Grace Jones

Grace Jones Grace Jones auf dem Cover ihres Albums „Nightclubbing“ (1981)

Grace Jones (* 19.Mai 1948 in Spanish Town, Jamaika) ist eine einflussreiche jamaikanische Sängerin, Songwriterin und Schauspielerin, die in den frühen 1970er-Jahren als Model Bekanntheit erlangte und einige Jahre später eine Karriere als Musikerin begann. Ihr Debütalbum „Portfolio“ erschien 1977.

Grace Jones zog im Alter von dreizehn Jahren mit ihrer Familie nach New York. Als Teenagerin begann sie, gegen ihre streng religiösen Eltern zu rebellieren. Sie verbrachte einige Zeit in Hippie-Kommunen, nahm LSD und verdiente ihren Lebensunterhalt als Go-go-Tänzerin. Im Jahr 1970 zog sie nach Paris, wo sie sich aufgrund ihrer androgynen Erscheinung schnell einen Namen in der Fashion-Szene machte und bald auf den Covern renommierter Modezeitschriften zu sehen war. Ihre musikalische Karriere begann sie als Disco-Interpretin. Ihren ersten Hit landete sie mit einem Cover von Édith Piafs „La Vie En Rose“. Aufgrund ihrer extravaganten, sexualisierten Art zu performen wurde ihr der Beiname „Queen Of The Gay Discos“ verliehen. In den 1980er-Jahren wandte sich Jones vom Disco-Sound ab und veröffentlichte stattdessen Songs im New-Wave-Gewand. Ihr gefeiertes 1981 erschienenes Album „Nightclubbing“ vereint Einflüsse aus Funk, Synth-Pop und Reggae. Es enhält Coverversionen bekannter Songs von unter anderem Bill Withers, David Bowie und Iggy Pop und erreichte in mehrerern Ländern die Top 5 der Charts. Im Laufe ihrer Karriere arbeitete Grace Jones mit zahlreichen anderen renommierten Künstler*innen, darunter Brian Eno, Tricky und Tony Allen. Musiker*innen wie Róisín Murphy und Annie Lennox geben Jones als wichtige Inspiration für ihr eigenes künstlerisches Schaffen an.

Im Jahr 2017 war Grace Jones als Gastsängerin an dem Gorillaz-Song „Charger“ beteiligt. 2018 bekam sie vom jamaikanischen Staat den „Order Of Jamaica“ verliehen.

 



Grace Jones im Programm von ByteFM:

„Private Life“: Grace Jones wird 75!

Von ByteFM Redaktion
(19.05.2023)
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„Private Life“: Grace Jones wird 75!
Grace Jones wird am 19. Mai 75 Jahre alt (Foto: Wasserman Music) Die Single „Private Life“ bedeutete im Jahr 1980 den kommerziellen Durchbruch für Grace Jones. Heute wird die in Jamaika geborene Sängerin 75 Jahre alt. Unser Track des Tages erschien auf „Warm Leatherette“, nominell Jones' viertem Album. Doch zugleich markierte die LP die Geburt von Grace Jones, wie wir sie kennen. Nach einer kurzen Disco-Karriere kehrte Jones nämlich einerseits zurück zu ihren Wurzeln, erschien aber zugleich wie ein Wesen aus der Zukunft. Sie hatte sich selbst gefunden, ihre Persönlichkeit, ihre Persona und ihren Sound. Nachdem sie autoritär im streng religiösen Haushalt ihrer Großmutter erzogen worden war, empfand sie große Erleichterung, als sie als Teenager zu ihren Eltern in den USA zog. Sie genoss die Freigeistigkeit der Hippie-Ära in vollen Zügen und wollte Schauspielerin werden. Sie verdingte sie sich als Model, bis ihr Brotjob in Paris zu einer glamourösen Karriere wurde. Dort begann auch ihre vielversprechende Laufbahn als Disco-Sängerin. Grace Jones gehörte zu den Dauergästen in der Mutter aller Discos, dem Studio 54 in New York. Zwar gefiel ihr der Glam der Szene, doch irgendwann wurde dort das Nasenpuder wichtiger als die Musik, deren Formel sich zusehends erschöpfte. Statt weiter zu fertigen Instrumentals Gesangsspuren abzuliefern, die nicht ihrem tiefen Timbre entsprachen, erfand sich Jones neu. Visuell wie musikalisch wollte Jones fürderhin ihren Drang zur Erneuerung spiegeln und ihr Selbstbild ausdrücken. Als Kind war ihr ein makelloses Erscheinungsbild eingebläut worden, als Jugendliche begann sie, alle Zwänge und Regeln zu hinterfragen. Beides prägte ihre Persönlichkeit. Da Grace Jones sich durch die traumatische Erziehung ihrer Kindheit beraubt fühlte, sagte sie später, ihr Leben habe eigentlich erst in den USA begonnen. Mit Jamaika versöhnte sie erst eine Entdeckungsreise mit ihrer einzig weltlich denkenden Tante. Jones verliebte sich in das Land, das ihr die fanatische reliöse Community vorenthalten hatte. // Die jamaikanische Herkunft teilte Jones mit Chris Blackwell, dessen Label Island Records ihre Musik veröffentlichte. Als die beiden die neue Grace Jones erfanden, wollten sie den Sound der Insel auch in die Musik einfließen lassen. So bildeten Sly Dunbar und Robbie Shakespeare von der Reggae-Band Black Uhuru die Rhythmussektion der nächsten drei Alben. Doch auch die Kälte von Post-Punk und New Wave flossen in die Aufnahmen im Compass-Point-Studio auf den Bahamas ebenso ein wie die Musik, die New Yorks angesagteste DJs wie Larry Levan spielten. Hauptsächlich fanden sich auf „Warm Leatherette“ Coverversionen, die sich Jones radikal zueigen machte. Kompositionen von Smokey Robinson, Roxy Music oder Tom Petty standen neben Post-Punk-Stücken von The Normal oder The Pretenders. Doch Jones ließ sie klingen wie nichts zuvor Dagewesenes: minimalistisch und funktional, kühl und präsent. Stellte die Künstlerin in ihren Disco-Jahren ihre Stimme in den Dienst der Produzenten, riss sie nun anderer Leute Kompositionen an sich. Und zeigte mit jeder Note und jedem Wort unmissverständlich: Das hier ist Grace Jones!

„I've Seen That Face Before“: Grace Jones wird 70

Von ByteFM Redaktion
(18.05.2018)
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„I've Seen That Face Before“: Grace Jones wird 70
Grace Jones wird 70 Jahre alt (Foto: By Bruce Baker, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons, dieses Bild wurde digital nachbearbeitet) Angesprochen auf die Angst, zu viel von sich preiszugeben, hatte Grace Jones Anfang des Jahres im Interview mit Spiegel Online eine sehr gute Antwort parat: „Ich weiß doch selbst noch längst nicht alles über mich.“ Die US-amerikanisch-jamaikanische Sängerin, Poetin, Schauspielerin und Stilikone war und ist einerseits eine der schillerndsten Persönlichkeiten ihrer Generation, andererseits aber auch immer umgeben von einer mysteriösen, unnahbaren Aura. Am 19. Mai 2018 wird sie 70 Jahre alt. Grace Jones wurde als Grace Beverly Jones in der jamaikanischen Stadt Spanish Town geboren. Im Alter von 22 Jahren zog es das junge Model in die Mode-Metropole Paris. Die lokale Mode-Szene zeigte sich von ihrer ungewöhnlichen, androgynen Erscheinung fasziniert, bald schon arbeitete sie für Größen wie Yves St. Laurent oder Kenzo Takada. 1977 erkannte Island Records ihr musikalisches Potential und nahm die damals 29-Jährige unter Vertrag. Im selben Jahr erschien „Portfolio“, das Debütalbum von Grace Jones. Es war die erste von drei Disco-Platten, die alle in Zusammenarbeit mit dem Disco-Produzenten Tom Moulton aufgenommen wurden. Die Songs waren zum Großteil Coverversionen, darunter Broadway-Hits wie „Send In The Clowns“ von Stephen Sondheim oder – ihr erster Hit – eine sehr eigene Interpretation von Edith Piafs „La Vie En Rose“. Schon damals hatte Jones die Gabe, Songs aus fremden Federn in persönliche Statements zu verwandeln. So mutierte beispielsweise Piafs ätherische Ballade bei ihr zu einer sinnlichen Bossa-Nova-Hymne. // Am 24. September 2017 stand Grace Jones bereits auf dem Lehrplan von Christian Tjabens School Of Rock. Mitglieder im Förderverein „Freunde von ByteFM“ können die Ausgabe im ByteFM Archiv nachhören.

Was ist Musik

Zum 60. Geburtstag von Grace Jones

(18.05.2008 / 20:00 Uhr)
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Was ist Musik - Zum 60. Geburtstag von Grace Jones
Grace Jones wird 60 und keiner weiß wo sie ist, jetzt, wo sie gebraucht wird // Was das mit Grace Jones zu tun hat? Das ist eine der Fragen bei „Was ist Musik?“. Im Zuge der retrospektiven Aufwertung von allem, was entfernt nach NoNewYorkNoWave und Disco-Punk der 70/80er Jahrzehntwende riecht, werden seit einigen Jahren Platten von Cristina, Lizzy Mercier-Descloux oder auch Judy Nylon wiederaufgelegt und neu begutachtet. Komischerweise passiert dasselbe nicht mit Grace Jones. Dabei gehört sie in die Reihe. // Sie sahen super aus und suggerierten selbstbestimmte Kontrolle über die Situation – auch nackt im Raubtierkäfig mit Hundehalsband – wie Grace Jones. // Auf ihren Frühachtziger-Alben „Warm Leatherette“ und „Nightclubbing“ interpretiert Grace Jones hauptsächlich Songs von anderen – meist männlichen – Leuten. Dabei verändern sich die Songs und Grace Jones verändert sich mit: sie wird von der Interpretin zur Autorin. Hier bekommt eben nicht eine Frau von Männern Lieder auf den Leib geschrieben, wie es so unschön heißt. Hier passiert eine Verwandlung durch Aneignung. // Was ist eigentlich übrig geblieben von den Stil- und Sex-Manöver der Grace Jones? Am 19.5. wird Grace Jones 60. Eine Würdigung, starring: Me´shell Ndegeocello, Joy Division, Justus Köhncke, Iggy Pop, Chicks on Speed, Roisin Murphy, Alice Schwarzer, Smokey Robinson, Blondie, Pretenders...

Alterslos: Grace Jones' Nassau-Trilogie begann vor 40 Jahren

Von ByteFM Redaktion
(09.05.2020)
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Alterslos: Grace Jones' Nassau-Trilogie begann vor 40 Jahren
Grace Jones Alterslos ist nicht nur Grace Jones‘ beeindruckende Erscheinung. Alterslos ist auch ihre Musik. Das trifft speziell auf drei Frühachtziger-Alben der jamaikanischen Künstlerin zu. Ende der 70er hatte Jones bereits drei solide Disco-Alben in ihrer Diskografie stehen. Das Jahr 1985 wiederum markiert ihr suitenhafter, von Trevor Horn produzierter Monolith „Slave To The Rhythm“. Das hat alles seine Berechtigung. Klingt aber auch sehr nach seiner Entstehungszeit. Die alterslose und künstlerisch spannendste Phase liegt dazwischen. Man könnte sie Jones‘ Nassau-Trilogie nennen. // Unter Jones' denkwürdigen Aneignungen waren der Titeltrack und The Pretenders‘ „Private Life“. Und ein Soul-Stück. Smokey Robinson hatte es 1966 für das Motown-Label geschrieben: „The Hunter Gets Captured By The Game“. Diese Einflüsse hätte 1980 eigentlich niemand zusammengeworfen. Doch Jones vereinte sie so forsch wie elegant. Damit wurden sie Teil eines konsistenten Sounds, der nach niemand anderem als Grace Jones klang. Eines kongenialen Soundtracks ihrer visuellen Inszenierung. 2019 widmete sich die ByteFM Sendung Flashback Grace Jones. Mitglieder in unserem Förderverein „Freunde von ByteFM“ können alle Ausgaben im Sendungsarchiv nachhören. Grace Jones‘ Album „Warm Leatherette“ ist heute vor 40 Jahren am 9. Mai 1980 auf Island Records erschienen. Der Song „The Hunter Gets Captured By The Game“ von diesem ist heute unser Track des Tages. Hört und seht ihn Euch hier an:

Grace Jones - „Warm Leatherette“ (Album der Woche)

Von ByteFM Redaktion
(07.12.2020)
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Grace Jones - „Warm Leatherette“ (Album der Woche)
Grace Jones - „Warm Leatherette“ (Island Records) Da zum Jahresende traditionell wenig neue Musik veröffentlicht wird, nutzen wir die Chance, den Blick nach hinten zu richten: Statt neuer Langspieler stellen wir wegweisende Alben vor, die 2020 ein Jubiläum gefeiert haben. In dieser Woche ist es „Warm Leatherette“ von Grace Jones, das in diesem Jahr 40 Jahre alt geworden ist. Grace Jones war schon immer zu cool für Disco. Was nicht heißt, dass sie um die Tanzmusik der 70er-Jahre einen Bogen gemacht hätte. Die ersten drei LPs der jamaikanischen Künstlerin waren Disco pur: Auf „Portfolio“ (1977), „Fame“ (1978) und „Muse“ (1979) verwandelte sie Songs von Edith Piaf oder Stephen Sondheim in pulsierende Dancefloor-Tracks. Das Ergebnis waren Hits. Aber Jones schien nicht ganz bei der Sache zu sein. Sie war nicht wie andere Disco-Stars: Sie strahlte keine glitzernde Lebensfreude aus, sondern kühle Autorität. Jones wollte nicht, dass Du tanzt. Sie wollte, dass Du Dich ergibst. // Das Glanzstück dieses Albums heißt aber „Private Life“: Der New-Wave-Pop-Song von The Pretenders wird in ihren Händen zu einem unheilvoll kriechenden Ungetüm, angetrieben von Sly & Robbies maximal konzentriertem Dub-Groove. Jones flüstert die Strophen mit bedrohlicher Zurückhaltung, nur um sich im Refrain zu fast schon übernatürlicher Größe aufzurichten. Hier, in diesem Sound und mit diesen Menschen, konnte sie ihr autoritäres Charisma ganz ausleben. Disco war tot – doch Grace Jones war so was von lebendig.

School Of Rock

Grace Jones 1977-1985

(24.09.2017 / 11:00 Uhr)
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Eine Sendung über Grace Jones in der Zeit ihrer Alben für das Label Island Records. Vom Debut als Star der schwulen Disco-Szene über die Compass Point Jahre mit Reggae / New Wave Crossover Sound bis zum überlebensgroßen Auftritt als "Slave To The Rhythm".

ByteFM Magazin

am Morgen mit Stefanie Groth

(21.07.2015 / 10:00 Uhr)
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Frage: Was kommt heraus wenn Jesse Hughes (Eagles Of Death Metal), Henry Rollins (Black Flag), Iggy Pop („Godfather Of Punk“) und Miss Grace Jones (Grace Jones!) sich zusammen vor die Kamera stellen? Richtig! Es entsteht der „lauteste Stummfilm aller Zeiten“. Genau den dreht der belgische Künstler Björn Tagemose gerade mit 12 großen Stars der Rockmusik. Wann „Gutterdämmerung“ erscheint steht noch nicht fest, dafür wurde schon einiges über die Storyline des Films verraten. Mehr dazu gibt es heute im Magazin am Morgen.

Flashback

Dezember 1985 / Grace Jones

(11.12.2019 / 13:00 Uhr)
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Flashback - Dezember 1985 / Grace Jones
Mit "Slave To The Rhythm" hatte sich Grace Jones bereits im Oktober 1985 in die Riege der weiblichen Superstars aufgeschwungen. Zwei Monate später gibt es bereits das nächste Album, die Compilation "Island Life", mit seinem ikonischen, oft kopierten Cover, umfasst die erste Karriere-Dekade der Sängerin. Wir spielen die Überhits der Platte, dazu jene Songs, mit denen ihre Zeitgenossinnen die Charts Mitte der 80s besetzen, u. a. Sade, Kate Bush und Madonna.

„She's Lost Control“ – sieben hörenswerte Joy-Division-Cover

Von ByteFM Redaktion
(23.05.2020)
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„She's Lost Control“ – sieben hörenswerte Joy-Division-Cover
Veröffentlichten Joy-Division-Cover: Grace Jones, Die Nerven, Mark Lanegan (Foto l.: By Bruce Baker, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons, dieses Bild wurde digital nachbearbeitet) // Grace Jones – „She‘s Lost Control“ Mit seiner markanten Bassline ist „She‘s Lost Control“ einer der dringlichsten Joy-Division-Songs. Eine Energie, die schwer zu toppen ist. Grace Jones versuchte das in ihrem 1980er Cover gar nicht erst. Mit der Hilfe der jamaikanischen Reggae-Legenden Sly & Robbie transformierte die New-Wave-Ikone den Song in einen Dub-Albtraum. Robbie Shakespeares Bassline hat nichts mit Hooks aggressivem Spiel zu tun, stattdessen liefert er bedrohlich kriechenden Subbass. Rechts und links ziehen Störgeräusch und Unfallsounds am Ohr vorbei. Um den im Song beschriebenen epileptischen Anfall darzustellen, zieht Jones alle stimmlichen Register. Sie zischt, sie kreischt, sie ächzt lakonisch, sie dehnt das „Controoool“ so lange, bis die Stimme bricht. Ein radikales Joy-Division-Cover, das das Original in eine ganz andere Richtung weiterdenkt.

taz.mixtape

Brockhampton, Grace Jones, Mark E. Smith u.a.

(26.01.2018 / 17:00 Uhr)
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Prügel und Austern. Julian Weber sieht „Grace Jones: Bloodlight and Bami“. Der Dokumentarfilm von Sophie Fiennes zeigt die vielen Seiten der Ausnahme-Performerin: Bruchstücke einer widersprüchlichen Künstlerinbiografie.

Trevor Horn wird 70: fünf Hits des Pop-Querdenkers

Von ByteFM Redaktion
(15.07.2019)
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Trevor Horn wird 70: fünf Hits des Pop-Querdenkers
Grace Jones – „Slave To The Rhythm“ (1985) Der größte subversive Pop-Coup gelang Horn nicht mit „Video Killed The Radio Star“, sondern sechs Jahre später mit „Slave To The Rhythm“. Das Stück schrieb er ursprünglich für Frankie Goes To Hollywood, über Umwege gelangte es jedoch zu Grace Jones. Die Künstlerin hatte sich für drei Jahre aus dem Musik-Business zurückgezogen – „Slave To The Rhythm“ sollte ihr Comeback werden. Und was für eins: wie so oft bei Horns Produktionen wurde auch dieser Song ihr erfolgreichster. Bei den freundlichen Go-Go-Rhythmen, Lounge-Gitarren und ausschweifenden Melodiebögen kann man fast vergessen, worüber Jones hier singt: „Work all day as men who know / Wheels must turn to keep the flow / Build on up, don't break the chain / Sparks will fly when the whistle blows.“ Zeilen, die genauso gut von der Ausbeutung afroamerikanischer Sklaven wie von den Verhältnissen in der Musikindustrie erzählen können. Und die Welt sang mit. „Never stop the action / Keep it up, keep it up!“

Dave Okumu & The 7 Generations – „I Came From Love“ (Album der Woche)

Von ByteFM Redaktion
(17.04.2023)
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Dave Okumu & The 7 Generations – „I Came From Love“ (Album der Woche)
Balls schrecklicher Finanztipp eröffnet „I Came From Love“, das neue Album von Dave Okumu. Er wird von der schweren Stimme von Grace Jones vorgetragen, begleitet von einem wortlos lamentierenden Chor. Elias Ball ist aber nicht der Fokus von Okumus Narrativ. Stattdessen geht es dem in Wien geborenen Sohn kenianischer Eltern um eine von Balls „Investitionen“: Priscilla, ein Mädchen, das 1756 im Alter von zehn Jahren von Ball erworben wurde (Kinder waren seinen Memoiren nach ein besonders lukratives „Long-Time-Investment“ ...). Im 18. Jahrhundert starben mindestens ein Drittel der versklavten Menschen South Carolinas im ersten Jahr nach ihrem „Kauf“. Doch Priscilla bildete eine Ausnahme. Sie überlebte. Und trug ihre Geschichte durch die Generationen weiter. Priscillas Geschichte ist nicht die einzige auf „I Came From Love“. An anderer Stelle thematisiert Okumu einen Brand in New Cross, Süd-London, bei dem 1981 13 Schwarze Teenager starben. Es geht Okumu auf seinem zweiten Soloalbum um mehr als „nur“ ein einzelnes Schicksal. Es geht um ein Generationen übergreifendes Trauma. // Doch die herausragenden Beiträge kommen – dem generationsübergreifenden Konzept des Albums entsprechend – von den älteren Stimmen. Grace Jones erwähnten wir bereits. Auch über das Intro hinaus ist ihr tiefes Organ eine Konstante des Albums, ob im dubbigen Titeltrack oder im hoffnungsvollen HipHop-Abschluss „A Paradise“. Genauso mächtig erklingen die beiden Songs, in denen Anthony Joseph seine Spoken-Word-Poesie ausbreiten kann. „We cannot be sent back / We cannot be a metaphor for difference“, spricht der Schriftsteller und Musiker über den harten Afro-Funk von „Scenes“. Es klingt wie eine Kernthese von „I Came From Love“. Wir können nicht mehr zurück. Aber vielleicht können wir gemeinsam, mit dem Wissen der vergangenen Generationen, eine bessere Zukunft erschaffen.

Was ist Musik

Frau am Steuer – R.I.P. Cristina, Bye Bye Bill Withers

(06.04.2020 / 21:00 Uhr)
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Wenn heute von der nuyorikanischen Musik um 1980 geschwärmt wird, von No New York & No Wave, dann fällt der Name Cristina selten. Die dominierenden Frauen waren Lydia Lunch, Debbie Harry, Lizzy Mercier-Descloux und die Jamaikamerikanerin Grace Jones. Neben diesen Charismatikerinnen wurde Cristina von der Männer-Popkritik gern abgetan als Pinup-Showgirl, dem der große August „Kid Creole“ Darnell ein paar cheesy-sleazy Disco-Mutanten auf den attraktiven Leib geschneidert hat, derb kalkulierte Camp-Hits wie „Baby You Can Drive My Car“ von den Beatles. // Wie Grace Jones performt Cristina in jenem vagen Raum des Spekulativen, der Zweifel an ihrer künstlerischen Autonomie eher nährt als zerstreut: Was ist Selbst-, was ist Fremdinszenierung? Kaum bekleidet aber doch unnahbar? Wie die anderen New-York-No-Wave-Frauen kann Cristina nicht singen und klingt super, sie stellt sich zur Schau, ist aber nicht zu haben. Heute wissen wir, dass Frauen wie Cristina das Geschlechterrepertoire im Pop revolutioniert haben, raus aus dem binären Gefängnis: Rockröhre (Hure) oder folky Unschuld (Jungfrau).

The Heinrich Manoehver

Von Pure Hell bis Grace Jones

(29.03.2020 / 13:00 Uhr)
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Neuerscheinungen, Blues und Psychedelic Funk mit Nadia Reid, Jimi Hendrix, Destroyer, Funkadelic, Robert Cray und anderen.

Zwischen New Wave und Reggae: The Pretenders' Debüt wird 40

Von ByteFM Redaktion
(11.01.2020)
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Zwischen New Wave und Reggae: The Pretenders' Debüt wird 40
Zwischen New Wave und Reggae rangierte 1980 der Song „Private Life“ von The Pretenders. Der Song vom selbstbetitelten Debütalbum der britischen Band mit der US-amerikanischen Sängerin Chrissie Hynde zehrt nicht nur von der Allianz, die Punk und Reggae eingegangen waren; sie hievt sie auf ein neues Level. Post-Punk-Minimalismus, in dem die Gitarren mit Chorus-Effekt Zeit zum Verhallen haben und der Gesang Atmen kann. Das klang anders als bei ZeitgenossInnen wie The Slits oder The Police, das war ein neuer Sound. Und gewissermaßen die Blaupause für Grace Jones' Neuerfindung, dem Wechsel von Disco zu dem Sound, den man heute mit ihr assoziiert. Jones coverte dieses Stück auf ihrem 1980er Album „Warm Leatherette“ und baut die Fusion zwischen New Wave und Reggae zwar aus, bleibt aber strukturell sehr nah am Original.

„Blow!“: Vorbote der neuen EP von Joviale

Von ByteFM Redaktion
(12.04.2021)
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„Blow!“: Vorbote der neuen EP von Joviale
„Hurricane Belle“ wird die im kommenden Monat erscheinende EP des experimentellen britischen R&B- und Pop-Acts Joviale heißen. Wenn man sich die erste Auskopplung „Blow!“ daraus zu Gemüte führt, kann das schon einmal für Vorfreude sorgen. Aufgeräumt und klar kommt das Stück daher, während es mit einem Grace Jones nicht unähnlichen Minimalismus groovt. Allerdings ohne die forsche Ansprache und kühle Atmosphäre, die zu Jones' Alleinstellungsmerkmal gehören. Aber an den Alleinstellungsmerkmalen anderer Künstler*innen sollte man ohne triftigen Grund ohnehin nicht rühren. Insofern tut Joviale gut daran, in unserem Track des Tages auf eine ganz eigene Weise Reggae-Strukturen zu dekonstruieren.

Augenblicke des Verliebtseins: J. J. Jeczalik zum 65. Geburtstag

Von ByteFM Redaktion
(11.05.2020)
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Augenblicke des Verliebtseins: J. J. Jeczalik zum 65. Geburtstag
„Moments In Love“ ist in vielen Versionen erschienen. Unter anderem etwa als „Moments In Love (Beaten)“, das auch für den Soundtrack des Bodybuilderinnen-Dokumentarfilms „Pumping Iron II: The Women“ benutzt wurde. Als reguläre Single erschien das Stück erst 1985, dem Jahr, in dem Horn und Morley aus der Band gekickt wurden. Als die Augenblicke des Verliebtseins zu Animositäten geworden waren. Vielleicht kann man auch an den Jones-Kollaborationen nach dem Split sehen, dass es nicht gepasst hat: Die verbliebenen Mitglieder arbeiteten mit Tom, Horn mit Grace Jones. Kann man beides gut begründen, aber es liegen Welten zwischen „Kiss“ und „Slave To The Rhythm“.

Mixtape der Hörer*innen

Androgyn

(11.12.2020 / 19:00 Uhr)
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Mixtape der Hörer*innen - Androgyn
Unser Album der Woche ist „Warm Leatherette“, die New-Wave-Dub-Wiedergeburt der Ex-Disco-Diva Grace Jones aus dem Jahr 1980. Auch vor ihrer Abkehr vom Disco-Sound hatte die Musikerin in Sachen Image schon wenig gemeinsam mit den feminin überzeichneten Pop-Sternchen ihrer Zeit. Jones, die Anfang der 80er-Jahre die Grenzen zwischen Feminität und Maskulinität radikal verwischte und damit zum Vorbild für etliche Epigonen wurde, sagte einst über sich selbst: „I’m not like a normal woman, that’s for sure.“ Für das Mixtape der Hörer*innen möchten wir darum von Euch wissen: Welche Songs fallen Euch zum Thema „Androgyn“ ein?

Brian Eno in sechs Songs

Von ByteFM Redaktion
(15.05.2018)
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Brian Eno in sechs Songs
Ob mit David Bowie, Talking Heads, U2 oder Grace Jones: Brian Enos Status als einer der wichtigsten Produzenten der letzten 50 Jahre ist unbestritten. Der britische Künstler, der mit bürgerlichem Namen Brian Peter George St. John le Baptiste de la Salle Eno heißt, beschreibt sich oft ganz bescheiden als „Nicht-Musiker“ und hat dennoch eine beachtliche Solo-Karriere hingelegt. Am 15. Mai wird er 70 Jahre alt – ein guter Grund, das musikalische Schaffen des Brian Eno in sechs Songs zusammenzufassen.

ByteFM Magazin am Abend

16 Lovesongs

(09.12.2020 / 21:00 Uhr)
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Außerdem hören wir in diesem ByteFM Magazin einen Song aus unserem Album der Woche "Warm Leatherette" von Grace Jones.

ByteFM Magazin

Eidechsen & Könige

(09.12.2020 / 14:00 Uhr)
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Morgen feiert außerdem das Album "Lizard" von King Crimson sein 50. Jubiläum und wir hören in diesem ByteFM Magazin einen Song aus unserem Album der Woche "Warm Leatherette" von Grace Jones.

Was ist Musik

(25.05.2008 / 20:00 Uhr)
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Wenn Terry singt, hört niemand Violinen. Eher Maggie Thatcher. Wenn Antonelli einen Track Bobby Konders nennt, dann reimt Mutabaruka. Wenn Mutabaruka spricht, gerät Babylon ins Wanken. Wenn Tony Allen U2 covert ist das heikel, wenn Tony Allen von Moritz von Oswald remixt wird, ist das weniger heikel, wenn die Pet Shop Boys U2 covern ist das gar nicht heikel. Wenn Gary Glitter Geburtstag hat, dann ist das wieder heikel, wenn Alter Ego, Battles und Justus Köhncke (der schon wieder) gratulieren, ist es weniger heikel. Außerdem ist bald Europameisterschaft (Kaiser-Schaffel!!) und Grace Jones macht eine neue Platte, zu spät…dazu neue Steppas

ByteFM Magazin am Abend

Ein Beatle und Breakdance

(08.12.2020 / 21:00 Uhr)
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Mit Musik u. a. von John Lennon, Grace Jones und Jimmy Castor Bunch.

Time Tunnel

1981
mit Martin Böttcher

(16.01.2009 / 18:00 Uhr)
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Nein, die 80er waren schließlich auch ein Jahrzehnt der Retro-Moden. Und 1981 tauchten sie auf, die Meteors, die Rockabilly und Punk zu Psychobilly verschmolzen. Ansonsten wird sich das in den 80er sozialisierte Musikerherz über bekannte Namen freuen: Depeche Mode und New Order, Grace Jones und Soft Cell, die Simple Minds und Grandmaster Flash.

Das Draht

(01.12.2019 / 13:00 Uhr)
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Neue Musik von Nick Cave, Neil Young, Tindersticks, Martha High und dem Ensemble Resonanz sowie ein paar Klassiker von Grace Jones, Herbie Hancock und Jethro Tull.

ByteFM Magazin

am Nachmittag mit Michael Gehrig

(18.05.2018 / 15:00 Uhr)
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Außerdem: Musik von Shame, Palm, The Handsome Family und von Grace Jones, die Morgen ihren 70. Geburtstag feiert.

Flashback

Juli 1985 / Propaganda

(06.07.2022 / 13:00 Uhr)
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Flashback - Juli 1985 / Propaganda
Grace Jones.

Was ist Musik

Die Rache der She-Punks – Vivien Goldman spricht, singt, kompiliert

(05.09.2022 / 21:00 Uhr)
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46 Jahre später ist es an der Zeit für „Die Rache der She-Punks“. So heißt das Buch der britischen Autorin und Musikerin, eine „Punkgeschichte aus feministischer Perspektive“, wobei Goldman Punk genauso weit und undogmatisch versteht wie die feministische Perspektive. Im September geht Vivien Goldman mit ihrem Buch auf Tour, am 15. September werde ich mit ihr in der Frankfurter Brotfabrik sprechen. Und Musik spielen. Denn soeben ist das Doppelalbum zum Buch erschienen: „Revenge Of The She-Punks – A Compilation Inspired by the Book by Vivien Goldman". Da reicht das She-Punk-Spektrum von A wie Au Pairs bis Z wie Zuby Nehty. Auch dabei: Rhoda Dakar (mit The Special AKA), Grace Jones, The Raincoats, Bush Tetras, The Slits … und Vivian Goldman. Heute bei Was ist Musik spricht die Autorin, ihre Compilation ist Album der Woche bei ByteFM.

Time Tunnel

1981

(22.10.2017 / 08:00 Uhr)
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Nein, die 80er waren schließlich auch ein Jahrzehnt der Retro-Moden. Und 1981 tauchten sie auf, die Meteors, die Rockabilly und Punk zu Psychobilly verschmolzen. Ansonsten wird sich das in den 80ern sozialisierte Musikerherz über bekannte Namen freuen: Depeche Mode und New Order, Grace Jones und Soft Cell, die Simple Minds und Grandmaster Flash.

Canteen

(12.09.2011 / 12:00 Uhr)
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Die Canteen moduliert an den Geschmacksynapsen und kommt von sanft technoiden Sounds bis zu konservativem Country. Dazwischen Neues von den Stereo MCs, The Drums, Lana Del Rey, Ladytron, Grace Jones, Spank Rock feat. Santigold und Health.