Sérgio Mendes

Sérgio Mendes Sérgio Mendes (Foto: Andrew Southam)

Sérgio Mendes (Sérgio Santos Mendes, 11. Februar 1941, Niterói Brasilien) ist ein brasilianischer Musiker, der mit Jorge Bens Song „Mas Que Nada” 1966 zu Weltruhm gelangte. Charakteristisch für ihn ist die Verbindung von Bossa Nova mit Jazz-Funk, in der er häufig erfolgreiche Stücke anderer Musiker neuinterpretiert hat. 2006 nahm er „Mas Que Nada” noch einmal mit der US-amerikanischen Band The Black Eyed Peas auf.

Sérgio Mendes wuchs als Sohn eines Arztes auf und begann in den späten 1950ern, in Nachtclubs aufzutreten. Zu dieser Zeit entstand in Brasilien die Bossa Nova und Antônio Carlos Jobim, einer der Hauptvertreter des Genres wurde zu einer Art Mentor für ihn. 1961 nahm Mendes das Instrumental-Album „Dance Moderno” auf, mit dem er auch in Europa und den USA tourte. 1964 zog er in die USA und nahm zwei Alben mit der Band Sérgio Mendes & Brazil '65, der auch die Sängerin Wanda Sá angehörte, auf. Seine ersten Alben waren keine kommerziellen Erfolge. Das änderte sich, als 1966 „Herb Alpert Presents Sérgio Mendes & Brazil '66” erschien, auf dem erstmals auf portugiesisch und englisch gesungen wurde und das auch Coverversionen von Titeln enthielt, die dem westlichen Publikum schon bekannt waren. Das Album wurde, nicht zuletzt dank der Single „Mas Que Nada”, ein Platin-Erfolg.

Noch größere Bekanntheit erreichte er 1969 mit der Oscar-nominierten Version des Songs „The Look Of Love” von Burt Bacharach und Hal David. Sérgio Mendes nahm erfolgreiche Versionen diverser Song von The Beatles auf, unter anderem „All MyLoving”, „With A Little Help From My Friends”, „Day Tripper” und „Norwegion Wood”. Zudem war er mit Jimmy Webbs „Wichita Lineman” (1969) und „After Midnight” (1971) von J.J. Cale erfolgreich, das ein Jahr zuvor in der Version von Eric Clapton bekannt geworden war. Mitte der 1970er ließ Mendes' Erfolg außerhalb Brasiliens nach, er wurde aber später von Künstler*innen aus den Bereichen HipHop und Neo-Soul wiederentdeckt. Anlässlich seines seines 80. Geburtstags war 2021 seine Version von Jorge Bens „País Tropical“ ByteFM Track des Tages.



Sérgio Mendes im Programm von ByteFM:

Zum 80. Geburtstag von Sérgio Mendes: „País Tropical“

Von ByteFM Redaktion
(11.02.2021)
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Zum 80. Geburtstag von Sérgio Mendes: „País Tropical“
Sérgio Mendes (Foto: Andrew Southam) Die vielleicht schönste Version des Songs „País Tropical“ hat der brasilianische Bandleader Sérgio Mendes mit seiner Gruppe Brasil '66 aufgenommen. Ursprünglich stammt das Stück von Mendes' Landsmann Jorge Ben Jor und gehört zu den Gassenhauern der MPB. Dieses Kürzel steht für „música popular brasileira“, und bedeutet so etwas wie brasilianische Popmusik. In diesem Bereich ist Sérgio Mendes einer der größten Namen, auch international. Weniger als Komponisten denn als Bandleader kennt man Sérgio Mendes, dem der Orchesterleiter Herb Alpert erste Starthilfe auf dem großen Weltmarkt gegeben hat. Und so ist Mendes' größter Hit eben auch keine Eigenkomposition, sondern „Mas Que Nada“ – ebenfalls von Jorge Ben Jor verfasst. Spätestens seit Mendes' Version auf dem Soundtrack zu der Geheimagenten-Komödie „Austin Powers“ gelandet ist, hat man sie aber vielleicht sogar ein bisschen zu oft gehört. Doch „Mas Que Nada“ war kein Ausreißer: Was Sérgio Mendes mit seiner damaligen Band Brasil '66 machte, war einzigartig. Zumindest damals, denn die Mischung aus Jazz-, Soul und zielsicherem Pop-Sound wurde später auch so etwas wie die Blaupause vieler Easy-Listening-Berieselungsmusik. Doch Sérgio Mendes und Brasil '66 klingen auch heute noch ziemlich frisch, wie man sich bei unserem heutigen Track des Tages vergewissern kann.

Standard

Tap Your Feet

(18.03.2017 / 14:00 Uhr)
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U.a. mit Musik von Künstlerinnen und Künstlern wie: Gerald Wilson, Sérgio Mendes, Gerry Mulligan, Duke Ellington, Joe Pass, Nancy Wilson, Charles Mingus, Dean Martin, Ethel Ennis, Cassandra Wilson oder Mel Tormé.

Orbit

Fenster auf (Pt. 1)

(13.07.2023 / 23:00 Uhr)
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Orbit - Fenster auf (Pt. 1)
Mellow 70s-Nostalgia für Tage mit offenem Fenster und offenem Herzen. Mit Musik von u. a. Sérgio Mendes & Brasil '66, Erasmo Carlos, Alessandro Alessandroni, Carolyn Franklin und Ike White.

Brasil-Pop und California-Funk: „Sempre Amor“ von Rio 18

Von ByteFM Redaktion
(14.06.2024)
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Brasil-Pop und California-Funk: „Sempre Amor“ von Rio 18
Unser sommerlich groovender Track des Tages „Sempre Amor“ ist eine neue Single von Rio 18. Hinter diesem Namen steckt trotz des brasilianisch anmutenden Projektnamens vor allem ein britischer Künstler. Dessen biografische Wurzeln liegen nicht in Lateinamerika, sondern in Wales. Die Rede ist von dem Musiker Carwyn Ellis, der seit vielen Jahren mit Edwyn Collins zusammenarbeitet, bei The Pretenders Keyboard spielt und selbst zwei Singer-Songwriter-Alben veröffentlicht hat. Während es bei seinen Solosachen meist eher folkig zugeht, hat Ellis auch eine sonnige, sorglosere Seite. Wenn er diese nach außen kehrt – und das tut er nicht selten –, dann aktiviert er Rio 18. Schon durch die Namensgebung zollt der Songwriter der brasilianischen Musik der 60er und 70er Tribut. So trägt die Gruppe nicht nur Rio im Namen, sondern verneigt sich auch vor Bands wie Sérgio Mendes & Brasil '66.

„Olá“: Brasilianisches aus Wales von Carwyn Ellis & Rio 18

Von ByteFM Redaktion
(23.08.2021)
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„Olá“: Brasilianisches aus Wales von Carwyn Ellis & Rio 18
„Olá“, grüßen Carwyn Ellis & Rio 18 in unserem heutigen Track des Tages. Das ist portugiesisch für „hallo“, und auch die Musik, die wir hören, klingt nach einem portugiesischsprachigen Land. Denn sehr deutlich klingen aus dem Stück Anleihen aus den brasilianischen 60er- und 70er-Jahren heraus. Fast schon plakativ, besonders wenn noch ein paar portugiesische Fetzen in den Lyrics vorkommen. „Carnaval“, „olá“ oder „bom dia“ etwa. Aber das soll auch so. Carwyn Ellis ist ein Brite, spezifischer: Waliser, der seit Jahren seine Liebe zu brasilianischer Musik auslebt. Und ja, es ist eine Liebe, nicht bloß ein billiger Bossa-Nova-Einschlag, den Ellis seinen Song angedeihen lässt. Zweimal bereits hat er diese Liebe auf Albumlänge zum Ausdruck gebracht – zuletzt sogar in diesem Jahr auf „Mas“. Seine Band heißt Rio 18, was natürlich an Sérgio Mendes & Brasil '66 erinnert.