George Michael

George Michael George Michael gehörte zu den weltweit erfolgreichsten Popstars der 80er und 90er (Foto: Universal Music 2009)

George Michael war einer der größten Superstars der Pop-Musik. Der britische Sänger, Songwriter und Produzent wurde als Teil des Duos Wham! zum Weltstar und Teenie-Schwarm, während er in seiner genauso erfolgreichen Solokarriere ein erwachseneres Image verfolgte. Er gilt als einer der kommerziell erfolgreichsten Künstler aller Zeiten.

Georgios Kyriacos Panayiotou wurde am 25. Juni 1963 in Middlesex als Sohn eines griechischen Vaters und einer britischen Mutter geboren. In der Schule lernte er Andrew Ridgeley kennen, der ähnliche musikalische Ambitionen wie er selbst verfolgte. Im Alter von 18 Jahren gründeten sie Wham! – und Panayiotou änderte seinen Namen zu George Michael. Das zu großen Teil von Michael selbst produzierte 1983er Debütalbum „Fantastic“ toppte die britischen LP-Charts und konnte bereits einige Top-10-Hits wie „Tropicana“ verbuchen, doch der 1984 veröffentlichte Nachfolger „Make It Big“ übertraf es noch um einiges: Mit Singles wie „Wake Me Up Before You Go-Go“ und „Careless Whisper“ erklommen sie weltweit Bestenlisten. Im gleichen Jahr veröffentlichten sie ihre Single „Last Christmas“, einen unausweichlichen Weihnachtsmusik-Evergreen.

1986 lösten Wham! Sich auf – und George Michael begann prompt seine Solokarriere mit dem Aretha-Franklin-Duett „I Knew You Were Waiting (For Me)“. Es handelt sich um seinen ersten von vielen Solo-Nr.1-Hits, gefolgt von unsterblichen Songs wie „Faith“, „Freedom ‘90“ oder der Elton-John-Zusammenarbeit „Don’t Let The Sun Go Down On Me“. Schon seit Wham!-Zeiten war Michael sehr stark wohltätig aktiv (schon die Einnahmen von „Last Christmas“ wurden einer die Folgen einer Hungersnot in Äthiopien helfenden Organisation gespendet). Auch für LGBTQ+-Rechte setzte sich der 1998 von den Medien als homosexuell geoutete Künstler ein. Am 25. Dezember 2016 starb George Michael an einer Herzmuskelerkrankung. Er wurde 53 Jahre alt.



George Michael im Programm von ByteFM:

„Freedom! '90“: George Michael wäre heute 60

Von ByteFM Redaktion
(25.06.2023)
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„Freedom! '90“: George Michael wäre heute 60
George Michael wurde heute vor 60 Jahren geboren (Foto: Universal Music) „Freedom! '90“ war 1990 eine Art Befreiungsschlag des britischen Sängers George Michael. Heute würde der Künstler, der zwei Jahrzehnte lang zu den größten Popstars der Welt gehörte, 60 Jahre alt. Eigentlich war Michael eher introvertiert, was auch Jahrzehnte im Rampenlicht nicht änderten. Bereits als Schüler traf er den Mann, beziehungsweise Jungen, der seinen Aufstieg ermöglichte. Denn trotz seiner außergewöhnlichen Gabe als Sänger und Komponist benötigte er jemanden, an den er sich anlehnen konnte. Dem er vertraute und der extrovertiert genug war, die Bürde der Aufmerksamkeit zu schultern. Dieser Jemand war sein Klassenkamerad Andrew Ridgeley. Nach ersten Versuchen mit der mittelmäßigen Ska-Band The Executive starteten die beiden schließlich als Wham! eine Superstarkarriere. Obwohl Wham! von der Duo-Chemie lebten, erwies Michael sich schnell als der bessere Songwriter. Er übernahm die kreativen Zügel und produzierte fast alle Songs des Debütalbums „Fantastic“. // Der britische Sänger George Michael wurde am 25. Juni 1963 als Georgios Kyriakos Panayiotou in Finchley, Middlesex geboren. Er starb am 25. Dezember 2016. Anlässlich seines 60. Geburtstags ist sein Song „Freedom! '90“ heute unser Track des Tages. Hört und seht ihn Euch hier an:

Hello Mellow Fellow

We've been talkin' 'bout Jackson …

(12.09.2012 / 20:00 Uhr)
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Hello Mellow Fellow - We've been talkin' 'bout Jackson …
… George, nicht Michael. Auch nicht George Michael. Und auch nicht der George Jackson, den Bob Dylan besang. George Jackson, Songwriter, Sänger, Mann mit Hut. Dieser George Jackson hat viele, viele tolle Lieder geschrieben und aufgenommen. Zum Beispiel jenes in dem er Aretha Franklin bittet einen Song für seine Angebetete zu singen damit dieser ihr Herz berühren möge – toll! Das und vieles mehr gibt es heute zu hören – wenn ich nicht nach Jackson geh' …

Love Songs

feat. George Michael

(29.06.2023 / 20:00 Uhr)
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Love Songs - feat. George Michael
George Michael wäre am 25.Juni 60 Jahre alt geworden, nahm sich aber ironischerweise an einem Weihnachtstag das Leben. Der Typ, der zusammen mit Andrew Ridgeley die Band „Wham!“ gewesen ist und mit „Last Christmas“ einen ewig umstrittenen Klassiker auf uns losgelassen hat. Doch „Last Christmas“ ist nur eine von vielen Facetten und Kommentaren zur Liebe von George aus seinem facettenreichen Leben. Seien es unschuldige Anfänge, seine Texte über Sex oder sein unfreiwilliges Coming Out: gute Songs kamen am Ende fast immer raus.

ByteFM Magazin

George Michael, Willie Hutch und Dusty Springfield

(06.12.2019 / 10:00 Uhr)
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Im Dezember fehlt George Michael in keiner Weihnachts-Playliste. Mit seiner Gruppe Wham! hat er 1984 den Über-Weihnachtshit „Last Christmas“ geliefert, der von unzähligen Künstlerinnen und Künstlern bereits gecovert wurde. Aber auch George Michael selbst hat sich schon an Cover-Songs versucht und zwar vor genau 20 Jahren. Da ist sein Album „Songs From The Last Century“ erschienen, mit Stücken von The Police und U2. In diese Platte hören wir heute rein.

Disorder

Listen Without Prejudice – A Memory To George Michael

(14.06.2023 / 21:00 Uhr)
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Musik aus dem Solorepertoire von George Michael, der am 25. Juni seinen 60. Geburtstag gefeiert hätte.

ByteFM Magazin

George Michael, Henry "The Sunflower" Vestine, Bob Stanley

(25.12.2019 / 15:00 Uhr)
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Der Song "Last Christmas" gehört zu Weihnachten fast schon so sehr dazu wie "Alle Jahre wieder" oder "Kling, Glöckchen, klingelingeling". Ausgerechnet am 1. Weihnachtstag ist dessen Songwriter und Sänger George Michael an Herzversagen gestorben. Sein Tod liegt heute drei Jahre zurück. Wir hören Wham! und George Michael solo - und eine Version von "Last Christmas", die für viel frischen Wind sorgt. Außerdem zeigt Jarvis Cocker, wie man einen alten Song zum neuen Weihnachtshit macht.

taz.mixtape

George Michael, Plattenspieler, Wrainwright, Doherty & Resümee 2016

(30.12.2016 / 17:00 Uhr)
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„I’m never gonna dance again“. Jenni Zylka mit dem Nachruf auf George Michael, Schöpfer einiger Beat-Wunder mit Ewigkeitscharakter.

05.12.: My own dysfunction

Von ByteFM Redaktion
(05.12.2009)
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Eine ziemlich lange Begegnungstranskription mit George Michael, dem Sonderling, findet sich im Guardian. Und ihm geht’s wieder besser, weniger Drogen, weniger Schicksalsschläge im direkten Umfeld: „I’m surprised I’ve survived my own dysfunction.“

Verstärker

Veränderung

(11.01.2017 / 20:00 Uhr)
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Ein echtes Hitfestival ist diese erste Ausgabe des Jahres ohnehin, sie geizt nicht mit den ganz großen Namen: Sam Cooke, TLC, Michael Jackson, George Michael, Missy Elliott.

ByteFM Magazin

George Michael, Dusty Springfield & Balthazar

(06.12.2019 / 19:00 Uhr)
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Außerdem unter anderem Musik von Stella Donnelly, Paul Simon und Teyana Taylor.

ByteFM Magazin

am Morgen mit Michael Hager

(25.06.2013 / 10:00 Uhr)
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Mit dabei ist auch George Michael, der heute 50 Jahre alt wird. Wir hören außerdem einen Beitrag von Oliver Stangl zum 25ten Todestag des Red Hot Chili Peppers-Gitarristen Hillel Slovak und natürlich Musik aus dem Album der Woche.

15.09.: Es wird wieder gebaut

Von ByteFM Redaktion
(15.09.2010)
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I want to get hiiiiiiiigh, so hiiiiiiiigh...Das dachte sich wohl auch George Michael, als er sich genüsslich dem Cannabis hingab. Hätte er mal lieber das Auto stehen lassen. Die Konsequenz: 8 Wochen Gefängnis, davon 4 auf Bewährung unter ärztlicher Beobachtung. Nachzulesen beim NME.

Tracks des Tages

Highway Radio

(01.07.2023 / 17:00 Uhr)
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Tracks des Tages - Highway Radio
Den Hut ziehen wir vor George Michael, der am 25. Juni 2023 60 Jahre alt geworden wäre.

ByteFM Magazin

am Morgen mit Vanessa Wohlrath

(25.06.2018 / 10:00 Uhr)
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Neben den Gorillaz erwartet Euch im ByteFM Magazin Musik von George Michael, der heute 55 geworden wäre, und ein Track aus unserem neuen ByteFM Album der Woche: "Pool" von Jazzanova.

Presseschau 31.08.: Auf Tour

Von ByteFM Redaktion
(31.08.2011)
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Der Blick auf den Tourkalender verrät zudem, dass auch Pop-Legende George Michael wieder von sich hören lässt. Nach Jahren kreativer Pause startet am kommenden Montag seine Orchestertournee. Neben der musikalischen Experimentierfreude, möchte er in der aktuellen Tournee zudem für eine neue Konzerterfahrung sorgen, in dem er auf der Bühne die Entstehungsgeschichten seiner Songs mit dem Publikum teilt.

ByteFM Magazin

am Morgen mit Diviam Hoffmann

(26.12.2016 / 10:00 Uhr)
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Heute hört Ihr u.a. Musik von George Michael. Der britische Sänger, Komponist, Songwriter und Musikproduzent starb am ersten Weihnachtstag im Alter von 53 Jahren an Herzversagen.

Disorder

Are You The Walrus?

(25.05.2019 / 18:00 Uhr)
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Mit Lol Coxhill, Protomartyr, Suicide, M. Walking On The Water, Housewives, Van Bloomen, Mile Me Deaf, Rosa Anschütz, George Michael & Gong.

ByteFM Magazin

Der Wochenrückblick

(01.07.2018 / 15:00 Uhr)
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Diese Woche unter anderem mit George Michael, der diese Woche 55 Jahre alt geworden wäre und dem 25ten von Ariana Grande.

Zeitgeister-Podcast #27: „Last Christmas“ - der Song, der Weihnachten gekapert hat

Von ByteFM Redaktion
(21.12.2022)
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Zeitgeister-Podcast #27: „Last Christmas“ - der Song, der Weihnachten gekapert hat
Andrew Ridgeley und George Michael aka Wham! auf dem Cover der Single zu „Last Christmas“

ByteFM Magazin

am Nachmittag mit Diviam Hoffmann

(26.12.2016 / 15:00 Uhr)
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Dazu hört Ihr u.a. Musik von George Michael. Der britische Sänger, Komponist, Songwriter und Musikproduzent starb am ersten Weihnachtstag im Alter von 53 Jahren an Herzversagen.

Presseschau 12.05.: Disturbing the peace

Von ByteFM Redaktion
(12.05.2011)
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Schon einige Jahre mehr auf dem Buckel hat George Michael. Im Zuge seines neuen Albums scheint ihn die späte Reue zu packen: Sein Verhalten in der Vergangenheit habe eventuell ein schlechtes Licht auf junge Homosexuelle geworfen. "I have a really serious problem with the fact that when I brought myself down, I felt I was letting young gay kids down", soll er während einer Pressekonferenz erklärt haben, nachzulesen beim Guardian. Mit seinem neuen Album will er einiges gut machen und mit jungen, homosexuellen (oder "gay-friendly") Künstlern zusammenarbeiten.

Presseschau 16.04.: Wir Feiern Die Feste Wie Sie Fallen

Von ByteFM Redaktion
(16.04.2011)
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Und es hört nicht auf mit den Festen: Am 29.4. ist es endlich soweit! Prince William und Kate Middleton geben sich das Ja-Wort und Millionen Menschen werden dieses royale Super-Event vor dem Fernseher betrachten, eine Tasse Tee in der einen, ein Taschentuch in der anderen Hand. Nun melden sich auch immer mehr Musiker zu Wort, die dem Paar alles Gute wünschen wollen. Und so hat nun George Michael mitgeteilt, wie der daily mirror berichtet, dass er einen Stevie Wonder-Hit neu aufgenommen hat. Um welchen Titel es sich dabei handelt ist bisher unklar. Man wird den Song aber kostenlos runterladen können und darf an eine der gemeinnützigen Institutionen spenden, die von dem Brautpaar unterstützt wird.

Das Draht

mit Heinrich Oehmsen

(16.10.2011 / 13:00 Uhr)
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Bob Geldof und George Michael sind momentan Live in Deutschland. Daher eine Sendung die gänzlich ihnen gewidmet ist.

Rock-Ola

(07.09.2015 / 14:00 Uhr)
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Diesmal: Van Morrison (Happy Birthday); Memphis Slim (RIP); George Michael Biondo (Happy Birthday) und Al Stewart (Happy Birthday).

art Mixtape

Supermodels, Supermusik

(01.02.2020 / 12:00 Uhr)
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Die sogenannten Supermodels wie Naomi Campbell, Claudia Schiffer, Helena Christensen oder Kate Moss waren auf vielfältige Weise mit der Musik dieser Zeit verbunden. In etlichen Musikvideos tauchten sie auf, sie sangen als Gaststars oder nahmen gar eigene Alben auf. ART-Redakteur Ralf Schlüter beschwört die Ästhetik der Epoche, mit Musik von George Michael, Chris Isaak, Naomi Campbell, Marianne Faithfull, Babyshambles und vielen anderen.

Hidden Tracks

Spiralen der Erinnerung

(14.09.2022 / 22:00 Uhr)
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Geleitet von einem Song von Hildegard Knef ("Wieviel Menschen waren glücklich, daß du gelebt?"), geht's heute ins Jahr 1990 mit George Michael sowie Primal Scream. Die Spirale dreht sich aber immer wieder zurück auf The Rolling Stones der Jahre 1968/69.

06.07.: Am Tag des Küssens

Von ByteFM Redaktion
(06.07.2010)
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Die Meldung des Tages vom Guardian: George Michael wurde am Sonntagmorgen verhaftet, nachdem er mit seinem Auto die Frontscheibe eines Fotogeschäfts zerstört hat! Der ex-Wham-Star wurde zwar direkt wieder frei gelassen, aber "he must return next month", schreibt die Sun und hat auch ein Foto der Unglücksstelle.

School Of Rock

Róisín Murphy (1995-2023)

(13.08.2023 / 22:00 Uhr)
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School Of Rock - Róisín Murphy (1995-2023)
Zu gleichen Teilen inspiriert von Iggy Pop, Cindy Sherman, George Michael und Beyoncé ist Murphy das fehlende Bindeglied zwischen Grace Jones und Lady Gaga.

Presseschau 08.03.: Overjoyed!

Von ByteFM Redaktion
(08.03.2011)
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Einsichtig zeigt sich George Michael, der im vergangenen Jahr unter Drogeneinfluss mit seinem Auto in ein Londoner Geschäft gerast war. Er bekannte sich schuldig vor Gericht und wurde zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt. "This was a hugely shameful thing to have done repeatedly. So karmically I felt like I had a bill to pay. I went to prison, I paid my bill," zitiert der NME den britischen Pop-Sänger. Es bleibt zu hoffen, dass der Musiker in Zukunft wieder mehr mit seiner Musik und weniger aufgrund strafrechtlicher Vergehen in die Schlagzeilen kommt.

Was ist Musik

50 Jahre Telstar – Joe Meek, Sun Ra und andere Space-Kadetten

(08.07.2012 / 20:00 Uhr)
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Die Gesetze der Studiotechnik nimmt er nicht als gottgegeben hin, er weiß, wann er welches Gerät gegen die Gebrauchsanweisung einsetzen kann. Joe Meek benutzt das Studio als Instrument. „It´s not what you have, it´s how you use it!” So begründet er seine Do-It-Yourself-Ästhetik. Eigenhändig bastelt er das Lansdowne Studio in Nottinghill Gate zusammen. Als erster Brite nimmt er jedes Instrument einzeln auf. Bis dahin wurde ein einziges Mikrophon in den Raum gestellt, das alle Instrumente aufzeichnet. An dieses Dogma angeblicher Authentizität klammerten sich vor allem Jazzmusiker, Improv ist was anderes. Joe Meek schneidet als Erster das vordere Fell aus der Bass Drum, legt einen Teppich rein und stellt ein Mikro davor – bald werden ihm alle folgen. Er baut ein Echogerät, entwickelt Verzerrer und primitive Overdubbing-Verfahren, um die einzelnen Spuren wieder zusammenzufahren. Der Kompressor wird zur Allzweckwaffe, den Pegel fährt er grundsätzlich in den roten Bereich. In The Red ist heute der Name einer Plattenfirma, die Roten-Bereich-Rock&Roll; von Andre Williams, den Dirtbombs und ihren Seelenverwandten in die Welt schickt. In der zweiten Hälfte der 50er Jahre entstehen unter Meeks Tonregie Hunderte von Songs. Viele davon sind heute zu Recht vergessen, Radiofutter, Chartsfutter, Novelty-Hits. Aber auch Meilensteine. Dennis Preston, Meeks Studio-Boss: „Ich meine, daß er der erste Aufnahmeingenieur mit dem war, was man als Konzept einer Aufnahme bezeichnen kann. Er war also der erste `moderne´ Aufnahmeingenieur. Er machte damals, 1955 bis 1958, Dinge, die von Plattenfirmen nach ihren eigenen Maßstäben als unerhört angesehen wurden; es durfte nicht verzerrt sein, es durfte nicht zu laut sein, es durfte kein Echo haben. Ich glaube, Joe war der einfallsreichste Aufnahmeingenieur jener Zeit.“ Dennoch trennen sich die Wege von Preston und Meek Ende der Fünfziger Jahre. Meek will seine künstlerische Freiheit, keine Kompromisse mehr mit Studiobossen, Plattenfirmen, Komponisten oder Musikern. Mit der ihm eigenen Sturheit geht er keiner Konfrontation aus dem Weg und verläßt das Lansdowne Studio und damit seinen Förderer Preston. Joe Meek – meek heißt soviel wie sanft(mütig), duckmäuserisch, duldsam, geduldig, der Name paßt so gut zu seinem Träger wie der Philipp Lahms – macht sich selbständig. Die Holloway Road ist eine sechsspurige Ausfallstraße im Londoner Norden. In der Nummer 304 mietet Meek drei Etagen über einem Lederwarengeschäft, das der Vermieterin gehört. Hier richtet er mit gebrauchtem Equipment sein Studio ein. Ein Studio ohne Trennscheiben und Wechselsprechanlage. Der Gitarrist steht im Bad, die Bläser im Wohnzimmer, die Sängerin in der Küche, dazwischen rennt Meek rum und brüllt seine Kommandos. „Unfaßbar“, findet der Meekkenner Werner Voss, „daß bei diesen räumlichen Verhältnissen Plattenaufnahmen gemacht wurden, deren Qualität professionelle Studios vergeblich nachzuahmen versuchten.“ Ganze 3000 Pfund investiert Meek in seine Ausrüstung, das Geld stammt aus den Tantiemen zu „Put a ring on her finger“. Die Komposition bringt Meek einen doppelten Hit: mit Tommy Steele in Großbritannien, mit Les Paul und Mary Ford in den USA. Ja, der Nichtmusiker Meek komponiert jetzt auch, außerdem gründet er sein eigenes Label, ein für damalige Verhältnisse halsbrecherisches Unternehmen. Triumph soll sie heißen, die Firma. Dazu kommt die Produktionsgesellschaft RGM. Von da an zieren die Initialen des Robert George Meek jede Schallplatte aus seinem Haus. Endlich redet ihm keiner mehr rein. Willkommen in Meeksville, Holloway Road 304. Hier kann er die Trennung von Arbeit und Freizeit aufheben, hier kann er sich vergraben, das Studio wird zur Trutzburg gegen die feindliche Welt da draußen. Ähnliches wird von Brian Wilson erzählt, nicht die einzige Parallele, dazu später mehr. Feindlich ist die Welt in den 50ern und 60ern, wenn man schwul ist. Auch in der Großstadt London, auch im toleranten Musikbusiness. Unter Musikern ist Meeks Homosexualität bekannt, dennoch ist er Anfeindungen ausgesetzt. Wie in den USA steht Homosexualität auch in GB noch unter Strafe. 1963 wird Meek verhaftet wegen Cottaging: wie Jahrzehnte später George Michael hatte er Sex auf einer öffentlichen Toilette gesucht. Macht 15 Pfund Strafe, aber, viel schlimmer, der Fall macht Schlagzeilen. Meek wird erpreßt und mehrfach zusammengeschlagen. Seine Freunde wundern sich über die Klappentour. Schließlich hätte der mittlerweile 34-Jährige all die jungen Männer auf der Casting-Couch haben können, die in seinem Studio Schlange stehen in der Hoffnung auf eine Hitsingle. Männer wie Heinz Burt aus Hagen in Westfalen. Heinz zieht aus in die weite Welt. Auch in England bleibt er Heinz. Inspiriert von dem Science-Fiction-Film "Das Dorf der Verdammten" färbt er sich die Haare überirdisch blond, heller als Heino gewinnt Heinz das Herz von Joe Meek. Er spielt auch ganz passabel Bass, also gibt Meek ihm einen Job bei den Tornados, eine seiner häufig wechselnden Bands mit häufig wechselnden Mitgliedern und Namen. Der blonde Heinz wird der White Tornado! Eine Zeitlang lebt er in Meeks Studiowohnung, Liebe oder Karrierekalkül, keiner weiß genaues. Jedenfalls hat Heinz gleich bei zwei magischen Momenten der Popmusik die Finger im Spiel. Mit den Tornados nimmt er 1962 einen Meek-Song auf. Völlig zu Recht und unter kreativer Verwendung der deutschen Sprache schreibt der Meek-Biograf Barry Cleveland über „Telstar“: „The song embodied the youthful and optimistic outlook that was the Gestalt of the time.“ Die Gestalt der Zeit wird Anfang der 60er geprägt vom Wettlauf im Weltraum, von (Tele-)Visionen eines Lebens auf anderen Planeten, von UFOs und Flugkörpern mit schönen Namen wie Sputnik. Und Telstar. Am 10.Juli 1962 schießt die American Telephone & Telegraph Company den Fernseh-Satelliten Telstar in den Weltraum, für Meek, den ehemaligen Fernseh- und Radartechniker, ist es ein Satellite of Love. Er beschließt, dem Telstar ein musikalisches Denkmal zu komponieren. Wie aber komponiert ein Nichtmusiker? Die Meek-Technik geht so: Er singt eine Melodie über einen vorhandenen Instrumentaltrack, der mit dem zu komponierenden Song nichts zu tun hat. Dann zieht er einen Musiker hinzu, in diesem Falle Dave Adams, um seinen Gesang aufs Klavier zu übertragen. Die Klaviermelodie wird über einen exisiterenden Track gespielt. So bald der Song Gestalt annimmt, werden die Tornados gebucht und an einem Sonntagmorgen entsteht der Rhythm-Track zu einem der größten Instrumental-Hits der Popgeschichte. Auftritt Geoff Goddard: Wenn der Einzelgänger Meek je sowas hatte wie einen kongenialen Partner, dann war es Goddard. Sie teilen ihre Affenliebe zu Buddy Holly. Mit dem 1959 bei einem Flugzeugabsturz getöteten Rock'n'Roll-Star nehmen sie schon mal Kontakt im Jenseits auf, bei einer der vielen spiritistischen Seancen. Mit Goddard produziert Meek seinen „Tribute to Buddy Holly“, 1961 ein Top Ten Hit für Mike Berry & The Outlaws. Und von Goddard kommt der entscheidende Beitrag zu Telstar. Die magische Melodie auf der Clavioline. Clavioline, als wär´s ein Song von Stereolab, heißt die kleine Orgel, die den outtaspace Sound von Telstar prägt, die einem das Gefühl vermittelt, durch den Weltraum zu segeln. Meek versieht seinen Soundsatelliten noch mit ein paar überirdischen Effekten und fertig ist eine der größten Singles aller Zeiten. „Telstar“ wird in 27 Ländern Nummer Eins, unter den fünf Millionen Käufern ist auch eine gewisse Margret Thatcher, „Telstar“ ist bis heute ihr Lieblingslied. Das sollte man Joe Meek aber nicht anlasten.