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Shabaka Hutchings

Shabaka Hutchings (*1984) ist ein in britischer Tenorsaxophonist, Klarinettist und Bandleader aus London. Hutchings ist einer der Protagonisten einer jungen Londoner Jazz-Szene, die unter anderem als „British Jazz Invasion“ bezeichnet worden ist und Ende der 2010er Jahre für ein breiteres Publikum Bedeutung erlangte. Bekannt wurde Hutchings vor allem durch seine Band Sons Of Kemet.

Einen Teil seiner Kindheit und Jugend verbrachte Shabaka Hutchings in Barbados, woher seine Eltern stammten, und begann dort, Klarinette zu lernen. Während des Studiums klassischer Musik begann Hutchings, sich für Improvisationsmusik zu interessieren und kam auf diesem Wege zum Jazz. Als Teil der Südlondoner Jazz-Szene wurde er eine zentrale Figur seiner Musikergeneration. Mit Sons Of Kemet bemüht sich Shabaka Hutchings nicht nur um musikalische Innovation und die Loslösung von Jazz-Konventionen; auch politische Statements sind Bestandteil des Gesamtkonzepts.

Weitere Bands, in denen Hutchings mitwirkt, sind Shabaka and the Ancestors und The Comet Is Coming, deren „Trust In The Lifeforce Of The Deep Mystery“ (2019) Album der Woche bei ByteFM war.


Shabazz Palaces

Shabazz Palaces sind ein 2009 gegründetes, US-amerikanisches HipHop-Duo aus Seattle, bestehend aus dem Rapper Ishmael „Palaceer Lazaro“ Butler und dem Instrumentalisten Tendai „Baba“ Maraire. Ihre Debüt-EP „Eagles Soar, Oil Flows“ veröffentlichten sie im Jahr 2009 selbst. „Black Up“, ihr erstes reguläres Album, erschien 2011 über Sub Pop.

In ihrem experimentellen HipHop verarbeiten Shabazz Palaces eine Vielzahl an Einflüssen. Jazz spielt dabei eine ebenso große Rolle wie Dub, Ambient und verschiedene afrikanische Stile (Tendai Maraires Vater war der berühmte simbabwische Mbira-Spieler Dumisani Maraire). Für seine Stream-Of-Consciousness-Lyrics holt sich Rapper Palaceer Lazaro – zuvor bekannt als Teil des Jazz-Rap-Trios Digable Planets – Inspiration aus abstrakten Vorlagen wie Podcasts und Mixtapes. Shabazz Palaces sind einer der wenigen HipHop-Acts, die bei dem renommierten Rock- und Punk-Label Sub Pop unter Vertrag stehen. Das Duo ist bereits seit seinem Debüt ein Kritiker*innenliebling. Auch der Nachfolger "Lese Majesty" aus dem Jahr 2014 überzeugte Presse und Fans gleichermaßen. Zudem sind die beiden beliebte Kollaborationspartner und arbeiteten schon mit namhaften Kollegen wie Flying Lotus, Thundercat und Battles.

2017 brachten Shabazz Palaces auf zwei Alben verteilt „Quazarz: Born On A Gangster Star“ und „Quazarz vs. The Jealous Machines“ heraus. Der Doppelpack war wie sein Nachfolger „The Don Of Diamonds“ aus dem Jahr 2020 ByteFM Album der Woche. Zwei Monate zuvor hatte die Band den Longplayer mit der Single „Fast Learner“ (feat. Purple Tate Nate) angekündigt.


The Shacks

Mit Funk und Soul kennt sich Leon Michels ziemlich gut aus. Er ist der Produzent und Co-Gründer des Labels Big Crown, hat u.a. mit Sharon Jones Musik gemacht und Max Shrager und Shannon Wise von The Shacks zusammengebracht. Seitdem die beiden 2014 auf einer seiner Produktionen spielten, machen sie gemeinsame Sache und wollen die Menschen, wie sie sagen, mit „echter Musik“ berühren, die nicht selten an den Sound der ersten Girl-Group-Ära erinnert.


Shame

Als "die aufregendste Band Großbritanniens" wurden die Jungs von Shame mal vom britischen Guardian bezeichnet. Das Südlondoner Quintett gründete sich 2014 und spielte zwei Jahre später bereits auf dem Pitchfork Music Festival in Paris. Die Bandmitglieder Charlie Steen (Gesang), Sean Coyle-Smith und Eddie Green (beide Gitarre), Josh Finerty (Bass) sowie Charlie Forbes (Schlagzeug) haben sich den Ruf einer mitreißenden Live-Band erspielt, die sich auch politisch einmischt. Anfang 2018 erschien ihr vielgelobtes Debütalbum "Songs of Praise", dem aber schon einige Lp's und Singles vorausgingen.


Shamir

Shamir Bailey ist ein junger, queerer Künstler aus Las Vegas. Seit frühester Kindheit macht er Musik. 2015 gelingt dem Jungen mit der sehr besonderen, für manche weiblich anmutenden Stimme der mittelgroße Durchbruch mit dem erstklassig produzierten Pop-Album „Ratchet“, welches vom legendären Label XL Recordings veröffentlicht wurde. 2017 veröffentlichte Shamir den Nachfolger „Hope“.


Shannon Lay

Eigentlich ist Shannon Lay die Gitarristin der Psych-Punk-Formation Feels. Als Solokünstlerin tauscht sie jedoch elektrische gegen eine akustische Gitarre, um kunstvolle Freak-Folk-Songs zu konstruieren. 2016 veröffentlichte die US-Amerikanerin ihr Solodebüt „All This Life Going Down“ auf dem kleinen Label Do Not Disturb Records. Mit diesem beeindruckte Shannon Lay auch Kevin Morby, in dessen Vorprogramm sie bereits spielte. Im vergangenen Herbst ist ihre zweite LP „Living Water“ auf Woodsist, dem Label von Morbys Ex-Bandkollegen, erschienen.


Shari Vari

Shari Vari sind ein Pop-Duo aus Hamburg. Es besteht aus den Musikerinnen und Künstlerinnen Sophia Kennedy und Helena Ratka. Nach einer gemeinsamen Ausstellung über einen fiktiven Superstar beschlossen sie, gemeinsam Musik zu machen. 2017 veröffentlichten sie ihre erste EP „Life Should Be A Holiday“ auf dem Label von Richard von der Schulenburg.

Sophia Kennedy, 1989 in Baltimore geboren und in Hamburg aufgewachsen, hatte 2017 für ihr selbstbetiteltes Debütalbum weltweite Aufmerksamkeit bekommen, Helena Ratka ist als bildende Künstlerin erfolgreich und komponiert zudem Musik für Film- und Theaterprojekte.

Das von den Musikerinnen selbst produzierte Debütalbum erschien im September 2019 unter dem Titel „Now“ bei dem deutsch-israelischen Label Malka Tuti.

 


Sharon Jones

Sharon Jones war eine US-amerikanische Soul- und Funk-Sängerin aus New York City. 2002 veröffentlichte sie im Alter von 45 Jahren ihr erstes Album „Dap Dippin' With Sharon Jones And The Dap-Kings”.

Sharon Jones, die als Jugendliche als Gospelsängerin in der Kirche tätig war und ihr Glück in zahlreichen Talentshows versuchte, scheiterte zunächst bei dem Versuch, eine erfolgreiche Musikerin zu werden. Erst ein Engagement als Background-Sängerin beim Soul-und-Funk-Sänger Lee Fields im Jahr verhalf ihr 1996 zu größerer Populärität. Ihr Debütalbum, das sie zusammen mit ihrer Band The Dap-Kings veröffentlichte, war das erste Studioalbum, das bei dem damals neu gegründeten Label Daptone Records (Charles Bradley, The Sugarman 3) erschien. Das Album wurde sehr positiv aufgenommen und wird häufig für das Funk- und Soul-Revival Anfang der 2000er-Jahre mitverantwortlich gemacht. Auch Sharon Jones' weitere Alben konnten sich hoher Populärität erfreuen. Ihr fünftes Studioalbum „Give The People What They Want“ aus dem Jahr 2014 war für einen Grammy, in der Kategorie „Best R&B Album“, nominiert.

Sharon Jones starb 2016 nach einer langjährigen Krebserkrankung. In ihrem Sterbebett machte sie scherzhaft die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten für einen Herzinfarkt verantwortlich. „Soul Of A Woman“, Jones' siebtes Studioalbum, erschien 2017 posthum.


Sharon Van Etten

Lange nahm Sharon Van Etten ihre Songs zu Hause in ihrem Schlafzimmer, nur für sich selber auf. 2009 erschien „Because I Was In Love“, das Debüt der New Yorkerin, auf Ba Da Bing Records, das Label, für das sie vorher als Publizistin arbeitete. Spätestens mit ihrem dritten, von The-National-Gitarrist Aaron Dessner produzierten Album „Tramp“ gelang Sharon Van Etten 2012 der Durchbruch. Für den Nachfolger „Are We There“ trennte sie sich von ihren Lo-Fi-Rock-Wurzeln und öffnete ihren Sound in Richtung Soul.


Shopping

Shopping sind ein 2012 gegründetes britisches Post-Punk-Trio aus London und Glasgow. Die Gruppe besteht aus Rachel Aggs (Gesang, Gitarre), Billy Easter (Gesang, Bass) und Andrew Milk (Gesang, Schlagzeug). „Consumer Complaints“, das erste Album von Shopping, erschien 2013 über Mïlk Records.

Shoppings tanzbarer, reduzierter Post-Punk mit Funk-Anleihen brachte dem Trio Vergleiche mit Bands wie Delta 5, Gang Of Four und Talking Heads ein. Obwohl sich Shopping nicht als programmatisch-politisch verstehen und ihre Lyrics zumeist eher persönlicher Natur sind, befassen sie sich auch mit gesellschaftlichen Themen wie Machtverhältnissen, Identitätskonstrukten und sozialer Ungleichheit. So thematisiert Rachel Aggs beispielsweise in „Suddenly Gone“, einem Song vom Album „The Official Body“, ihre schwarze, queere Identität. In „The Hype“, dem Opener des Albums, wird zum kritischen Denken und Hinterfragen aufgefordert.

Shopping veröffentlichten ihr drittes Album „The Official Body“ im Jahr 2018 über FatCat Records. Produziert wurde es von Edwyn Collins, dem Sänger und Gitarristen der einflussreichen schottischen Post-Punk-Band Orange Juice. „Initiative“, die Vorabsingle des 2020er Albums „All Or Nothing“, war im Dezember 2019 Track des Tages bei ByteFM.


Shout Out Louds

Die Indie-Rockband Shout Out Louds aus Stockholm besteht aus den Freunden Adam Olenius, Ted Malmros, Carl von Arbin sowie etwas später Eric Edman und Bebban Stenborg.

Die erste Veröffentlichung der Band erfolgte 2003 mit der EP „100°", die sich auf Anhieb in den schwedischen Charts platzieren konnte. Das Debütalbum„ Howl Howl Gaff Gaff" erschien noch im selben Jahr und wurde nach dem Wechsel zum großen Label Capitol Records noch einmal veröffentlicht. Es folgte das zweite Album „Our Ill Wills", dann nahm sich die Band eine Auszeit. Die LP „Work" entstand  mit dem Produzenten Phil Ek in den USA.

Trotz des wachsenden Erfolgs strebten die Schweden eine Rückbesinnung an. Nach einer privaten und musikalischen Auszeit mit anderen Projekten zogen sich Shout Out Louds für ihr nächstes Album wieder nach Stockholm zurück und nahmen sich mit Johannes Berglund einen schwedischen Produzenten hinzu. Eineinhalb Jahre ließen sie sich für „Optica" Zeit.

Das aktuelle Album „Ease My Mind" kam offiziell im September 2017 auf den Markt und ist etwas ruhiger als seine Vorgänger und wirkt erwachsener.

Im November 2017 gaben die Shout Out Louds eine ByteFM Session im Studio.

 

 

 


Shuggie Otis

Shuggie Otis (Johnny Alexander Veliotes, Jr.; *30.11. 1953; Los Angeles, USA) ist ein US-amerikanischer Musiker und Songwriter. Berühmt ist er vor allem für den Song „Strawberry Letter 23”, der 1977 in der Interpretation von The Brothers Johnson den fünften Platz der Billboard Hot 100 erreichte. Ursprünglich erschien der Song auf Shuggie Otis' 1971er Album „Freedom Flight”. Elemente des Songs wurden von Künstler*innen wie Das EFX, OutKast, Beyoncé oder Justin Timberlake verwendet.

Shuggie Otis ist der Sohn des griechischstämmigen Musikers und Produzenten Johnny Otis, einer einflussreichen Figur der US-amerikanischen R&B- und Rock-'n'-Roll-Szene. Die Vorfahren seiner Mutter kamen aus Afrika und von den Philippinen. Shuggie Otis nahm schon mit 15 Jahren ein Album („Kooper Sessions”) mit dem Musiker und Produzenten Al Kooper auf. Sein eigentliches Debütalbum war 1970 „Here Comes Shuggie Otis”. An seinem dritten Album „Inspiration Information” arbeitete Otis fast drei Jahre lang und spielte alle Instrumente bis auf die Bläser selbst ein. Trotz großer Erwartungen schaffte es nur der Titelsong in die Hot 100.

Nach diesem kommerziellen Misserfolg zog Shuggie Otis sich weitgehend aus dem Musikgeschäft zurück. In den 1990ern kam im Zuge der Acid-Jazz-Bewegung verstärkt Interesse an Otis und vor allem „Inspiration Information” auf. Die deutsche HipHop-Gruppe Absolute Beginner samplte den Albumtrack ”Aht Uh Mi Hed” für ihr Stück „Liebes Lied”. Prince und Lenny Kravitz waren Fans der Platte und 2001 wurde sie auf David Byrnes Label Luaka Bop wiederveröffentlicht. 2018 erschien das Album „Inter-Fusion” mit neuen, weitgehend instrumentalen Aufnahmen.


Shy Boys

Shy Boys ist eine fünfköpfige Band aus Kansas City. Das Quintett hat sich auf von Harmoniegesang getragene Power-Pop-Miniaturen spezialisiert, die Dank der berührenden Alltags-Poesie vom Hauptsongwriter Collin Rausch mit einer melancholischen Note unterlegt sind. Im Juli 2018 war „Bell House“, das Debüt von Shy Boys, Album der Woche bei ByteFM.


Silver Jews

Silver Jews ist eine Band, die 1989 vom New Yorker Singer Songwriter David Berman (*4. Januar 1967) gegründet wurde. Besondere Aufmerkamkeit erhaschte die Gruppe, da für drei ihrer sechs LPs Stephen Malkmus und andere Pavement-Mitglieder in der Band musizierten.

Die Geschichte von Silver Jews ist eine tragische, gezeichnet von Sucht-Problemen, Nervenzusammenbrüchen, internen Streitereien und Armut. Bermans Texte sind voller Melancholie, die sowohl die kaputten Seiten der USA als auch sein turbulentes Innenleben in Poesie verwandelten. Begleitet wird seine Lyrik von spröder Indie-Americana, mit schunkelden Schlagzeug-Beats und sanft verstimmten Gitarren. 1994 veröffentlichten Silver Jews das Debütalbum „Starlite Walker“, ihr kommerzieller und kritischer Höhepunk „American Water“ erschien im Jahr 1998.

2009 löste David Berman Silver Jews auf, kurz nach der Veröffentlichung ihrer sechsten LP „Lookout Mountain, Lookout Sea“. Zehn Jahre später enthüllte Berman sein neustes Band-Projekt: Purple Mountains.

 


Simon & Garfunkel

Simon & Garfunkel waren ein einfluss- und erfolgreiches US-amerikanisches Folk-Duo aus New York. Es wurde 1956 von Paul Simon (Gesang, Gitarre) und Art Garfunkel (Gesang) gegründet. Ihr Debütalbum „Wednesday Morning, 3. A.M.“ ist im Jahr 1964 erschienen. 

Simon & Garfunkel  zählten mit ihrem harmonischen Folk-Pop/-Rock zu den erfolgreichsten Acts der 60er-Jahre und veröffentlichten mit Stücken wie „The Sound Of Silence“, „Mrs. Robinson“ und „Bridge Over Troubled Water“ einige der bekanntesten der Ära. Kennengelernt haben sich Paul Simon und Art Garfunkel in der Schule, wo sie bereits als junge Teenager begannen, miteinander zu musizieren. Ihr Debütalbum floppte zunächst und führte zu einer vorläufigen Trennung der beiden Musiker. Nachdem sich jedoch das darauf enthaltene Akustik-Stück „The Sound Of Silence“ verspätet zu einem Campus-Hit entwickelte und schließlich – in einer von Producer Tom Wilson überarbeiteten Folk-Rock-Version – die Billboard-Charts erreichte, nahm die Popularität des Duos schnell zu. Ihr zweites Album wurde aufgrund des Erfolgs des Songs „Sounds Of Silence“ (1966) genannt und brachte ihnen weitere Aufmerksamkeit ein. Noch erfolgreicher fiel der Nachfolger „Parsley, Sage, Rosemary And Thyme“ (1966) aus, bei dem Simon erstmalig die Kontrolle über den gesamten Aufnahmeprozess innehatte. Als ihr ambitioniertestes und vielfältigstes Album wird zumeist „Bridge Over Troubled Water“ (1970) gehandelt, auf dem die Musiker Elemente aus unter anderem Folk, Rock ’n’ Roll, Gospel und lateinamerikanischen Stilen vermischten. Es erreichte in mehreren Ländern die Spitze der Charts und brachte dem Duo sechs Grammy-Awards ein. Der Titelsong wurde später von zahlreichen namhaften Künstler*innen gecovert, etwa Johnny Cash, Aretha Franklin und Elvis Presley. „Bridge Over Troubled Water“ wurde das letzte Album von Simon & Garfunkel, die sich 1970 aufgrund von zunehmenden Spannungen trennten. In der Folge kam es zu einigen Reunions. Seine finale Tour absolvierte das Duo 2018.

Anlässlich des 70. Geburtstags von Paul Simon widmete Heinz-Jürgen Maaßen dem Musiker einen ByteFM Container


Simple Minds

Simple Minds sind eine britische Pop-Band aus Glasgow. Sie ging in den späten 1970ern aus der Postpunk- und Kunstszene der Stadt hervor, hatte ihre größten Erfolge aber Mitte der 1980er-Jahre mit pathosbeladenem Stadionrock. Ihr bekanntester Song ist „Don't You (Forget About Me)” (1985) aus dem Film „Breakfast Club”. Den Kern der Band bilden Sänger Jim Kerr und Gitarrist Charlie Burchill, die heute die einzigen verbliebenen Gründungsmitglieder sind.

Kerr und Burchill spielten 1977 in der kurzlebigen Punk-Band Johnny & The Self-Abusers. Die Band spielte einige Konzerte und nahm die Single „Saints And Sinners” auf, die sang- und klanglos unterging. Daraufhin rekrutierten Kerr und Burchill neue Musiker und riefen die Simple Minds ins Leben. Das erste Album „Life In A Day” (1979) war noch stark am Glam Rock früher David-Bowie- und Roxy-Music-Alben orientiert und überführte diesen in eine New-Wave-Spielart. Die folgenden Alben „Real To Real Cacophony” (1979), „Empires And Dance” (1980) und „Sons And Fascination/Sister Feelings Call” (1981) gerieten experimenteller und interessanter, blieben aber weiter lediglich ein Thema für Spezialist*innen. Das 1982er Album „New Gold Dream (81/82/83/84)” lieferte mit der Single „Promised You A Miracle” einen ersten Chartserfolg. Einen Trend, den das nächste Album „Sparkle In The Rain” (1983) mit den Singles „Waterfront” und „Up On The Catwalk” fortsetzen konnte. Musikalisch kündigte sich hier bereits eine Hinwendung zum Stadionpop an.

1985 kam dann mit „Don't You (Forget About Me)” aus dem Soundtrack des Films „Breakfast Club” der große Welterfolg. Der Wermutstropfen für die Band war, dass nicht sie diesen Song geschrieben hatte, sondern der Produzent des Soundtracks Keith Forsey und der Musiker Steve Schiff. Doch das im gleichen Jahr erschienene Album „Once Upon A Time” konnte an den Erfolg anschließen und brachte die erfolgreichen Singles „Alive And Kicking” und „Sanctify Yourself” hervor. Mit dem Nachfolger „Street Fighting Years” ließ die Band sich bis 1989 Zeit. Das Album bescherte ihr mit „Mandela Day” noch einmal einen größeren Hit.

Mit dem Ende der 1980er war auch die große Zeit der Simple Minds vorbei. Stadionrock wurde vom Grunge auf den Altenteil verwiesen und die Simple MInds konnten trotz einiger kreativer Wandlungen nicht mehr den Anschluss an den Massengeschmack finden. Dennoch haben die Simple Minds nach wie vor eine treue Fangemeinde und sind immer noch eine funktionierende Band, die nicht auf Veteran*innentreffen auftreten muss.


Skinny Pelembe

Skinny Pelembe ist ein britischer Sänger, Produzent und Komponist aus Doncaster. Er veröffentlicht seit 2017 Alternative-R&B auf dem Label Brownswood Recordings, das maßgeblich zur Popularität der UK-Jazz-Szene der späten 2010er-Jahre mitverantwortlich ist.

 
Der im südafrikanischen Johannesburg als Douglas Beardmore geborene Künstler wuchs im nordenglischen Yorkshire auf und ist inspiriert von einer Reihe verschiedener Musikstile, mit denen er aufwuchs. Als besondere Inspiration gilt ihm Paul Weller, der den radikalen Bruch vom gitarrenlastigen Retro-Mod-Pop von The Jam vollzog und mit The Style Council eine androgynere, elegantere und zeitgenössischer afroamerikanischer Musik zugetane ästhetische Strategie verfolgte. Kein Abzug einer Blaupause wolle er sein, so Skinny Pelembe in einem Interview, weshalb er ein wiedererkennbares Klangbild anstrebt, das trotz deutlicher Referenzen an u. a. Country, HipHop, Mod-Pop, Post-Dubstep weder selbstgenügsam eklektizistisch noch retro ist.
 
Das Debüt-Album „Dreaming Is Dead Now“ (2019) bei Gilles Petersons Plattenfirma Brownswood ist kein Jazz, sondern abseitige Popmusik, die Skinny Pelembe selbst als grummelig und funky beschreibt. Ein wiederkehrendes, für Pop unübliches Element ist die Verneigung vor Gospel-Schlagzeugern, deren Stil sich bei kontemporären Jazz-Drummern großer Popularität erfreut.

Sleaford Mods

Sleaford Mods sind ein im Jahr 2007 gegründetes Musik-Duo aus Nottingham, das aus Frontmann Jason Williamson und Produzent Andrew Fearn besteht. Die in verschiedenen Musikszenen sozialisierten Künstler fusionieren Punk- und HipHop-Einflüsse und brachten zunächst im DIY-Verfahren ihre Musik heraus, die ab 2014 vor allem in Großbritannien ein großes Publikum erreicht.

Ursprünglich aus der Mod-Subkultur stammend, betätigte sich der 1970 geborene Williamson musikalisch zunächst relativ erfolglos in Bands und als Singer-Songwriter und arbeitete als Session-Musiker; zumeist für lokale Bands, aber auch für die Gruppen Spiritualized und Bent. Sleaford Mods gründete er mit seinem Freund Simon Parfrement, der die Produktion 2012 an Fearn abgab, dessen minimalistische Grime-Tracks Williamson in einem Club in Nottingham gehört hatte.

Zentrales Element der Songs von Sleaford Mods sind Williamsons ausufernde Texte, die in ihrem missgelaunten, gesprochenen Vortrag an Mark E. Smith erinnern, inhaltlich aber weniger kryptisch sind. Durch volksnahe politische Themen, eloquent zur Schau getragene Wut und die Verwendung von Dialekt und Umgangssprache füllten Sleaford Mods eine Marktnische. Das hohe Identifikationspotential lässt die Band, die in Pubs ihren Anfang genommen hatte, große Hallen füllen. „Key Markets“ (2015) und „Spare Ribs“ (2021) waren ByteFM Alben der Woche.


Sleater-Kinney

Sleater-Kinney sind eine US-amerikanische Rockband, die 1994 in Olympia, Washington gegründet wurde und ihre Wurzeln in der Riot-Grrrl-Bewegung der 1990er-Jahre hat. Ihre Mitglieder sind Corin Tucker (Gesang, Gitarre) und Carrie Brownstein (Gesang, Gitarre). Das selbstbetitelte Debüt der Band erschien 1995 über Chainsaw Records – ein US-amerikanisches Indie-Label, das Musik von queeren und feministischen KünstlerInnen veröffentlicht.

Auch Sleater-Kinney zeichnen sich seit ihren Anfängen durch eine radikale feministische und linke Attitüde aus. In ihren persönlichen bis extrospektiven Lyrics zeigen sie sich kritisch gegenüber traditionellen Geschlechterrollen, Konsumzwang und konservativem Gedankengut. Waren ihre Songs in ihren Ursprüngen noch punkig-roh und schrammelig, so wandten sie sich ab ihrem dritten Album „Dig Me Out“ (1997) einem klassischeren Rock-Sound zu, lehnten Angebote von großen Labels jedoch aufgrund ihrer Verwurzelung in der DIY-Szene weiterhin ab. 2006 gab die Band bekannt, eine Pause auf unbestimmte Zeit einzulegen. Ihr Comeback feierten sie im Jahr 2015 mit dem Album „No Cities To Love“.

The Center Won't Hold“, das neunte Studioalbum von Sleater-Kinney, erschien 2019 über Mom + Pop Music. Es war das letzte Album mit Drummerin Janet Weiss, die im selben Jahr ihren Ausstieg bekannt gab.


The Slits

The Slits waren eine britische Band aus der ursprünglichen Londoner Punk-Szene, die 1976 gegründet wurde und zu den Pionierinnen von Punk abseits des Drei-Akkord-Klischees zählt. Gegründet wurde die Gruppe von Sängerin Ari Up, Schlagzeugerin Palmolive, Kate Korus (Gitarre) und Suzy Gutsy (Bass). Korus und Gutsy wurden noch vor den ersten Aufnahmen durch Viv Albertine und Tessa Pollitt besetzt.

Derselben Szene entspringend wie The Clash und Sex Pistols, beschritten The Slits von Beginn an einen Pfad abseits von Rockismen; einige der wichtigsten musikalischen Einflüsse kamen aus Jamaika. Konsequenterweise war es Reggae-Produzent Dennis Bovell, der 1979 beim Debüt-Album „Cut“ hinter dem Mischpult saß. Palmolive spielte bei nur einem Stück, bevor sie bei The Raincoats einstieg und durch Session-Drummer „Budgie“ ersetzt wurde. Das Album war erfolgreich, aber nicht kostendeckend. The Slits tourten unter anderem mit Free-Jazz-Musiker Don Cherry, dessen Tochter Neneh eine Freundin der Band wurde, und lösten sich nach dem Reggae-lastigen Zweitling „The Return Of The Giant Slits“ (1981) auf.

2005 ließen Up und Pollitt die Band mit jüngeren Mitmusikerinnen wiederauferstehen. Ari Ups früher Tod 2010 bedeutete das Ende für The Slits.


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