label No Fun Records in Hannover veröffentlichten.

Zimmer 4 36

Im Zimmer mit Bärchen

(18.05.2023 / 17:00 Uhr)
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Zimmer 4 36 - Im Zimmer mit Bärchen
Annette Simons (Bärchen) von Bärchen und die Milchbubis ist zu Gast im Zimmer 4 36. // Am 27. Mai 2023 spielen Bärchen und die Milchbubis bei der Veranstaltung "Zurück in die Zukunft: wie der Punk nach Hannover kam" im Raschplatz Pavillon in Hannover, präsentiert von ByteFM. Dort dann auch auf der Bühne: Der Moderne Man und Annette Benjamin von Hans-A-Plast.

10 bis 11

Endlich komplett betrunken

(17.12.2021 / 10:00 Uhr)
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Mit einer Compilation unter dem ehrlichen Titel „Endlich komplett betrunken“, melden sich Bärchen und die Milchbubis, die Band um Sängerin Annette „Bärchen“ Simons aus Hannover zurück. Zwischen Punk und Neue Deutsche Welle starteten Bärchen und die Milchbubis aus ihrer lokalen Musikszene heraus 1981 mit ihrem Debütalbum „Dann Macht Es Bumm“ durch und landeten mit Ohrwurm-Hymnen wie „Jung kaputt spart Altersheime“ als Geheimtipp in den Geschichtserzählungen des deutschsprachigen Punks.

Ein Topf aus Gold

Drogen

(25.12.2018 / 18:00 Uhr)
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Ein Topf aus Gold - Drogen
Rauchen, Trinken, Schlimmeres. Die Popmusik ist voll von Drogen. In dieser Sendung hören wir Musik von Bands, die sich nach Rauchwerk benannt haben (The Cigarettes, Die Cigaretten); von solchen, die Schnaps (Bärchen und die Milchbubis) oder den Heroinkonsum (The Velvet Underground) besingen; und erfahren von Farai, was die Bänker nehmen sowie von Ella Fitzgerald, woher der Kick wirklich kommt.

Praxis Pop

Altes, Neues & Liegengebliebenes

(01.12.2022 / 12:00 Uhr)
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Neues u.a. von Temmis und Haftbefehl, Altes u.a. von Bärchen und die Milchbubis und Stevie Wonder & Liegengebliebenes von Ionna Gika und Sky Ferreira.

Neuland

Gute Sounds, Brüder & Schwestern und ausfransende Fäden

(19.04.2024 / 12:00 Uhr)
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Außerdem gibt es neue Musik von Melvins, Dana Gavanski, Bärchen und die Milchbubis, The KVB, A Certain Ratio sowie eine ausführliche Vorstellung von „Silence Is Loud”, unserem Album der Woche von Nia Archives.

Ein Topf aus Gold

Widersprüche

(02.10.2018 / 18:00 Uhr)
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Mit dabei sind außerdem neue Veröffentlichungen von Erregung Öffentlicher Erregung, Noname, Ivy Sole – und Älteres von Britta, Bärchen und die Milchbubis und ESG.

Hidden Tracks

No Fun (1977-83)

(15.09.2021 / 22:00 Uhr)
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Hidden Tracks - No Fun (1977-83)
Zu hören sind u. a. Hans-A-Plast, Bärchen Und Die Milchbubis, Der Moderne Man, 39 Clocks und Die Ihmespatzen.

ByteFM Mixtape

zusammengestellt von Isolation Berlin

(15.03.2022 / 18:00 Uhr)
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ByteFM Mixtape - zusammengestellt von Isolation Berlin
Mit dabei sind Songs von Element Of Crime, Grauzone, Bärchen und die Milchbubis und natürlich: Nina Hagen.

Ein Topf aus Gold

Älter werden

(27.03.2024 / 23:00 Uhr)
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Ein Topf aus Gold - Älter werden
Klaus Johann Grobe machen ein Album übers Älterwerden und singen nun auf Italienisch, obwohl sie die Sprache gar nicht beherrschen. Bärchen und die Milchbubis wollen erst nicht älter werden, 40 Jahre später sind sie aber froh, dann doch älter geworden zu sein. Und Christiane Rösinger feiert die Freuden des Alterns.

Praxis Pop

Kennst Du eigentlich ...

(04.05.2023 / 12:00 Uhr)
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... Burnout Ostwest, Modular, Interhotel oder Die Benjamins? Falls nicht, sollte sich das im Verlauf dieser Sendung ändern. Außerdem hören wir Musik von Hans-A-Plast, Bärchen und die Milchbubis und Songs aus dem neuen Album "One Star" von Jungstötter.

Antikörper

Streitgeist

(30.03.2024 / 23:00 Uhr)
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Antikörper - Streitgeist
Außerdem gibt es in der heutigen Sendung neue Musik von Mean Jeans, Illegale Farben, The Sex Organs, Pisse, Th' Losin Streaks, Bärchen Und Die Milchbubis, Metz, The Children's Hour, Green Day, Drunk Mums, The Sleeveens, Jad Fair, Küken, Briefbombe, Choncy und Streckmittel.

10 bis 12

My Soft Maschine

(30.05.2023 / 10:00 Uhr)
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Außerdem gibt es Musik von Baxter Dury, Bärchen und die Milchbubis den Babyshamels.

Silent Fireworks

It takes one to know one

(13.03.2021 / 12:00 Uhr)
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In dieser Ausgabe singen Bärchen Und Die Milchbubis über „Schweinkram", verkauft Jazmine Sullivan ihren Körper für Geld, Lizzy Mercier Descloux tut das unter gar keinen Umständen und finden The Anemic Boyfriends männliche Sexualität schlicht indiskutabel.

Neuland

Was vom Dezember übrigblieb

(07.01.2022 / 12:00 Uhr)
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Rumpelig geht es bei Bärchen Und Die Milchbubis zu. Ihr DIY geprägter Deutschpunk aus den frühen 80ern ist auf der Werkschau „Endlich Komplett Betrunken“ wiederzuentdecken.