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Sade

Sade (*16. Januar 1959 als Helen Fọláṣadé Adú in Ibadan, Nigeria) ist eine erfolgreiche nigerianisch-britische Soul- und Smooth-Jazz-Sängerin und Songwriterin. Ihr Debütalbum „Diamond Life“ erschien 1984. 

Sade, die als Tochter einer Engländerin und eines Nigerianers in Nigeria zur Welt kam, wuchs im nordostenglischen Essex auf. Ihre musikalische Karriere begann sie als Sängerin bei der britischen Latin-Soul-Gruppe Pride. 1983 trennte sie sich von dieser und gründete zusammen mit weiteren ehemaligen Mitgliedern von Pride die nach ihr benannte Band Sade. Mit „Smooth Operator“ landete die Gruppe direkt einen Riesenhit und das dazugehörige Album „Diamond Life“ wurde mit seiner Mischung aus poppigem Soul und Smooth-Jazz zu einer der erfolgreichsten Platten der Ära. Die beiden Nachfolger „Promise“ (1985) und „Stronger Than Pride“ (1988) erreichten sogar Platinstatus. Zahlreiche namhafte Musiker*innen haben öffentlich angegeben, Fans von Sade und ihrer markant-souligen Gesangsstimme zu sein, darunter Talib Kweli, Missy Elliott und Beyoncé. 

Nach einer siebenjährigen Pause meldete sich Sade im Jahr 2018 mit dem Song „Flower Of The Universe“ zurück. Er war Teil des Soundtracks zum Disney-Blockbuster „Das Zeiträtsel“. Im Jahr 2020 widmete sich ByteFM-Moderator Ingo Scheel in einer Ausgabe seiner Sendung Flashback dem Debütalbum von Sade.


Saint Etienne

Saint Etienne ist eine britische Indie-Dance-Band aus London. Sie besteht aus Sängerin Sarah Cracknell (*12.04. 1967) und den beiden Musikjournalisten und Keyboardern Bob Stanley und Pete Wiggs. Ihr erstes Album „Foxbase Alpha“ erschien 1991. Cracknell war damals noch kein festes Bandmitglied und so singt auf dem Neil-Young-Cover „Only Love Can Break Your Heart“ noch Moira Lambert, die auch 1996 mit Paul Oakenfield den UK-Hit „Skin On Skin“ für das Projekt Grace schrieb. Neben „Only Love Can Break Your Heart“ entwickelte sich auch „Nothing Can Stop Us“ (mit Cracknell) zu einem beachtlichen Single-Erfolg für Saint Etienne.

Die Platten von Saint Etienne waren stets reich an Verweisen auf die Geschichte der britischen Subkultur. Speziell das zweite Album „So Tough“ steckte voller Anspielungen auf die Mod-Szene der 1960er und hatte einen starken London-Bezug. In dem deutschen Film „Bandits“ spielt die Band der Protagonistinnen eine textlich leicht veränderte Version des Songs „Hobart Paving“ von „So Tough“ unter dem Titel „Catch Me“. Saint Etiennes nächstes Album „Tiger Bay“ von 1994 wiederum verband englische Folkmusik mit elektronischer Tanzmusik.

Zuletzt erschien 2017 das Album „Home Counties“. Wiggs und Stanley veröffentlichen zudem regelmäßig hervorragend recherchierte Zusammenstellungen mit weitgehend unbekannten Raritäten aus der britischen Popgeschichte. Sarah Cracknell hat zwischen 1997 und 2016 drei Soloalben veröffentlicht.

 


Salt-N-Pepa

Salt-N-Pepa sind ein einfluss- und erfolgreiches US-amerikanisches HipHop-Duo, das 1985 in New York City gegründet wurde. Es besteht aus Cheryl „Salt” James und Sandra „Pepa” Denton. Ihr gefeiertes Debüt „Hot, Cool & Vicious” erschien 1986 und war das erste Album eines weiblichen HipHop-Acts, das Gold- und Platinstatus erreichte.

Salt-N-Pepa waren einer der ersten weiblichen HipHop-Acts. Mit ihren selbstbewussten Texten, die häufig Sex zum Thema hatten, trugen sie wesentlich dazu bei, den Ruf des als frauenverachtend geltenden Genres zu verändern. Gegründet wurde die Gruppe 1985 von den beiden Freundinnen Cheryl James und Sandra Denton, ursprünglich unter den Namen Super Nature. 1987 wurde zusätzlich die zum damaligen Zeitpunkt 15-jährige DJ Spinderella akquiriert, die bis zum Jahr 2019 Teil von Salt-N-Pepa war. Mit dem dem später vielfach gesampleten „Push It” landeten sie 1988 ihren ersten Hit. Zahlreiche weitere folgten, darunter „Let’s Talk About Sex” (1991), „Whatta Man” (1993) und „None Of Your Business” (1994). Letzterer brachte der Gruppe ihren ersten Grammy ein.

Nach fünf Alben lösten sich Salt-N-Pepa 2002 auf. Im Jahr 2005 folgte die Reunion. Das Duo hat seit dem 1997 erschienenen „Brand New” kein neues Album veröffentlicht, gibt jedoch weiterhin Konzerte.


Sam Cooke

Sam Cooke (*22. Januar 1931 in Clarksdale, Mississippi – 11. Dezember 1964) war ein US-amerikanischer Soul-Musiker aus Chicago, der häufig als der Erfinder des Genres gehandelt wird. Das selbstbetitelte Debütalbum des gern als „King of Soul“ bezeichneten Musikers erschien 1958.

Cooke begann seine musikalische Karriere im Alter von sechs Jahren, als Teil von The Singing Children – einer Gruppe, die er zusammen mit seinen Geschwistern bildete. Erste mediale Aufmerksamkeit erlangte er in den frühen 1950er-Jahren als Mitglied der Gospel-Combo The Soul Stirrers, der eine Pionierrolle im Bereich des Soul zugeschrieben wird. Aufgrund seiner unverwechselbar rauen Gesangsstimme und seiner Mischung aus Gospel und weltlicher Musik konnte er sich bald als Solokünstler etablieren. Seinen ersten Nummer-1-Hit landete er 1957 mit dem heute als Soul-Klassiker geltenden „You Send Me“. Weitere Hits folgten bald, darunter„(What A) Wonderful World“ (1959), „Chain Gang“ (1960) und „Cupid“ (1961). Seine Songs wurden von zahlreichen berühmten Musiker*innen interpretiert, darunter Aretha Franklin und Marvin Gaye. 

In den 1960er-Jahren trat der bis dahin unpolitische Cooke als Anti-Rassismus-Aktivist in Erscheinung: Sein Song „A Change Is Gonna Come“ gilt heute als Klassiker der Bürgerrechtsbewegung. Er wurde im März 1964 als posthume Single veröffentlicht. Eine Woche zuvor war Sam Cooke im Alter von 33 Jahren erschossen worden. „A Change Is Gonna Come“ war anlässlich des 55. Jubiläums des dazugehörigen Albums „Ain’t That Good News“ im Juni 2020 ByteFM Track des Tages.


Sam Vance-Law

Sam Vance-Law ist ein kanadischer Singer-Songwriter. 2018 veröffentlichte er sein Debütalbum „Homotopia“ auf dem in seiner Wahlheimat Berlin basierten Label Caroline Records.

Die musikalische Sozialisierung fand für Sam Vance-Law im Knabenchor statt. Der Künstler war erst an einer Karriere in der klassischen Musik interessiert, den Weg zu Pop-Musik fand er erst später. Seine warme Baritonstimme ist stark von seiner klassischen Gesangsausbildung geprägt.

Sam Vance-Laws Musik ist im ständigen Wandel: Die Grundlage bildet eingängiger Indie-Pop, der aber immer wieder von zerbrechlichen Barock-Arrangements oder Post-Punk-Rhythmen unterbrochen wird. Seine Texte sind ähnlich verspielt wie seine Musik und verarbeiten Themen wie Homosexualität, Altersunterschiede in romantischen Beziehungen und Narzissmus. Für die aufwendig arrangierten Streicher, Bläser und Chöre seines Debütalbum ist Konstantin Gropper alias Get Well Soon verantwortlich, der „Homotopia“ produziert hat.


Sampa The Great

Sampa The Great ist eine in Botswana aufgewachsene und im australischen Sydney ansässige HipHop-Künstlerin. Die 1993 in Sambia geborene Sängerin und Produzentin steht bei dem britischen Label Ninja Tune unter Vertrag und hat bereits vor ihrer ersten Album-Veröffentlichung mit Genre-Stars wie Kendrick Lamar und Denzel Curry gespielt.

Sampa Tembo (so der bürgerliche Name von Sampa The Great) studierte, bevor sie nach Australien auswanderte, Tontechnik. 2015 begann sie, HipHop-Mixtapes und Singles zu veröffentlichen. Ihre erste Veröffentlichung war „The Great Mixtape"; der Nachfolger „The Birds And The BEE9" war 2017 ByteFM Album der Woche. Durch ihren hochfrequenten Output, ihren ungewöhnlichen Flow und oft dezidiert politische Texte etablierte sich Sampa The Great rasch in der internationalen Rap-Szene.

Der Song „OMG“ war im Juli 2019 Track des Tages bei ByteFM und ist eine Vorab-Single zum ersten regulären Album „The Return“ im selben Jahr.


Santana

Santana sind eine 1966 in San Francisco gegründete Latin-Rock-Band um den mexikanisch-US-amerikanischen Gitarristen und Songwriter Carlos Santana. Bekanntheit erlangte die Gruppe in den späten 60er-Jahren als erster Act, der Rockmusik mit lateinamerikanischen Jazz-Stilen kombinierte. Ihr selbstbetiteltes Debütalbum ist im Jahr 1969 erschienen.

Santana wurde ursprünglich als reine Jam-Band gegründet. Mit ihrer innovativen Mischung aus Blues-Rock, diversen lateinamerikanischen Genres und Jazz konnte sich die Band in der kalifornischen Hippie-Bewegung der 60er-Jahre recht schnell eine Fangemeinde erspielen. 1969 unterschrieben sie einen Vertrag bei Columbia Records und veröffentlichten ihr, ausschließlich aus Instrumentals bestehendes, Debütalbum. Der internationale Durchbruch gelang ihnen nach ihrem legendären Auftritt auf dem Woodstock, der zur Folge hatte, dass „Santana” den vierten Platz der Billboard-Charts erreichte. Noch erfolgreicher fiel der Nachfolger aus: Das heute als Klassiker der Rockmusik geltende „Abraxas” (1970) schaffte es sogar an die Spitze der Charts. In den 70er-Jahren wandten sich Santana mehr und mehr einem experimentellen Fusion-Jazz-Sound zu, mit dem sie jedoch vergleichsweise wenig Erfolg hatten. In den 80ern kehrte die Gruppe wieder zu eingängigerer Rockmusik zurück.

Zu ihrem 25. Studioalbum „Africa Speaks” wurden Santana durch verschiedene afrikanische Stile inspiriert. Die 2019 erschienene LP wurde von Rick Rubin produziert. Anlässlich Carlos Santanas 70. Geburtstags im Jahr 2017 widmete sich Volker Rebell dem Künstler in seiner Sendung Kramladen.


Sasami

Sasami Ashworth ist eine amerikanische Musikerin aus Los Angeles, Kalifornien. Sie ist seit 2018 unter ihrem Vornamen als Solokünstlerin aktiv. Von 2015 bis 2018 war Ashworth Mitglied der Rockband Cherry Glazerr. Außerdem komponierte sie Film- und Werbemusik und unterstützte als Studiomusikerin Bands wie Soko, Hand Habits und Wild Nothing.

Die musikalische Laufbahn von Sasami Ashworth begann jedoch fernab der Rock- und Popszene. Sie studierte bis 2012 klassische Musik und arbeitete später als Musiklehrerin in einer Grundschule. Laut eigener Aussage genießt Ashworth als Rockmusikerin besonders die direkte Art des Songschreibens. Während klassische Musik eher strengen Regeln folge, könne sie in ihrem persönlichen Musikstil unmittelbar verarbeiten, was ihr durch den Kopf geht.

Die Songs für Sasamis selbstbetiteltes Debüt entstanden auf ihrer letzten Tour mit Cherry Glazerr. Das Album erschien im März 2019 auf dem Label Domino Records. Sasami spielt melancholischen, gitarrenlastigen Rock, der in vielen Songs mit Synthesizern ergänzt wird.


Sault

Sault ist das Pseudonym eines britischen Musikacts, dessen personelle Zusammensetzung unbekannt ist. „5“, das Debütalbum von Sault, erschien 2019 über Forever Living Originals.

Sault verarbeiten in ihrer Musik Einflüsse aus Genres wie Soul, Funk, Afrobeat, Gospel, Disco, R&B, HipHop und Dub. Ihr Debüt „5“ wurde im Mai 2019 ohne große Vorankündigung veröffentlicht, im September desselben Jahres folgte „7“. Über die Mitglieder ist wenig bekannt; es wird gemutmaßt, dass es sich dabei um die englische Soul-Sängerin Cleo Sol, die US-amerikanische Rapperin Kid Sister und den Londoner Produzenten Dean Josiah Cover handelt, der für seine Kollaborationen mit Michael Kiwanuka, Jungle und Little Simz bekannt ist. 

2020, kurz nach der Ermordung des Afroamerikaners George Floyd durch einen US-Polizisten, veröffentlichten Sault ihre dritte Platte „Untitled (Black Is)“, deren Cover die geballte Faust der Black-Rights-Bewegung zierte. Auf dem Album beschäftigen sich die Musiker*innen mit Themen wie schwarzer Identität, Rassismus und dessen Bekämpfung. Die allesamt hochpolitischen Stücke tragen explizite Titel wie „Sorry Ain’t Enough“, „Black Is“, „Don’t Shoot Guns Down“ oder schlicht „Black“. Der Track „X“ ist beispielsweise eine Hommage an den umstrittenen Bürgerrechtsaktivisten Malcolm X. Als Gäste waren der englische Soul-/Rockmusiker Michael Kiwanuka und die Dichterin Laurette Josiah vertreten. Das Album stellten Sault zum kostenlosen Download zur Verfügung. Der Track „Hard Life“ von ihm war ByteFM Track des Tages.


The Saxophones

The Saxophones sind ein Duo aus Oakland, Kalifornien. Alexi Erenkov und seine Ehefrau Alison Alderdice sind zeitlich mit ihrer Musik eher in den 50er und 60er Jahren zu Hause. Mit ihrer ruhigen Gitarrenbegleitung und ihrem dezentem Schlagzeug erinnern ihre melancholischen Balladene stellenweise an Exotica-Titel (ein Crossover aus verschiedenen musikalischen Elementen vor allem tropischer Kulturen und lateinamerikanisch/brasilianisch inspiriertem Jazz) aus dieser Zeit. Im Mai 2018 war ihr Debüt „Songs Of The Saxophones“ Album der Woche bei ByteFM.


Schlammpeitziger

Seit Anfang der 90er macht Jo Zimmermann unter dem Namen Schlammpeitziger kuriose Lo-Fi Musik mit ebenso sonderbaren und wortwitzigen Titeln. Musikalisch ist der Kölner Musiker sich bis heute treu geblieben. Zu den damals preiswerten Pre-Set-Keyboards sind Sythesizersimulationen fürs iPad dazugekommen, zu den Instrumentalstücken, seit 2011, auch Gesang. Oder nennen wir es Sprache.

Die Musik von Schlammpeitziger klingt nach der Illusion von lachenden Kindern auf Hüpfburgen und schwebenden Helium-Luftballons. Aber eben nur nach einer Illusion.


Scott Walker

Scott Walker (9. Januar 1943 - 22. März 2019) war ein US-amerikanischer Sänger. Nach Erfolgen Mitte der 1960er mit The Walker Brothers schlug der Künstler eine Solokarriere ein, die ab 1995 stark eine experimentelle Prägung hatte. Die Plattenfirma 4AD, bei der Scott Walker seit 2006 veröffentlichte, machte am 25. März 2019 öffentlich, dass Walker im Alter von 76 Jahren gestorben sei.

Mit der US-amerikanischen Band The Walker Brothers übersiedelte Walker nach England, um sich in London einen Namen zu machen. Bereits die Debüt-Single „Pretty Girls Everywhere“ erreichte Platz 20 in den britischen Charts. Als sich die Gruppe 1967 auflöste, hatte sie mehrere Hits gehabt, von denen zwei die Spitzenposition der britischen Hitparade erreichten. „Make It Easy on Yourself“ von Burt Bacharach und Hal David war einer dieser Hits und eine vieler Bacharach/David-Kompositionen, die Scott Walker aufnahm.

Nach den Solo-Alben „Scott 1“ bis „Scott 3“, die allesamt kommerziell erfolgreich waren, büßte Scott Walker and Kritiker- und Publikumsgunst ein und veröffentlichte nur wenige Alben, bevor er sich 1995 überraschend radikaler Avantgarde-Musik zuwandte. Scott Walkers letztes Album als Sänger war „Souse“ (2014), eine Kollaboration mit dem Doom-Metal-Duo Sunn O))).


Screamin' Jay Hawkins

Screamin‘ Jay Hawkins (* 18. Juli 1929 in Cleveland, Ohio als Jalacy Hawkins – 12. Februar 2000 in Neuilly-sur-Seine, Frankreich) war ein einflussreicher US-amerikanischer Blues-Sänger, Songwriter,  Pianist, Gitarrist und Saxofonist. Sein Debütalbum „At Home with Screamin' Jay Hawkins“ erschien 1958. Es enthält mit „I Put A Spell On You“ seinen bis heute bekanntesten Song.

Hawkins, der klassisches Piano studiert hatte, zog in den späten 50er-Jahren mit seinen extravaganten, von der Voodoo-Kultur inspirierten Bühnenoutfits und Songs sowie seiner komödiantisch überzeichneten Performance mediale Aufmerksamkeit auf sich. „I Put A Spell On You“ wurde später von namhaften Künstler*innen wie Creedence Clearwater Revival, Nina Simone und Van Morrison gecovert und machte ihn zu einem Pionier des Shock-Rock. Im Laufe seiner Karriere tourte Hawkins mit Acts wie Fats Domino, The Rolling Stones und The Clash. Er gilt zudem als Einfluss auf unter anderem Black Sabbath, Tom Waits und Misfits.

Screamin‘ Jay Hawkins starb im Alter von 70 Jahren in der Nähe von Paris. Im einem 2001 erschienenen Dokumentarfilm mit dem Titel „Screamin' Jay Hawkins: I Put A Spell on Me“ kamen prominente Fans wie Jim Jarmusch, Arthur Brown und Eric Burdon zu Wort. 2009 widmete sich Moderator Götz Adler in einer Ausgabe des ByteFM Tourkalenders der Karriere des Künstlers.

 


Scritti Politti

Scritti Politti ist das 1977 gegründete Sophisti-Pop-Projekt des walisischen Sängers, Gitarristen und Produzenten Green Gartside. Ursprünglich als Band angelegt, ist Scritti Politti seit 1998 de facto Gartsides Solo-Projekt. Weitere Gründungsmitglieder sind Nial Jinks (Bass), Tom Morley (Schlagzeug) und Matthew Kay (Keyboard).

Der Bandname ist eine Verballhornung eines Textes des marxistischen Theoretikers Antonio Gramsci und verweist auf die politischen Bezüge der Gruppe, die in der Hausbesetzerszene als Punkband begann. Eine Drogen und Lampenfieber geschuldete Panikattacke brachte Gartside dazu, den gesamten Band-Entwurf zu überdenken. Als Resultat schlugen Scritti Politti einen dem Punk entgegengesetzt erscheinenden Weg als subversive Pop-Gruppe mit Major-Deal ein. Das Debüt-Album „Songs To Remember‟ zeigt diese Abkehr deutlich; zur vollen Entfaltung kam der große Pop-Entwurf auf den folgenden Alben „Cupid & Psyche 85‟ und „Provision‟ (1988), die mit zahlreicher Studiomusikern in New York entstanden. Auf letzterem ist ein Trompetensolo von Jazz-Legende Miles Davis zu hören.

Ab 1999 ist Scritti Politti deutlich durch HipHop beeinflusst, wenngleich Gartside seinem fragilen, an Smokey Robinson angelehnten Gesangsstil treu bleibt. 2006 veröffentlichte das Label Rough Trade das Scritti-Politti-Album „White Bread, Black Beer“, dessen Songs Gartside dem Labelchef Geoff Travis eigentlich nur als Demos vorgespielt hatte. Nach 14-jähriger Pause folgte im Juni 2020 die Single „Tangled Man“ mit zwei Coverversionen von Songs der britischen Folk-Sängerin Anne Briggs.


Sea Moya

Seitdem sich David Schnitzler und Elias Foerster unter dem Namen Sea Moya zusammengefunden haben, hat sich das Duo langsam aber sicher zu einem der interessantesten Geheimtipps der Indie-Welt entwickelt. Mit ihren krautig-verschwurbelten EPs haben die beiden schon eine weite Reise hinter sich, die im Jahr 2014 in Mannheim begann und sie über Auftritte auf dem SXSW-Festival in ihre neue Wahlheimat Montreal führte. Im Oktober 2018 veröffentlichten Sea Moya ihr Debütalbum „Falmenta“.


The Selecter

The Selecter sind eine 1979 gegründete britische Ska-Band aus Coventry, England. In der Originalbesetzung bestand sie aus Pauline Black (Lead-Gesang), Arthur „Gaps“ Hendrickson“ (Lead-Gesang), Neol Davies (Gitarre), Compton Amanor (Gitarre), Desmond Brown (Orgel), Charley Anderson (Bass) und Charley Bembridge (Schlagzeug). Die Gruppe gehört neben The Specials und Madness zu den bekanntesten Vertretern des Two-Tone-Ska, einer in den 1970er-Jahren in England entstandenen Spielart des ursprünglich aus Jamaika stammenden Musikstils. „Too Much Pressure“, das Debütalbum von The Selecter, erschien 1980. 

Ihre selbstbetitelte Debütsingle veröffentlichten The Selecter 1979 über das von Jerry Dammers (The Specials) gegründete Label 2 Tone Records, das dem gleichnamigen Genre seinen Namen gab. Der Track erschien als B-Seite der The-Specials-Single „Gangsters“ und erreichte Platz sechs der britischen Charts. Auch das im Folgejahr erschiene Debütalbum „Too Much Pressure“ mit seinem fröhlichen Orgel- und Bläser-lastigen Ska-Sound schaffte es in die Top 10. 

Nach dem New-Wave-beeinflussten Nachfolger „Celebrate The Bullet“ (1981) lösten sich The Selecter vorerst auf. In den 1990er-Jahren kam es zu einigen Wiedervereinigungen, die jedoch nie lange hielten. Seit 2010 treten Pauline Black und Arthur „Gaps“ Hendrickson mit neuen Bandkolleg*innen wieder unter dem Namen The Selecter auf. Ihr fünfzehntes Album „Daylight“ erschien 2017.


Sequoyah Murray

Sequoyah Murray ist ein US-amerikanischer Pop-Musiker, Produzent und Sänger aus Atlanta, Georgia, der 1997 oder 1998 geboren wurde. Der Künstler selbst bezeichnet seine Musik als Mutanten-Soul.

Der Sohn einer Sängerin und eines Perkussionisten wurde von Kindesbeinen an durch westafrikanische Trommeln und Polyrhythmen beeinflusst; ebenso wichtig sind Sequoyah Murray aber auch Einflüsse wie der House- und Elektronik-Pionier und Avantgarde-Musiker Arthur Russell. In den Eklektizismus der Jahrtausendwende hineingeboren, versteht sich Murray als Kind seiner Zeit, als Teil einer Generation, für die Genre-Begriffe eine weniger bedeutende Rolle einnehmen. So nimmt es nicht Wunder, dass seine Soul-Variante kein Update von Future-R&B ist, sondern auch von Post-Dubstep-Elementen geprägt ist. Murray spielt bei seinen Produktionen fast alle Instrumente selbst ein; seine Stimme gemahnt bisweilen an David Gahan, den Sänger von Depeche Mode.

Im Mai 2019 veröffentlichte Sequoyah Murray den Track „Penalties of Love“ als Vorab-Single des im September desselben Jahres erscheinenden Longplayers „Before You Begin“.


Seun Kuti & Egypt 80

Seun Kuti (*11. Januar 1983 in Lagos als Oluseun Anikulapo Kuti) ist ein nigerianischer Musiker und Bandleader. Der Saxophonist ist der Sohn des nigerianischen Afrobeat-Pioniers Fela Kuti. Als dieser im Jahr 1997 unter mysteriösen Umständen verstarb, übernahm der damals 14-jährige Seun, dem Testament Fela Kutis gehorchen, Egypt 80, die Band seines Vaters, in die er im Alter von 12 Jahren als Saxophonist und Percussionist eingestiegen war.

Als Bandleader verwaltet Seun Kuti nicht bloß das Erbe seines Vaters, sondern ergänzt es um eine politische Komponente und greift verstärkt auf die musikalischen Traditionen des afrikanischen Kontinents zurück.

Im Jahr 2008 veröffentlichten Seun Kuti & Egypt 80 ihr Debütalbum „Many Things“. 2011 engagierte Kuti für sein Album „From Africa with Fury: Rise“ Brian Eno als Ko-Produzenten und schaffte es mit der Veröffentlichung, international in den Charts zu landen. Im Februar 2018 war „Black Times“ ,die vierte LP der Gruppe, Album der Woche bei ByteFM.


Sevdaliza

Sevdaliza (*1. September 1987 in Teheran, Iran als Sevda Alizadeh) ist eine iranisch-niederländische Sängerin, Songwriterin und Produzentin aus Rotterdam. Ihr Debütalbum „ISON“ erschien im Jahr 2017 über ihr eigenes Label Twisted Elegance.

Sevda Alizadeh floh als Kind mit ihren Eltern aus dem Iran in die Niederlande. Sozialisiert wurde sie musikalisch vornehmlich durch HipHop und Pop/R&B à la Janet Jackson. Ihre musikalische Karriere begann sie vergleichsweise spät mit Mitte 20, zunächst mit Rap-Texten auf Niederländisch. Auf die Veröffentlichung einiger EPs folgte 2017 das Debütalbum „ISON“, auf welchem die Künstlerin Elemente aus Trip-Hop, Downtempo, Industrial und R&B mit orchestralen Arrangements und melancholisch-dramatischem Gesang kombinierte. Obwohl sie das Album nicht ankündigte, erreichte es den ersten Platz der iTunes-Charts für elektronische Musik. Sevdaliza verzichtet auf üppige Labelstrukturen und arbeitet stattdessen eng mit einem kleinen Team zusammen. Neben ihrem Stammproduzenten Mucky spielen diverse visuelle Künstler*innen eine wichtige Rolle in diesem Netzwerk. Sie kreieren in Zusammenarbeit mit Sevdaliza ihre aufwändigen Musikvideos, Coverartworks, Outfits etc. 

Im März bzw. Mai 2020 kündigten die Singles „Lamp Lady“, „Oh My God“ und „Joanna“ das Erscheinen des zweiten Albums von Sevdaliza an.


Sex Pistols

Sex Pistols waren eine 1975 gegründete britische Punkband aus London, England, die neben The Clash und Ramones zu den bekanntesten frühen Vertretern des Genres zählt. Ihre Mitglieder waren John „Johnny Rotten“ Lydon (Gesang), Steve Jones (Gitarre), Paul Cook (Schlagzeug) und Glen Matlock (Bass). Letzterer wurde 1977 von John „Sid Vicious“ Ritchie ersetzt, bis sich die Gruppe 1978 schließlich auflöste. „Never Mind The Bollocks – Here’s The Sex Pistols“, ihr erstes und einziges Studioalbum, erschien 1977.

Die späteren Mitglieder von Sex Pistols wurden einander von Malcolm McLaren vorgestellt, der nach der Gründung der Band deren Management übernahm. Ihre ersten Konzerte spielten die Musiker in diversen Colleges und Kunsthochschulen in und um London. Die provokante Bühnenperformance Johnny Rottens, gepaart mit der energischen Instrumentierung, die der Rest der Band kompromisslos dilettantisch runterbretterte, führte dazu, dass immer mehr begeisterte Zuschauer*innen zu ihren Shows kamen – und als Punks wieder gingen. Als 1977 der als verhaltensauffällig beschriebene Sid Vicious zur Band dazu stieß, war das radikale Image der Band komplett. Ihr im selben Jahr erschienenes Album „Never Mind The Bollocks – Here’s The Sex Pistols“ gilt heute als Meilenstein im Bereich der britischen Gegenkultur und enthält mit „Anarchy In The UK“ und „God Save The Queen“ zwei der wichtigsten Hymnen der Punkbewegung. 

Sex Pistols lösten sich 1978 aufgrund von internen Konflikten auf. Sid Vicious starb 1979 an einer Überdosis Heroin, Jones und Cook traten späten vor allem als Gast- und Studiomusiker in Erscheinung, Johnny Rotten gründete die Post-Punk-Band Public Image Ltd. 
 


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