Godspeed You! Black Emperor

Godspeed You! Black Emperor Godspeed You! Black Emperor aus Kanada gelten als eine der wichtigsten Post-Rock Bands (Foto: Foto: Yannick Grandmont)

Godspeed You! Black Emperor sind ein aus einem wechselnden Line-up von über zehn Musiker*innen zusammengesetztes Kollektiv aus Montreal. Ihr Bandname wurde seit 1994 in verschiedenen Formen geschrieben, die Gruppe tritt auch unter der Abkürzung GY!BE oder der Variation God's Pee auf. Auch ihre Besetzung ist unüblich: In der Gruppe spielen drei Gitarristen, zwei Bassisten, zwei Drummer und mindestens eine Geigerin. Es handelt sich bei ihnen um eine der wichtigsten Bands des Post-Rock. Das Kollektiv zeichnet sich außerdem durch seine anarchistischen Manifeste und kryptische Außendarstellung aus.

Bei der Gründung war Godspeed You! Black Emperor noch das alleinige Projekt von Gitarrist und Produzent Ephrim Menuck. Aus diesem Solo-Line-up entstand die mittlerweile vergriffene Debüt-Kassette „All Lights Fucked On The Hairy Amp Drooling“, die durch ihre Rarität für Fans einen mythischen Status erreicht hat. Das offizielle Debütalbum der mittlerweile zur mehrköpfigen Band gewachsenen Gruppe war „F♯ A♯ ∞“ im Jahr 1997. Die LP demonstrierte ihren typischen Sound: lang ausgedehnte Instrumental-Kompositionen, verziert mit gesampleten Radio-Stimmen und Field-Recordings, die oftmals in verzerrten Explosionen enden.

Nach „F♯ A♯ ∞“ folgten zwei ebenso stilprägende Platten, die ihren instrumentalen Post-Rock-Sound weiter ausarbeiteten: die 1999er EP „Slow Riot Over Zero Canada“ und das 2000er Album „Lift Your Skinny Fists Like Antennas To Heaven“. Ihre Komposition „East Hastings“ wurde in Danny Boyles Horrorfilm „28 Days Later“ verwendet und besorgte so der Band einiges an internationaler Popularität, auch über die Post-Rock-Nische heraus. Nach dem 2002er Album „Yanqui U.X.O.“ folgte eine längere Band-Pause, die Godspeed You! Black Emperor 2012 mit der Comeback-LP „'Allelujah! Don't Bend! Ascend!“ beendeten. 2021 veröffentlichten sie ihre siebte Studio-LP „G_d’s Pee At State’s End“.



Godspeed You! Black Emperor im Programm von ByteFM:

Godspeed You! Black Emperor (Ticket-Verlosung)

Von ByteFM Redaktion
(31.03.2023)
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Godspeed You! Black Emperor (Ticket-Verlosung)
Godspeed You! Black Emperor kommen im April für drei Konzerte nach Deutschland (Foto: Yannick Grandmont) Das kanadische Post-Rock-Kollektiv Godspeed You! Black Emperor tut sein Bestes, um hinter der eigenen Musik und deren Artwork zu verschwinden. Einer Musik, die für die Gruppe undenkbar wäre ohne das lokale Umfeld, der Szene aus der sie hervorgegangen ist. Gerade einmal zwei Pressefotos haben die Musiker*innen während ihres Bestehens seit 1994 veröffentlicht. Und die dienen eher zur Erweiterung der musikalischen Atmosphäre, als dass man wirklich etwas erkennen würde. Was durchaus sinnvoll ist, ist die Atmosphäre doch zentral für diese nicht im Vorübergehen konsumierbare Musik. Nicht selten entfalten sich ihre von Prog-Rock, Post-Punk-Avantgarde und Klassik beeinflussten Kompositionen über mehr als zehn oder gar 20 Minuten. Nach Hooklines sucht man meist vergeblich, doch dafür eröffnet das hingebungsvolle Zuhören einen Klangraum, den zu betreten sich lohnt. Möglich ist das jetzt bei drei Konzerten in Deutschland, für die Ihr Tickets gewinnen könnt. ByteFM präsentiert die Tour von Godspeed You! Black Emperor und verlost unter allen Mitgliedern im Förderverein „Freunde von ByteFM“ 1×2 Tickets pro Konzert. Wenn Ihr gewinnen wollt, hinterlasst einfach bis zum 10. April 2023 unter diesem Beitrag einen entsprechenden Kommentar mit Eurer Wunsch-Stadt. Die Gewinner*innen benachrichtigen wir rechtzeitig per E-Mail.

Godspeed You! Black Emperor – „G_d's Pee At State's End“ (Rezension)

Von Marius Magaard
(01.04.2021)
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Godspeed You! Black Emperor – „G_d's Pee At State's End“ (Rezension)
Godspeed You! Black Emperor – „G_d's Pee At State's End“ (Constellation Records) // Godspeed You! Black Emperor machten schon immer Musik für die Apokalypse. Das Ende der Welt, das das kanadische Post-Rock-Kollektiv seit einem Vierteljahrhundert zeichnet, ist nicht die Vision, die auf Kinoleinwänden erzählt wird. Keine Sci-Fi-Dystopie. Kein Zombie-Chaos. Godspeed You! Black Emperor spielen den Soundtrack des untergehenden Spät-Kapitalismus. Ihre Musik ist größtenteils wortlos, doch ihre undurchdringliche, erdrückende Atmosphäre spricht eine unmissverständliche Sprache. Wenn dann doch Wörter fallen, in Samples oder in den die LPs begleitenden Manifesten, wird es noch deutlicher: „We're trapped in the belly of this horrible machine / And the machine is bleeding to death“, sprach eine tiefe Stimme zu Beginn ihres 1997er Debütalbums „F♯A♯∞“. „I open up my wallet / And it's full of blood.“ Dieses Gespür für Atmosphäre ist der Band in den vergangenen Jahren etwas abhanden gekommen. Seitdem Godspeed You! Black Emperor im Jahr 2010 eine achtjährige Bandpause beendeten, veröffentlichten sie drei LPs – die allesamt höchst monumental klangen, aber ein ganz bestimmtes Element vermissen ließen. „'Allelujah! Don't Bend! Ascend!“, „Asunder, Sweet And Other Distress“ und „Luciferean Towers“ waren mächtige Instrumental-Epen, kamen jedoch ohne die Samples und Tape-Collagen aus, die die ersten Platten dieser Band so dicht und atmosphärisch gemacht hatten. In ihrer stetigen Leise-Laut-Dynamik wirkten sie fast ein bisschen inhaltsleer. // Vorhang auf für „G_d’s Pee At State‘s End!“, das siebte Album von Godspeed You! Black Emperor – und ihr kraftvollstes seit 20 Jahren. Vielleicht ist es die von einer globalen Pandemie verursachte, gedrückte Stimmung, die diesem Album solch eine Dringlichkeit verleiht. Auch „G_d‘s Pee At State‘s End!“ ist mit einem Manifest ausgestattet. Lasen sich ihre Worte früher wie unheilvolle Zukunftsbotschaften, bekommen sie heute das Gewicht der Realität. „Wir schrieben es größtenteils, als wir unterwegs waren. Als das noch möglich war. Und nahmen es dann später, geschützt durch Masken und mit Abstand zueinander am Anfang der zweiten Welle auf“, heißt es da. Vor zwei Jahren hätten diese Worte noch wie die für diese Band typische Weltuntergangspoesie gewirkt. Nun kommen sie einem ganz schön bekannt vor. Doch mehr noch als der generelle Zustand der Welt ist es die pure Musik, mit der Godspeed You! Black Emperor auf diesem Album so mächtig wirken. Das Album beginnt mit dem eingängig betitelten Stück „A Military Alphabet (Five Eyes All Blind) (4521.0kHz 6730.0kHz 4109.09kHz) / Job’s Lament / First Of The Last Glaciers / Where We Break How We Shine (Rockets For Mary)“, ein zwanzigminütiger Höllentrip, der mit einer geisterhaft verzerrten Radio-Andacht beginnt, in ein triumphales Post-Rock-Gewitter mündet und mit gesampletem Artillerie-Feuer endet – kontrastiert mit idyllischem Vogelgezwitscher. Die Band lässt sich unglaublich viel Zeit, Spannung aufzubauen. Ambient-Drones und verhallte Stimmen spuken wie Geister durch diese Musik. Und wenn sie dann die großen Fuzz-Geschütze auffahren, knallt es umso mehr. // Auch der zweite Zwanzigminüter dieses Albums funktioniert auf diese Weise. „‘Government Came‘ (9980.0kHz 3617.1kHz 4521.0 kHz) / Cliffs Gaze / Cliffs' Gaze At Empty Waters' Rise / Ashes To Sea Or Nearer To Thee“ beginnt erst mit einer desorientierenden Collage, zusammengesetzt aus jubelnden Stimmen und Radiorauschen – bis ein kräftiger E-Bass-Hammerschlag den Nebel zerschneidet. Mehr noch als im Eröffnungsstück scheint hier Euphorie durch: Die drei E-Gitarren, zwei E-Bässe, zwei Schlagzeuge und eine Violine strahlen im Finale in den hellsten Farben. Godspeed You! Black Emperor sind keine Nihilist*innen. Auch in dem von Gier und Hass zerfressenen Albtraum, den ihre Musik zum größten Teil beschreibt, gibt es Raum für Triumph. Für Hoffnung. Neben diesen zwei Mammutsongs gibt es auf diesem Album noch zwei kürzere Stücke. Ersteres heißt „Fire At Static Valley“, eine schleppende, erdrückende Drone-Exkursion. Zweiteres heißt „Our Side Has To Win (For D.H.)“, der letzte Track auf „G_d’s Pee At State‘s End!“ – er beendet die LP mit überraschend zarten Streicherklängen. Das ist, was diese Band in ihrer Hochform von all den anderen Post-Rock-Schwergemütern und Apokalypsen-Fanatiker*innen abhebt: Sie zeigen mehr als nur die Abgründe der Gegenwart. Wer Godspeed You! Black Emperor schon einmal live erlebt hat, weiß, welches Wort zu Beginn eines Konzerts auf die Bandmitglieder projiziert wird: „Hope“.

Godspeed You! Black Emperor kündigen neues Album an

Von ByteFM Redaktion
(04.03.2021)
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Godspeed You! Black Emperor kündigen neues Album an
Godspeed You! Black Emperor (Foto: Yannick Grandmont) Godspeed You! Black Emperor melden sich mit einer Albumankündigung zurück. Ihr nächster Longplayer trägt den Titel „G_d's Pee AT STATE'S END!“. Die Platte wurde im Oktober 2020 in Montreal bei Thee Mighty Hotel2Tango aufgenommen, dem Stamm-Studio der kanadischen Post-Rock-Band. Bei der Produktion war Jace Lasek mit am Start. Es ist die erste Kollaboration der Gruppe mit dem Gründungsmitglied von The Besnard Lakes. // Die Platte besteht aus zwei etwa 20-minütigen und zwei sechsminütigen Tracks sowie Teil-Improvisationen und Field Recordings. Den Großteil davon haben Godspeed You! Black Emperor auf Tour geschrieben, als man noch unterwegs sein konnte. Ihre Observationen der 2020 eingetretenen Weltuntergangsstimmung haben sie dabei in den Aufnahmeprozess einfließen lassen. So gehe es einerseits darum, dass wir alle auf das Ende warten. Andererseits erhebt die Gruppe auch radikale politische Forderungen, die sie als wichtigen Anfang für eine bessere Welt ansieht: Abschaffung von Gefängnissen, Abbau der Polizei, Beendigung von Krieg und Imperialismus. Godspeed You! Black Emperor beziehen hier deutlich Stellung: „Dies sind Todeszeiten und unsere Seite muss gewinnen.“ // Godspeed You! Black Emperor hatten sich 2010 nach siebenjähriger Pause wieder zusammengetan, um Musik zu machen. Ihre Platten „F#A#∞“ (1997), „Slow Riot For New Zero Kanada“ (1999), „Lift Your Skinny Fists Like Antennas To Heaven“ (2000) und „Yanqui U.X.O.“ (2002) gelten mittlerweile als einflussreiche Post-Rock-Klassiker. Die neue LP erscheint am 2. April 2021 bei Constellation Records. Seht Euch hier den 60-sekündigen Trailer zum neuen Album an:

Die 25 besten Post-Rock-Alben aller Zeiten

Von ByteFM Redaktion
(06.04.2022)
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Die 25 besten Post-Rock-Alben aller Zeiten
So weit, so klar. In der Praxis wurde und wird der Begriff Post-Rock gerne für die Art von Musik verwendet, die Bands wie Mogwai, Godspeed You! Black Emperor und Explosions In The Sky zur Jahrtausendwende etablierten – sprich: gesanglose Gitarrenmusik in oftmals epischer Länge, mit einem Fokus auf ausgedehnte Laut-Leise-Dynamik anstatt der in der Pop-Musik sonst dominanten Strophe-Refrain-Strophe-Struktur. Diese Spielart kommt übrigens entgegen der Reynold'schen Definition nicht ohne Riffs und Power-Chords aus – und kratzt auch nur die Spitze des Post-Rock-Eisbergs an. Melancholische Ambient-Meditationen? Abstrakte Collagen-Kunst? Neoklassische Streicherexkursionen? All solche Musik wurde irgendwann einmal als Post-Rock bezeichnet. // Godspeed You! Black Emperor – „Lift Your Skinny Fists Like Antennas To Heaven!“ (2000) // „... You will believe you are mad, you will believe you are insane“, spricht ein gesampelter Prediger in „Static“, dem zweiten Stück von „Lift Your Skinny Fists Like Antennas To Heaven“. Besagter Kleriker spricht von transzendentalem Glaubenserlebnissen, vom Aufeinandertreffen mit der höchsten Ebene Gottes – doch er könnte genauso gut über die Musik dieser Band sprechen, die nur wenige Minuten nach diesem Monolog zu einem der schier atemberaubendsten Crescendos der Musikgeschichte ausholt. Doch Godspeed You! Black Emperor können mehr als nur Höllenschlünde öffnen. Auf ihrer zweiten Studio-LP zeigt das kanadische Kollektiv die volle Bandbreite seines Schaffen: sanfte Anfänge, triumphale Aufstiege, befremdliche, aus bizarren Samples zusammengenähte Zwischenspiele. Jede der vier Kompositionen ist über 15 Minuten lang, doch kein Augenblick davon wirkt verschwendet. Jede Sekunde im Dienst der Hoffnungslosigkeit und Wunderschönheit des Menschseins. // Während Godspeed You! Black Emperor in ihren Höhepunkten maximalen Lärm heraufbeschwören, sind die intensivsten Momente von „The Tired Sounds Of Stars Of The Lid“ nahezu ohrenbetäubend still. Die Grenzen zum Ambient sind in der Musik des Duos aus Austin, Texas fließend. Seine Songs sind aus Drones, Gitarren-Fades, einsamen Streicherklängen und ein paar seltenen Sample-Fetzen konstruiert. Das sechste, ungemein meditative Album erstreckt sich über zwei Stunden Spielzeit, ohne Hooks, ohne Crescendos, ohne Drums. Was diese LP aber immer wieder im Post-Rock-Diskurs auftauchen lässt, ist die schiere Emotionalität, die dieser Musik gewordenen Nebellandschaft Gewicht verleiht. Wie die besten Post-Rock-Acts beherrschen Stars Of The Lid die Kunst, ohne Worte, ohne konventionelle Rock-Methoden große Pop-Momente zu schaffen. Durch das Meer aus Loops und endlos gestreckten E-Gitarren zieht sich eine omnipräsente Traurigkeit, in der man lange versinken kann, nur um am Ende gereinigt wieder aufzutauchen. // Apropos Traurigkeit: „Born Into Trouble As The Sparks Fly Upward“, das zweite Album von A Silver Mt. Zion kann zweifelsohne als eines der schwermütigsten Alben des bisherigen Jahrtausends gezählt werden. Das mit jedem Werk den eigenen Namen erweiternde Projekt, zusammengestellt aus drei Mitgliedern von Godspeed You! Black Emperor, erweitert den maximalistischen Post-Rock seiner Hauptband um Neoklassik-Streicher, die im Opener „Sister! Brother!…“ so lange ihre Kreise ziehen, bis jeder Mensch im Publikum zum Weinen gebracht wurde. Die Celli, Geigen und Kontrabässe ergänzen sich mit Ephrim Menucks mit dem Schraubenzieher gespielter, metallisch heulenden E-Gitarre zu einem hoffnungslos melancholischen Klangbild. Auf späteren LPs experimentierten Silver Mt. Zion mit Folk und Punk, doch emotionaler als hier warensie nie. // Seit ihrer Gründung im Jahr 1995 waren Do Make Say Think eine verlässliche Band für etwas generischen, aber dennoch grundsoliden Post-Rock, im Schatten ihrer kanadischen Landsmänner und -frauen von Godspeed You! Black Emperor. Bis zur Veröffentlichung von „You, You’re A History In Rust“, ihrem bis dato besten Album, auf dem die Band zum ersten Mal das volle Potential ihrer ungewöhnlichen Besetzung (zwei Drummer + drei ständig zwischen Gitarre, Bass und Bläsern wechselnde Multitalente) ausspielten. Eine wahre Post-Rock-Wundertüte von einem Album: polyrhythmischer Jazz-Rock („Bound To Be That Way“), mit Field-Recordings und Drones verklärte Folk-Meditationen („A Tender History In Rust“), überlebensgroße Fuzz-Wellen („Exekutioner Blues“) – alles, was dieses Genre großartig macht, ist da.

Neue Platten: Godspeed You! Black Emperor - "Allelujah! Don't Bend! Ascend!"

Von Klaus von Frieling
(22.10.2012)
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Kündigt eine Band eine Tour an, gibt's auch eine Platte, die dementsprechend vermarktet werden muss. Die reflexhafte Frage danach, auf die man nach jahrelangem Musikkonsum durch die Industrie konditioniert wurde, bleibt im Fall des kanadischen Kollektivs Godspeed You! Black Emperor regelmäßig aus. Auch die Bekanntgabe einer ausgedehnten Konzertreise nach Nordamerika und Europa in diesem Herbst löste einen solchen Impuls nicht aus. Das hat einem die Band in den 18 Jahren ihrer Existenz schon beigebracht: Sie spielen nicht nach den Regeln des Business. Und dann das: Pünktlich zum Tourbeginn in Boston liegt „Allelujah! Don't Bend! Ascend!“ auf dem Merchandise-Tisch. Auf Vinyl. Ohne Ankündigung, ohne vorherige Gerüchte. Einfach so. Das muss man bei dem Bekanntheitsgrad der Band erst einmal schaffen. Und wie herrlich dieses Album ist. Endlich wieder Ausrufezeichen-Titel, endlich wieder kryptische Parolen, endlich wieder endlos langes Instrumentalgedröhne. Als hätte es die zehn Jahre seit „Yanqui U.X.O.“ nicht gegeben, beginnt die Platte gleich mit einem 20-Minuten-Stück und genügend Diskussionsstoff: Bezieht sich der Titel „Mladic“ auf den serbischen Ex-General Ratko Mladic, dem vorm UN-Tribunal in Den Haag zahlreiche Kriegsverbrechen vorgeworfen werden? Sucht man in der Musik nach einer Antwort, wird man mal hierhin, mal dorthin geschleudert. Wie beim Tennis, spielen sich die losen, verzerrten Gitarrentöne im ersten Viertel die Bälle zu, bis das Ganze minimal-perkussiv aufbricht zu lauten, ausufernden, stampfenden psychedelischen Drones mit imposanten Feedbacks à la Jesus And Mary Chain. Es ist eines der dunkelsten und schwersten Stücke, das Godspeed You! Black Emperor in ihrem Repertoire haben, und das schon seit 2003. Das nur einige Sekunden längere „We Drift Like Worried Fire“ auf der anderen Seite der Platte zeigt, welche Fragilität der Musik des kanadischen Kollektivs bei aller Lautstärke innewohnt. Sie bestand immer aus mehr als aus einfachen, rockaffinen Gitarrenriffs und druckvollem Schlagzeug. Die auf dieser Platte sich aus neun Personen zusammensetzende Band versteht es ebenso, auch Instrumenten wie einer Geige, einer Marimba, einem Vibrafon und einem Glockenspiel Raum zu geben, sie nicht nur akzentuiert in Szene zu setzen, sondern in das Ganze zu integrieren. Bis dann alles in der Mitte des Stückes grandios in sich zusammenfällt und sich auf eine andere Art erst wieder finden, sich annähern muss, um sich zu neuen Höhen aufzuschwingen. Dieses Hin und Her zwischen laut und leise, zwischen zart und hart, zwischen Stakkato und Epik beherrscht niemand so imponierend wie Godspeed You! Black Emperor.

Schnittstellen

Dirty Projectors & Godspeed You! Black Emperor

(08.11.2012 / 22:00 Uhr)
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Schnittstellen - Dirty Projectors & Godspeed You! Black Emperor
Die Schnittstellen diese Woche mit einer sehr herbstlichen Sendung, in der es das neue Album der Dirty Projectors zu hören gibt. Außerdem melancholische Klänge des britischen Duos Reigns und das neue und vierte Album der Classical-Indie-Rocker Godspeed you! black Emperor!!!

Experimentelles Filmprojekt „We Have An Anchor“ von Jem Cohen

Von Philipp Rhensius
(02.01.2015)
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In London werden u.a. die Musiker Guy Picciotto (Fugazi), Efrim Menuck (Founder, Godspeed You! Black Emperor), T. Griffin, Jim White (Dirty Three), Jessica Moss (Silver Mt. Zion) und Sophie Trudeau (Godspeed You! Black Emperor, SMZ) auftreten. Mit der ungewöhnlichen Kreuzung aus visuellem und akustischem Material ist „We Have An Anchor“ vor allem auf eine körperliche Erfahrbarkeit des Ortes ausgelegt.

Die ByteFM Hörercharts 2012

Von ByteFM Redaktion
(03.01.2013)
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17. Godspeed You! Black Emperor - Don’t Bend Ascent! - Constellation // 6. Godspeed You! Black Emperor - Mladic

Die ByteFM Jahrescharts 2012

Von ByteFM Redaktion
(31.12.2012)
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Godspeed You! Black Emperor - 'Allelujah! Don't Bend! Ascend!

Alben des Jahres 2021

Von ByteFM Redaktion
(17.12.2021)
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Alben des Jahres 2021
Godspeed You! Black Emperor – „G_d's Pee At State's End“

Die Welt ist eine Scheibe

This Here Jungle Of Moderness

(04.05.2021 / 20:00 Uhr)
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Die Welt ist eine Scheibe - This Here Jungle Of Moderness
Außerdem brasilianische Psychedelic-Jazz-Exotica mit Glassharp und Gitarre von Os Barbapapas, Post-Rock mit Field-Recordings-Anteilen aus Schweden von Johann G. Winther (Ex-Scraps Of Tape) und den epischer vorgehenden Godspeed You! Black Emperor, fluide Impro-Traumszenarien vom ebenfalls aus Kanada stammenden Bell Orchestre, Fusion-Jazz aus London von Alfa Mist und Spiritual Jazz aus Chicago von Damon Locks Black Monument Ensemble.

12.04.: Kein bisschen müde

Von ByteFM Redaktion
(12.04.2010)
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Pitchfork meldet: Die kanadische Post-Rock-Legende Godspeed You! Black Emperor findet für einige Live-Termine in Europa, Großbritannien und Amerika wieder zusammen. Das dauert allerdings noch: Bestätigt ist die "ATP's Nightmare Before Christmas" Tour im Dezember (!), und auf der Homepage der Band heißt es: "See you next winter". Oh ja!

Songs des Jahres 2021

Von ByteFM Redaktion
(15.12.2021)
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Songs des Jahres 2021
Godspeed You! Black Emperor – „Cliffs Gaze / Cliffs' Gaze At Empty Waters' Rise / Ashes To Sea Or Nearer To Thee“

ByteFM Magazin

Remix & Optimismus

(08.04.2021 / 14:00 Uhr)
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Róisín Murphy bringt ein neues Remix-Album raus und Godspeed You! Black Emperor sind optimistisch: Für Anfang 2022 hat die Post-Rock-Band aus Kanada gerade Live-Termine veröffentlicht – auch in Europa bzw. Deutschland will die Band auftreten.

ByteFM Magazin

am Nachmittag mit Jil Hesse

(04.08.2016 / 15:00 Uhr)
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Zwischen Van Dyke Parks und Godspeed You! Black Emperor! ist viel Platz im ByteFM Magazin. Zum Beispiel für unser Album der Woche, für einen kleinen Themenschwerpunkt zu Verknüpfungen zwischen HipHop und Ballet und für unseren Gast Jörg Heidemann, der uns etwas über die VIA! VUT INDIE AWARDS erzählen wird.

ByteFM Mixtape

Abgehört von Spiegel Online

(17.10.2012 / 12:00 Uhr)
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Godspeed You! Black Emperor - "'allelujah! Don't Bend! Ascend!"

ByteFM präsentiert das Donaufestival 2015

Von ByteFM Redaktion
(23.03.2015)
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Das Programm ist wie immer hochkarätig erlesen und bietet namhafte Acts wie Godspeed You! Black Emperor, Gazelle Twin, Nils Frahm, Helena Hauff, Battles, James Holden, Planningtorock, Scott Matthew aber auch Performance-Größen wie Rimini Protokoll.

Mira Calix ist tot

Von ByteFM Redaktion
(29.03.2022)
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Mira Calix ist tot
Im Laufe ihrer Karriere experimentierte sie immer wieder mit verschiedenen Stilen und Instrumenten. Calix tourte unter anderem mit Radiohead, Autechre, Boards Of Canada und Godspeed You! Black Emperor. Im Laufe der Zeit erweiterte sie ihr klangliches und methodisches Repertoire und griff vermehrt Elemente klassischer Musik auf. Dabei begriff sie Klang als eine Art formbares, skulpturenhaftes Material, wie sie selbst sagte. Doch sie war nicht nur auf dem Feld der Musik aktiv, sondern arbeitete im Rahmen zahlreicher Kollaborationen auch an Performance-Kunst und Installationen. Calix komponierte Musik für Kunstprojekte, Film, Oper, Tanz und Theater. Daneben arbeitete sie unter anderem mit Mark Clifford (Seefeel) zusammen, mit dem sie das Projekt Cliffordandcalix gründete.

Unter Geiern

Kollaborateure

(23.10.2013 / 20:00 Uhr)
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Nicht jeder, der kollaboriert, ist ein mieser Verräter. In schlichter Übersetzung kann man ja auch einfach mal von "Zusammenarbeit" sprechen. Nachdem Elvis Costello und die Roots dafür ein aktuelles Beispiel geliefert haben, durchwühlt man als Geierdompteur natürlich umgehend die Archive - da war doch was! Da war sogar jede Menge!! An Kollaborationen. Und so werkeln heute zwei Stunden lang Leute miteinander, die man so gar nicht als Paare erwartet hätte: Lou Reed & Metallica, Faust & Dälek, Vic Chesnutt & Godspeed You! Black Emperor, Robert Plant & Alison Krauss, Country Joe McDonald & the Bevis Frond, Zappa & Sting etc. Diese vorübergehenden musikalischen Partnerschaften bieten jedenfalls jede Menge knisternde Spannung. Und, äh, Robbie Williams ist auch dabei…

Karamba

Bahnhof

(23.10.2014 / 20:00 Uhr)
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Mit Musik von Godspeed You Black Emperor!, Daniel Lanois, The Graveltones u.v.a.

Schnittstellen

(12.11.2009 / 22:00 Uhr)
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Schnittstellen
Mit dabei sind Labelschwergewicht Godspeed You! Black Emperor, Do Make Say Think, Fly Pan Am und A Silver Mt. Zion...

ByteFM Mixtape

Abgehört von Spiegel Online

(02.04.2015 / 12:00 Uhr)
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Diesmal gibt es Musik von Marina And The Diamonds, "Mr. Wonderful" von Gourmet-Koch und Rapper Action Bronson, außerdem neue Alben von The Jon Spencer Blues Explosion und Godspeed You! Black Emperor.

Mark Hollis (Talk Talk) ist tot: ein Fadeout in fünf Akten

Von ByteFM Redaktion
(26.02.2019)
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Mark Hollis (Talk Talk) ist tot: ein Fadeout in fünf Akten
Doch für die Musik war diese Freiheit ein unschätzbarer Gewinn. Hollis und seine Mitstreiter arbeiteten über ein Jahr lang an diesem Album, ließen zahlreiche Jazz-Musiker ein- und ausgehen und über ihre Songskizzen improvisieren. Das Ergebnis sind Songs wie „Eden“: Ein mehrdimensionales Stück Kunst-Musik, das als formloser Puls beginnt, plötzlich mit astralen Orgeln und Gitarren den Himmel aufreißt, um dann wieder zum kaum hörbaren Puls zurückkehrt. Eine gedämpfte Jazz-Trompete ertönt einsam, die Musik nimmt wieder Fahrt auf – und kehrt kurz vor der Explosion wieder zur Stille zurück. Dieses Wechselspiel von Laut und Leise wurde später Post-Rock genannt. Lange bevor Mogwai, Godspeed You! Black Emperor und Co. hatten Talk Talk den dramatischen Wert des Schweigens erkannt.

Neuland

La Femme, Iglooghost & Nepumuk & Retrogott

(02.04.2021 / 12:00 Uhr)
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Des Weiteren gibt es noch neue Musik u. a. von Mission To The Sun, Shakey Graves, Ryley Walker, Du Blonde, Dry Cleaning, Iglooghost, Dom & The Wizards, Paar Linien und Godspeed You! Black Emperor. Außerdem hören wir noch etwas genauer in unser Album der Woche „Metamusik“ von Nepumuk & Retrogott rein.

Presseschau 28.05.: The Revolution Will Not Be Televised

Von ByteFM Redaktion
(28.05.2011)
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Die Post-Rocker von Godspeed You! Black Emperor melden sich zurück. Nach dem sie sich im letzten Jahr bereits für eine Tour wiedervereinten, arbeiten sie Pitchfork zu folge nun an neuem Material. Band-Mitglied Bruce Cawdon sagte in einem Interview mit dem Voir-Magazin soll das neu-erarbeitete Material nach der derzeitigen Tour weiterverarbeitet und aufbereitet werden.

Die 25 besten Freak-Folk-Alben aller Zeiten

Von ByteFM Redaktion
(14.12.2021)
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Die 25 besten Freak-Folk-Alben aller Zeiten
Die Musik von A Silver Mt. Zion ist auf jeden Fall nichts für Kinder. „They put angels in the electric chair“, ist die nicht besonders jugendfreie Zeile, die das kanadische Kollektiv einem zuerst auf seinem Opus magnum „Horses In The Sky“ entgegen krächzt. Die unter stetig wechselnden Namen erscheinende Band (Alternativen: Thee Silver Mt. Zion Memorial Orchestra, The Silver Mt. Zion Memorial Orchestra & Tra-La-La Band, etc.) besteht aus Mitgliedern der Post-Rock-Formation Godspeed You! Black Emperor. Während diese sich auf erdrückende Crescendo-Dampfwalzen spezialisiert haben, spielen A Silver Mt. Zion eine seltsame Mischung aus Post-Rock und Freak-Folk – mit maximal apokalyptischen Ergebnissen. Ihr Paradestück ist der erste Song von „Horses In The Sky“, „God Bless Our Dead Marines“, ein innerhalb von zwölf Minuten stetig mutierendes Stück Apokalypsenfolk.

ByteFM Mixtape

Phonometrics

(29.04.2012 / 23:00 Uhr)
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ByteFM Mixtape - Phonometrics
Das Phonometrics Mixtape beschäftigt sich diesen Monat mit dem Verhältnis von Lyrik und Popmusik. Dabei stehen weniger die Songtexte als Form der Lyrik im Vordergrund, sondern vielmehr das Spannungsfeld zwischen geschriebenen Wort und seiner Vertonung. Von William S. Burroughs Vertonung einer Gedichtes von Bertolt Brecht bis hin zu Sonic Youth’s Hommage an Gregory Corso und Godspeed You Black Emperor’s epochalen Dead Flag Blues legen wir dabei beachtliche Strecken zurück.

Schraubenzieher

Junge Wilde, verlässliche Formationen und ein generelles Gefühl von Weirdness

(05.04.2021 / 23:00 Uhr)
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Schraubenzieher - Junge Wilde, verlässliche Formationen und ein generelles Gefühl von Weirdness
Zum Glück gibt es in diesen „trying times“ mindestens eine Formation, auf die Mensch sich verlassen kann: Godspeed You! Black Emperor. Mehr noch als verlassen: Ihr neustes Werk „G_d‘s Pee: At State‘s End!“ ist ihr mächtigstes seit langem. Marius Magaard wagt das unwagbare: GY!BE im Radio zu spielen. Wird es ihm gelingen? Es gibt nur einen Weg, das herauszufinden.

Schraubenzieher

Post-Rock-Herbst: Swans, GY!BE, Mt. Zion, Chesnutt

(09.11.2023 / 22:00 Uhr)
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Schraubenzieher - Post-Rock-Herbst: Swans, GY!BE, Mt. Zion, Chesnutt
Eine passende Kulisse für „The Beggar“, das streng genommen zwar bereits im Juni veröffentlichte aber dennoch perfekt zum jetzigen Klima passende neueste Werk der US-amerikanischen No-Wave/Post-Rock/Noise-Giganten Swans. Besagte Giganten zeigen sich auf ihrem 16. Album von ihrer abstrakteren, dronigeren Seite – was für den heutigen Schraubenzieher ein perfektes Absprungbrett darstellt, um in ein bis zum Rand mit Laub gefülltes Becken der langsamen, melancholischen und schweren Herbstmusik einzutauchen. Wir hören 90er-Jahre-Swans (+ Nebenprojekte) sowie hoffnungsvolle Apokalypsen-Sounds von Godspeed You! Black Emperor (+ Nebenprojekte) und die erdrückenden Klänge des späten Vic Chesnutt (begleitet vom GY!BE-Nebenprojekt Silver Mt. Zion). Das schreckliche Geheimnis dieser Ausgabe: Innerhalb einer Stunde hören wir nur acht Songs.

Øya, oh yeah!

Von alex
(12.08.2013)
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Rap ist für mich das große Thema an Tag 2: Danny Brown (einfach großartig!) und Kendrick Lamar (grundsolide) sind meine wichtigsten Programmpunkte. Rodriguez zieht nach dem Film „Searching For Sugar Man“ die Massen an, weiß mich aber live nicht so recht zu überzeugen. Godspeed You! Black Emperor sind massiv, Grimes für meinen Geschmack zu poppig und Beyoncés Schwester Solange hat ihr Konzert komplett abgesagt.