Xmal Deutschland

Xmal Deutschland Xmal Deutschland (Foto: Kevin Cummins)

Xmal Deutschland waren eine Hamburger Gruppe, die 1980 als rein weiblich besetzte Band gegründet wurde. Musikalisch waren sie in Gothic Rock, Dark Wave und Post-Punk verwurzelt. Die Formation erlebte einige Umbesetzungen und war in Großbritannien weitaus erfolgreicher als in Deutschland. Zwischen 1983 und 1989 erschienen vier Alben, ein Jahr später löste sich die Band auf.

1980 trafen sich die spätere Sängerin Anja Huwe (*21. Juni 1958 in Hamburg) und ihre Freundinnen Fiona Sangster (Keyboard), Caro May (Drums), Manuela Rickers (Gitarre) und Rita Simonsen (Bass) im Proberaum befreundeter Punkbands. Anfangs war das musikalische Know-how der Künstler*innen noch überschaubar, aber alle begeisterten sich für Bands wie Joy Division, Bauhaus und Psychedelic Furs und sie hegten den Wunsch, selbst Musik zu machen. Der Bandname entstammte dem 1961 erschienenen Buch „X-mal Deutschland“ des Journalisten Rudolf Walter Leonhardt, der sich in seiner damaligen soziopolitischen Abhandlung Themen wie „Wohlstandsfragen auf Sylt“ und „Bonn – die verfemte Metropole“ widmete. 1981 erschien dann auf dem Label ZickZack des stets neugierigen Szene- und Punkimpresarios Alfred Hilsberg die Debütsingle „Schwarze Welt“. Für deutsche Verhältnisse damals sehr ungewöhnliche Klänge: kein Punk und für die Neue Deutsche Welle viel zu düster. Dieser Sound sollte das Markenzeichen der Band werden: markante Drum- und Basslinien, messerscharfe Gitarrenriffs, schwebende Synth-Flächen und Huwes nuancierter, beschwörender deutschsprachiger Gesang. Da war der Frohsinn weit entfernt. Eher kamen hier eisig-dunkle Klangflächen zum Vorschein, die den damaligen Zeitgeist einer Bundesrepublik im Kalten Krieg abbildeten. 1981 übernahm Wolfgang Ellerbrock den Basspart und im folgenden Jahr erschien die zweite ZickZack-Single „Incubus Succubus“, ein Track, der sich in der Folge zum Post-Punk-Klassiker entwickelte. In Deutschland blieb die Band aber ein Geheimtipp. Auf den Rat eines Musikerkollegen schickte die Formation Songmaterial an das angesagte Londoner Label 4AD, das die Band unerwarteterweise unter Vertrag nahm. Xmal Deutschland traten Ende 1982 mit Cocteau Twins auf und brachten im April 1983 ihr Debütalbum „Fetisch“ heraus, das wie die Singles „Qual“ und „Incubus Succubus II“ in die UK-Indie-Charts einstieg. Im selben Jahr übernahm Peter Bellendir das Schlagzeugspiel, 1984 erschien dann der zweite Longplayer „Tocsin“, der von Kritiker*innen hoch gelobt wurde. Die Band ging anschließend auf Konzertreise durch Europa, die USA und Japan. The-Stranglers-Sänger Hugh Cornwell produzierte die 1986 veröffentlichte Single „Matador“, die es sogar auf Platz 92 der UK-Charts schaffte. Die Band trat mit The Stranglers in der Wembley Arena auf und begleitete diese auf der gesamten Großbritannien-Tour. Auf „Viva“, dem dritten Werk von 1987, kamen vermehrt englische Texte zum Zuge. Bellendir, Rickers und Sangster verließen dann die Gruppe. Frank Z. von Abwärts, der Schlagzeuger Curt Cress und der Keyboarder Henry Staroste spielten dann mit Huwe und Ellerbrock die vierte und letzte LP „Devils“ ein, die schon den Weg in poppigere Mainstream-Gefilde wies. Nach einigen Live-Gigs trennte sich die Band 1990.

Nach der Auflösung von Xmal Deutschland verabschiedete sich Anja Huwe für viele Jahrzehnte vom Musikmachen und verfolgte eine Karriere als bildende Künstlerin in New York. Es dauerte bis 2024, als sie sich musikalisch mit ihrem Soloalbum „Codes“ zurückmeldete. Im Mai 2025 erschien dann mit „Gift: The 4AD Years“ eine 3xLP, die die Essenz der wichtigen 4AD-Phase der Gruppe Xmal Deutschland noch einmal zum Leben erweckte.



Xmal Deutschland im Programm von ByteFM:

ByteFM Magazin

Xmal Deutschland & Euroteuro zu Gast

(12.05.2025 / 14:00 Uhr)
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ByteFM Magazin - Xmal Deutschland & Euroteuro zu Gast
Die Liste an deutschsprachigen Acts, die mit deutschsprachiger Musik vor fremdsprachigem Publikum erfolgreich waren oder sind, ist kurz. Doch noch bevor Falcos „Rock Me Amadeus“ die US-Charts unterwanderte, gab es eine andere Band, die mit deutschem Underground-Sound international für Furore sorgte: Xmal Deutschland. Die 1980 in Hamburg gegründete Gruppe war mit ihrem finster verzerrten Post-Punk- und Goth-Rock ihrer lokalen Szene so weit voraus, dass sie direkt den Absprung nach Übersee schafften – bevor sie überhaupt in ihrer Heimat durchbrachen. 1983 reisten sie als Support-Band von Cocteau Twins durch das UK, kurze Zeit später erschien ihr Debütalbum „Fetisch“ auf dem britischen Szene-Label 4AD, Rücken an Rücken mit Acts wie Dead Can Dance oder Modern English. Ihr aneckender, metallisch scheppender Sound hatte den Nerv der Zeit getroffen, genau wie die unbequemen Texte von Sängerin Anja Huwe. Doch dann war 1990, nach drei weiteren gefeierten LPs, plötzlich Schluss mit Xmal Deutschland.Noch viel bahnbrechender als ihre Sprache war von Anfang an die Tatsache, dass diese Band überwiegend weiblich besetzt war. „Am Anfang nahm uns niemand ernst – wir waren einfach ‚diese Mädchen‘“, erinnert sich Huwe. „Heute ist es überwältigend von so vielen zu hören, wir hätten sie dazu inspiriert, eine Band zu gründen oder kreativ zu sein.“ Dass ihre Musik auch 45 Jahre nach Bandgründung nichts von ihrer Sprengkraft verloren hat, zeigt eine neue Compilation des Frühwerks von Xmal Deutschland. Die drei LP schwere Sammlung „Gift: The 4AD Years“, die am 9. Mai 2025 veröffentlicht wurde, beinhaltet die ersten beiden Alben „Fetisch“ und „Tocsin“, EPs, Singles sowie allerlei unveröffentlichtes Material. Mehr darüber erzählt Anja Huwe im ByteFM Magazin.Das österreichische Projekt Euroteuro ist für seinen so liebenswürdigen wie vielseitigen Lo-Fi-Synthpop bekannt. Der Name des Wiener Kollektivs lässt erahnen, dass die Band um Peter T. und Katarina Maria Trenk die Dinge gerne mit Humor betrachtet. Mit dem italienische Autobahnraststätten besingenden Sommerhit „Autogrill“ gelang 2016 der Durchbruch. Das Debütalbum „Volume I“ folgte 2018, Euroteuro gingen unter anderem mit Voodoo Jürgens und der Schriftstellerin Stefanie Sargnagel auf Tour.Man sollte sich jedoch vom Namen nicht in die Irre führen lassen – Euroteuro verlieren sich keinesfalls in Ironie oder Oberflächlichkeit, sondern bringen in ihren Songs oft auch tiefere Gefühle zum Ausdruck. So auch auf ihrem bislang letzten Album „Volume III“ (2023). Daran haben neben den Texten auch die melancholischen Synthesizer ihren Anteil. Nun ist im April 2025 mit „NYC Vape“ eine neue Single erschienen, die Hoffnung auf ein mögliches nächstes Kapitel, auf „Volume IV“ macht.Erst einmal gehen Euroteuro aber in Duo-Besetzung auf ihre „Musik-für-Menschen“-Tour. Die verbleibenden Termine, präsentiert von ByteFM:08.05.25 Ulm – Gold

taz.mixtape

Mariana Sadovska, The Sex Organs, Faber, Xmal Deutschland & Anja Huwe, Jards Macalé

(08.03.2024 / 17:00 Uhr)
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Der Gothicpostpunk der Band Xmal Deutschland um Sängerin Anja Huwe traf den Nerv der 1980er Jahre. Gregor Kessler reflektiert die Geschichtsschreibung und erläutert, warum ausgerechnet jetzt eine Wiederentdeckung ansteht.

Time Tunnel

1984

(12.11.2017 / 08:00 Uhr)
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Es gibt ein Wiederhören mit seiner Band namens Strawberry Switchblade (Geheimtipp!), mit Xmal Deutschland (Geheimtipp!!) und Blancmange (na ja, nicht so geheim!!!).

Candelilla – „Camping“ (Album der Woche)

Von ByteFM Redaktion
(27.02.2017)
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Candelilla – „Camping“ (Album der Woche)
„In Berlin wohnt die Avantgarde / Und in Hamburg wohnt der Bodenstand / Und in München da gibt es nichts, überhaupt nichts“ – so ließ die Band Huah! Anfang der 90er ihren Blick über die Bundesrepublik schweifen. Mag sein, dass sich für alle, die nicht nah genug dran sind, einfach nicht öffnet, was in München passiert. Denn auch heute hören wir dort selten hin. Aber wenn wir es tun, dann richtig. Wie bei Candelilla – hier ist Entziehen schier nicht möglich. Mit ihrem neuen Album „Camping“ hält die Band einen an Kopf und Ohren fest und weckt mit ihrer Unmittelbarkeit und Härte Erinnerungen an Wave-Bands wie Hans-A-Plast, Bauhaus und Xmal Deutschland.

Time Tunnel

1984 mit Martin Böttcher

(27.04.2010 / 14:00 Uhr)
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Time Tunnel - 1984 mit Martin Böttcher
Kann der anspruchsvolle New-Wave-Sound gegen die billige Popoffensive bestehen? Er versucht es zumindest. Dabei helfen krasse Synthie-Sounds von Section 25 und Boytronic, von Ultravox (Foto) und Man Parrish. Es gibt ein Wiederhören mit seiner Band namens Strawberry Switchblade (Geheimtipp!), mit Xmal Deutschland (Geheimtipp!!) und Blancmange (na ja, nicht so geheim!!!)

Time Tunnel

1984
mit Martin Böttcher

(06.02.2009 / 18:00 Uhr)
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Time Tunnel - 1984mit Martin Böttcher
Kann der anspruchsvolle New-Wave-Sound gegen die billige Popoffensive bestehen? Er versucht es zumindest. Dabei helfen krasse Synthie-Sounds von Section 25 und Boytronic, von Ultravox und Man Parrish. Es gibt ein Wiederhören mit seiner Band namens Strawberry Switchblade (Geheimtipp!), mit Xmal Deutschland (Geheimtipp!!) und Blancmange (na ja, nicht so geheim!!!)

Flashback

Mai 1987 / Fields Of The Nephilim

(08.05.2025 / 22:00 Uhr)
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Flashback - Mai 1987 / Fields Of The Nephilim
Am 4. Mai 1987 veröffentlichten Fields Of The Nephilim ihr Album "Dawnrazor", das Debüt der britischen Band um Sänger Carl McCoy gilt heute als Klassiker des atmosphärischen Gothic Rock. Wir spielen einige der besten Tracks der Platte, dazu Klassiker der Pioniere dieser düster gefärbten Post-Punk-Spielart, u. a. von Bauhaus, Siouxsie And The Banshees, Xmal Deutschland und The Cure.

baze.djunki i i presents...

Nacht Aus Beton

(08.10.2009 / 00:00 Uhr)
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Die "Nacht Aus Beton" - baze.djunkiii's Spielwiese für PostPunk, (No)Wave, ElectroPunk und Artverwandtes in der Hamburger Meaniebar - nun zum zweiten Mal in Form eines dreistündigen DJ-Mixes on air via ByteFM. Unter anderem dabei: Musik von Lydia Lunch, Xmal Deutschland, Fehlfarben, Chris & Cosey, Lagowski, DAF, Egotronic, No More etc.

baze.djunki i i presents...

Nacht Aus Beton

(27.01.2011 / 00:00 Uhr)
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Die Nacht Aus Beton - unmoderiert und doch reich an Vocals. Handselektiert von baze.djunkiii finden in diesen zwei Stunden vorwiegend düstere Klänge den Weg über den digitalen Äther in die Wohnzimmer der Welt. Mit dabei unter anderem: Chemlab, Xmal Deutschland, David Michael Cross, Saalschutz, Kode IV und viele andere mehr.

The Heinrich Manoehver

Quer durch den Garten

(03.05.2025 / 12:00 Uhr)
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Musik quer durch den Garten mit Lou Reed, King Hannah, Xmal Deutschland, Richard Thompson, Pere Ubu und anderen.

Neuland

Im weißen Rauch der Offbeat-Generation

(09.05.2025 / 12:00 Uhr)
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Von fast Hardcore bis beinahe Hyperpop, von DIY-Ska zu Kammermusik-Songwriterinnen, von Goth-Rock der 1980er zu Drum 'n' Bass der Gegenwart, von Australien, Norwegen, einer bretonischen Insel und von Herzen: neue Alben, so frisch wie der Papst.Mit u. a. Thom Yorke & Mark Pritchard, Deradoorian, Die Liga Der Gewöhnlichen Gentlemen, Xmal Deutschland, Maia Friedman und unserem Album der Woche von Lael Neale, „Altogether Stranger“.

Regler rauf, Regler runter

Soul-Net

(14.03.2024 / 13:00 Uhr)
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Mit Musik u. a. von DIIV, Xmal Deutschland und John Glacier.

Time Tunnel

1984

(23.02.2015 / 21:00 Uhr)
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Kann der anspruchsvolle New-Wave-Sound gegen die billige Popoffensive bestehen? Er versucht es zumindest. Dabei helfen krasse Synthie-Sounds von Section 25 und Boytronic, von Ultravox und Man Parrish. Es gibt ein Wiederhören mit seiner Band namens Strawberry Switchblade (Geheimtipp!), mit Xmal Deutschland (Geheimtipp!!) und Blancmange (na ja, nicht so geheim!!!)

Meine 80er

Von martinbttcher
(15.07.2010)
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Meine 80er
Meine Neue Deutsche Welle waren nicht Nena und Markus und Spider Murphy Gang, meine NDW waren DAF und Nichts und Xmal Deutschland. Depeche Mode war für mich eine Zeit lang die beste Band der Welt. Und ihr bester Song war für mich die B-Seite ihrer ersten Single. Devo schlummerten lange im Plattenschrank meines großen Bruders, bevor ich sie für mich entdeckte. Dass Robert Palmer einen der schönsten Songs der 80er gemacht hatte, entdeckte ich etwa 2005. Damals lief der Song bei einem Oldie-Sender, für den ich ab und zu arbeitete. Ein schottisches Frauenduo, das auf poppig-elektronische Weise die Country-Sängerin Dolly Parton coverte, begleitete mich ein gutes Jahr. Und überzeugte vor allem mit den ruhigeren Songs die Mädchen, denen ich Mixtapes aufnahm, von meiner sensiblen Seite. Soft Cell und Blancmange, Yazoo und Visage, Japan und Fun Boy Three, Grace Jones und der Tom Tom Club, Fehlfarben, Boytronic, die Tubeway Army, New Order, Sisterhood und Jona Lewis – sie alle und das Knistern der Platten, auf denen die Songs zu finden sind, ergeben eine 120 Minuten langen Mix, der mir heute nicht mehr viel, aber damals fast alles bedeutete. Gute Musik ist es bis heute geblieben, finde ich.

Time Tunnel

1984

(26.06.2016 / 14:00 Uhr)
Volle Sendungsbeschreibung lesen / Auszug:
Kann der anspruchsvolle New-Wave-Sound gegen die billige Popoffensive bestehen? Er versucht es zumindest. Dabei helfen krasse Synthie-Sounds von Section 25 und Boytronic, von Ultravox und Man Parrish. Es gibt ein Wiederhören mit seiner Band namens Strawberry Switchblade (Geheimtipp!), mit Xmal Deutschland (Geheimtipp!!) und Blancmange (na ja, nicht so geheim!!!).


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